Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>

Im Atelier von Anja Tchepets

Yves Netzhammer

C-Reihe, 340. Wahl, IV. Quartal 2010
Stalaktitelektrolyten, 2010
Siebdruck
33,7 x 25,0 cm

1. Stalaktitelektrolyten 1
2. Stalaktitelektrolyten 2
3. Stalaktitelektrolyten 3
4. Stalaktitelektrolyten 4
5. Stalaktitelektrolyten 5
6. Stalaktitelektrolyten 6

Die Serie ist in einer vom Künstler gestalteten Mappe erhältlich.
Papierqualität: 450 g/qm Graukarton
Drucker: Atelier für Siebdruck, Lorenz Boegli, Zürich

Yves Netzhammer ist einer der prominentesten Schweizer Medienkünstler. Bei der 52. Biennale von Venedig verwandelte er 2007 den Schweizer Pavillon unter dem Titel Die Subjektivierung der Wiederholung, Projekt A in einen sinnlichen, multiperspektivischen Raum, in dem statische Wandzeichnungen mit bewegten Bildern eine Einheit eingingen. Thematisch und konzeptionell damit zusammenhängend realisierte er zeitgleich für das Rahmenprogramm der documenta 12 in der Kasseler Karlskirche einen begehbaren Spiegelraum, den er Die Subjektivierung der Wiederholung, Projekt B nannte. Auf von der Decke hängenden Halbkugeln wurden Videos projiziert, deren Sequenzen sich durch die Spiegelungen im Verbund mit Zeichnungen zu verunsichernden Raumerfahrungen verdichteten.

Die computergenerierten Szenarien seiner Videos und Zeichnungen agieren zwischen den Spannungsfeldern technoider Künstlichkeit und emotionaler Dichte. Sprachbilder setzt Yves Netzhammer, der sich in der „Tradition des kognitiven Bildermachens“ sieht, nie wortwörtlich um. Vielmehr umkreist er Themen und denkt sie bildnerisch vor, wobei er Metaphern für eine nicht abbildbare Wirklichkeit schafft. Er beschreibt seine Bildwelt als eine, die „...viel mit dem Fühlen von Festigkeiten, mit dem Benennen von Anfangsfragen und mit der Erarbeitung des dazu nötigen Vokabulars…“ zu tun hat (Yves Netzhammer im Gespräch mit Heinz-Norbert Jocks, S. 196). Der Mensch mit seinem Körper und seiner Psyche steht im Mittelpunkt eines geheimnisvollen, stillen und beunruhigenden Bilderkosmos, der in mentale Landschaften führt. Durch liebevolle, aber auch schmerzhafte Begegnungen und Berührungen erfahren Netzhammers Protagonisten die Differenz zwischen dem Ich und dem Fremden, verwandeln dadurch sich und ihre Umgebung. Liebe, Geborgenheit, Einsamkeit, Fremdheit, Sprachlosigkeit, Neugier, Krankheit oder Tod sind Empfindungsqualitäten, die der Künstler in seinen Videoanimationen mit berührenden, unheimlichen Bildern und einer Dramaturgie optischer Brüche, Sprünge, Verschachtelungen und Verzweigungen aneinanderreiht.

Die Zeichnung mit ihren Kompetenzen ist zentral für Netzhammers künstlerische Formulierungen und schreibt sich in einem Art „Digitalem Journal“ täglich fort. Für die griffelkunst ist nun eine wunderbare Mappe unter dem Titel Stalaktitelektrolyten entstanden. Bei der mehrfarbigen Siebdruckedition bezieht er auch subtil die Farbe des Kartons mit ein. Die sechs Blätter zeigen Momentaufnahmen rätselhafter, situativer Zustände: Zwei Hände scheinen an Elektroden angeschlossen zu sein; eine schlaffe Hand ist mit einem ebenso schlaffen Tierkörper verschnürt und hängt an Marionettenseilen; ein Körpertorso hält einen globusartigen Stein in die Höhe, der mit dem Körper und den Schwingen eines Vogels durch gespannte Linien vernetzt und zugleich gehalten ist; ein zielgerichteter Finger, dessen organische Struktur zu einer surrealistischen Treppe mutiert und einen geometrischen Kubus trägt, könnte als Metapher für Gestaltungswillen gelesen werden; ein Gebäude, das durch ein Geschoss gesprengt wird und eines, das unter der Schmelzung des Eises verschlossene Geheimnisse preisgeben könnte. Indem Netzhammer die Begriffe Stalaktit und Elektrolyt kombiniert, unternimmt er eine eigene Schau gegenwärtiger klimatischer Verhältnisse, die von globalen Abhängigkeiten erzählt und die Zerrissenheit des Individuums metaphorisch umschreibt. Sind die Stalaktiten in ihrem jahrtausendalten Wachstum von Umweltbedingungen beeinflusst, so leiten Elektrolyten in wässriger Lösung elektrischen Strom weiter, regulieren aber auch die Funktion menschlicher Zellen. Die Widerspenstigkeit zwischen Festem und Flüssigem, zwischen alten Ablagerungen und elektrisierend Neuem übersetzt der Künstler in eindringliche, sprechende Bilder.
Dr. Beate Ermacora, Innsbruck

340 C1
340 C2
340 C3
340 C4
340 C5
340 C6

Yves Netzhammer

1970 geboren in Schaffhausen, Schweiz

 

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