Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen

Jakob Kolding

A-REIHE, 318. WAHL, II. QUARTAL 2005
Siebdruck und Offsetdrucke in einer Mappe Siebdruck, schwarz-weiß 30,0 x 42,0 cm
Offsetdrucke, schwarz-weiß
ein beidseitig bedrucktes Poster 59,4 x 84,1 cm
sechs Postkarten 10,5 x 14,8 cm
ein Aufkleber 10,5 x 14,8 cm

1. ohne Titel
2. ohne Titel
3. ohne Titel
4. ohne Titel
5. ohne Titel
6. ohne Titel

Papierqualität Siebdruck: RFK Rives, 300 g/qm
Drucker: Holger Hinze, Hamburg
Mappe: Norddeutsche Pappscheibenfabrik, Stapelfeld
Papierqualität Poster: Lumi Art 150g/qm
Papierqualität Aufkleber: Haftpapier Guszgestichen 100 g/qm
Papierqualität Postkarten: Ensocoate 300 g/qm
Drucker: Bahruth Druck & Medien GmbH, Reinbek

Jakob Kolding beschäftigt sich in seinen Arbeiten im engeren Sinne mit den Themen Architektur und Stadtplanung, im weiteren mit Kunst, ihren gesellschaftlichen Funktionen und ihren emanzipatorischen Möglichkeiten. Die Auseinandersetzung mit der Tradition der politischen Collage spielt für seine Bildfindungen eine große Rolle, genauso wie die Suche nach geeigneten Umsetzungs- und Präsentationsformen. Seine Edition für die griffelkunst besteht aus sechs „Päckchen“ mit mehreren Bestandteilen. Jedes „Wahlblatt“ ist demnach eine Mappe mit folgendem Inhalt: Ein beidseitig bedrucktes Poster, sechs Postkarten, ein Aufkleber und ein Siebdruck. Das Poster, die Postkarten und der Aufkleber sind in jeder Mappe gleich, die Zusammenstellungen unterscheiden sich in dem Motiv des signierten Siebdrucks. Wir freuen uns, die interessante Position des jungen dänischen Künstlers mit dieser Edition angemessen vorstellen zu können. Konzept und Arbeitsweise, wie Kolding sie hier in seinem Text umreißt, lassen sich daran gut nachvollziehen. Im Anschluss an den englischen Text finden Sie eine Übersetzung ins Deutsche.

These works all, in some way, deal with different aspects of space and place. Especially in urban and suburban contexts. How are different places described and understood? How can you get some kind of understanding of a place if you do not see it in it’s context of interrelations and as a continuing process as opposed to a static form?
For instance it seems to be a common perception that the typical 1960’s and 70’s concrete housing schemes pose extreme restrictions on the inhabitant’s behaviour. That physical and social control is especially dominant in these areas due to the strict planning, the uniform housing, the concrete perhaps?
Following the same clichés middle class neighbourhoods of detached housing are much more free and pleasant areas. Here everyone owns their house, they have their own garden and are generally free to do what they want. It’s a cliché often encountered in media representations of different kinds of housing: Happy families consisting of a mum, a dad and two kids (one boy, one girl) living in this anytown of detached middle class housing. (Check out 9 out of 10 commercials on washing powder, insurance, banks, realtors etc.) The concrete housing estates are full of criminals and single mothers with social problems (check the news).
And the different characteristics assigned to the areas in these representations are often considered, almost exclusively, as a direct result of the area’s architecture, design or types of residents but many decisive factors, which have a very real ef- fect upon the local community although not so easily observable, are thus ignored. E.g. a whole range of different policies, local, national and international economies, attitudes towards the area among its inhabitants along with the attitudes towards the area from people living outside the area, the representation of the area by the media, politicians etc. and last but certainly not least the daily life activities of the inhabitants.
Architecture and planning, football, social studies, Gotham city (Batman), politics, the Death Star (Star Wars), economy, skateboarding, art, videogames, music etc. etc. Psycho-geographic feedback and just a few of the things that you might consider as part of a geographic milieu. The urban fabric is not something that exists independently of behaviour, of contemporary and historical context, whether at the level of urban planning, youth culture, group identities or art. A lot of the works themselves include references to art. For instance, obviously, to the history of political collage (e.g. Rodchenko, El Lissitzky, John Heartfield, Hannah Höch, the psycho-geographic maps of Debord and Jorn, Martha Rosler, Felix Gonzales-Torres).
Collecting, sampling and combining different elements (cut + paste). Elements that may or may not normally be considered in the same context. Producing combinations and permutations of recycled imagery and one element is the form of the work itself.

Jakob Kolding

Alle diese Arbeiten behandeln auf bestimmte Weise verschiedene Aspekte von Ort und Raum, besonders in städtischen und vorstädtischen Zusammenhängen.Wie werden verschiedene Orte beschrieben und verstanden? Wie kann man überhaupt irgendeine Beziehung zu einem Ort entwickeln, wenn man ihn nicht im Kontext seines Beziehungsgeflechtes und seiner Prozessualität wahrnimmt, sondern als statisch?
Es scheint beispielsweise einer allgemeinen Vorstellung zu entsprechen, dass die typischen Beton-Wohnanlagen der 1960er und 70er Jahre extrem restriktive Auswirkungen auf das Verhalten ihrer Bewohner haben und dass die physische und soziale Kontrolle in diesen Bezirken besonders hervortritt. Liegt das an der strengen Planung, der Uniformität der Bauten oder vielleicht am Beton?
Dem selben Klischee zufolge gelten die Nachbarschaften der Mittelschicht mit ihren freistehenden Einfamilienhäusern als wesentlich freiere und erfreulichere Gebiete. Hier ist jeder sein eigener Hauseigentümer, jeder hat seinen eigenen Garten, und jeder kann tun und lassen was er will. Diesem Klischee begegnet man häufig in den Medien, wenn verschiedene Arten von Wohnungen repräsentiert werden: Glückliche Familien, bestehend aus Mama, Papa, und zwei Kindern (ein Junge, ein Mädchen) leben in einer beliebigen Stadt aus freistehenden Einfamilienhäusern (siehe neun von zehn Werbungen für Waschpulver, Versicherungen, Banken, Immobilienmakler, etc.). Die Betonblocks sind voller Krimineller und alleinerziehender Mütter mit Sozialproblemen (siehe die Nachrichten).
Die verschiedenen Eigenschaften, die den Gebieten in diesen Repräsentationen zugewiesen werden, werden dabei oft, beinahe ausschließlich, als das direkte Ergebnis ihrer Architektur, ihrer Gestaltung oder ihrer Einwohnerschaft betrachtet, während viele entscheidende Faktoren, die nicht so leicht zu entdecken sind, aber sehr reale Auswirkungen auf die örtliche Gemeinschaft haben, ignoriert werden. Dazu gehören beispielsweise eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Praktiken, lokale, nationale und internationale Ökonomien, unterschiedliche Haltungen dem Ort gegenüber von den Einwohnern, unterschiedlichen Haltungen, die dem Ort von außen entgegengebracht werden, Repräsentationen des Ortes in den Medien, durch Politiker etc., und nicht zuletzt die alltäglichen Aktivitäten seiner Bewohner.
Architektur und Planung, Fußball, Sozialstudien, Gotham City (Batman), Politik, der Death Star (Star Wars), Ökonomie, Skateboarding, Kunst, Videospiele, Musik, etc. Psychogeographisches Feedback und ein paar von den Dingen, die man als Teil des geographischen Milieus in Betracht ziehen könnte.
Das urbane Gewebe existiert nicht unabhängig vom Verhalten, vom zeitgenössischen und historischen Kontext, sei dies auf der Ebene der Stadtplanung, der Jugendkultur, der Gruppenidentitäten oder der Kunst.
Viele der Arbeiten enthalten Bezüge zur Kunst. Zum Beispiel, offensichtlich, zur Geschichte der politischen Collage (z.B. Rodtschenko, El Lissitzky, John Heartfield, Hannah Höch, die psychogeographischen Stadtpläne von Debord und Jorn, Martha Rosler, Felix Gonzales-Torres).
Das Sammeln, Sampeln und Kombinieren verschiedener Elemente (cut + paste). Das Zusammenführen von Elementen, die man normalerweise vielleicht oder vielleicht auch nicht im selben Kontext vermuten würde. Das Produzieren von Kombinationen und Permutationen aus wieder verwendetem Bildmaterial, das Erzeugen von Referenzen durch die Form des Werkes selbst.
(Übersetzung: Barbara Uppenkamp)

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Jakob Kolding

1971 geboren in Albertslund, Dänemark

 

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