Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>

Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

Julia Schmid

Einzelblatt

Zwei Inkjet-Drucke mit Textblatt in einer Mappe
Pflanzen im Büro –
griffelkunst Hamburg, Seilerstraße

E 527
Pflanzen im Büro, griffelkunst 26. März 2015/1
Pflanzen im Büro, griffelkunst 26. März 2015/5

je 42,0 × 59,4 cm / 39,0 × 55,0 cm

Willkommen im Dschungel Seilerstraße

von Stephanie Bunk

It’s a jungle out there
Disorder and confusion everywhere
No one seems to care
Well I do
Hey, who’s in charge here?

(Randy Newman)

Die Natur in Malerei und Zeichnung ist eine zentrale Konstante im Werk von Julia Schmid. Ihre Zugänge zum Thema sind dabei so vielfältig, dass das Ergebnis nichts mit einem traditionellen Landschaftsbild gemeinsam hat, sondern eher als eine malerische Kartographie bezeichnet werden kann. Die Natur versteht die in Hannover lebende Künstlerin als kulturell bedingt, das heißt, vom Menschen gestaltet und vermittelt. Ihr Augenmerk richtet sie gerade auf solche städtischen Orte, an denen es die Natur besonders schwer hat, noch »natürlich« zu sein, etwa im Kleingartenverein, auf Grünstreifen oder in öffentlichen Gebäuden. Die Auswahl der Pflanzen, die Julia Schmid in alltäglichen Situationen und auf Reisen aufspürt, wirkt zufällig. Doch jedem Ort, den sie erkundet, geht eine genaue Recherche voraus. Ihre Fundstücke könnte man als subversive Elemente bezeichnen, da sie es geschafft haben, sich da einen Lebensraum zu schaffen, wo eigentlich keiner ist. Ihr Umgang mit dem Material ist vielfältig, wobei die Malerei ein verbindendes Element darstellt. Sie malt Pflanzen direkt in opulenten Farben und überproportional groß, sodass sie eine Art Eigenleben auf der Leinwand entwickeln. Oder sie hält sie mit der Kamera fest, um sie anschließend zu ausufernden Collagen zusammenzusetzen, um diese dann wiederum malerisch zu überarbeiten.

Das Projekt Pflanzen im Büro verfolgt Julia Schmid schon seit mehreren Jahren. Es hat sie schon an Orte wie die Deutsche Aids-Stiftung in Bonn und das Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover geführt. Im begleitenden Text zu dieser Station wird behauptet, dass es wohl in allen öffentlichen Gebäuden in beinahe jedem Raum Grünpflanzen gibt. Gilt das auch für die Räume der griffelkunst? Über das Ergebnis sind wir selbst erstaunt! Wo hat die Künstlerin all diese exotischen Pflanzen aufgespürt? Seit wann sammeln die Kollegen verwachsene Kakteen oder begeistern sich für weiße Orchideen? Julia Schmid nimmt die Nischen, in denen Menschen im Büro ihr kleines Stück Natur selbst gestalten, ernst und fügt sie zu einer Kartographie des Ortes zusammen, die nicht dem offiziellen Bild entspricht. Wer nimmt schon den Geldbaum wahr, der auf dem Tisch unseres Geschäftsführers vor sich hin wuchert, wenn an den Wänden Graphiken hängen? In den Einzelblättern wird diese Sukkulente zur Protagonistin eines größeren Pflanzengeflechts, das in seiner Farbigkeit und Formenvielfalt wie ein Stück Urwald anmutet. Schmid hat die Pflanzen photographiert, collagiert und malerisch überarbeitet. Aus den entstandenen, sehr unterschiedlichen Kompositionen haben wir zwei ausgewählt, die trotz des gemeinsamen Materials in ihrer Wirkung völlig gegensätzlich sind. Die neu geordneten »Büro-Landschaften« stehen im harschen Gegensatz zur Wirklichkeit vor dem Fenster, die Julia Schmid in dem Text, der ihre Arbeit begleitet, miteinbezieht.

Julia Schmid
1969 geboren in Wuppertal, lebt und arbeitet in Hannover
1990–2007 Studium an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig
2013 Kunstpreis der Sparkasse Hannover, Kunstverein Hannover
2015–17 Verschiedene Lehraufträge an der Leibniz Universität Hannover, HBK Braunschweig, Kunstakademie Stuttgart

Einzelausstellungen
2015/16 schnüren, Kunstverein Wolfenbüttel
2014/15 Schilf im Kies, gebaute Gärten, Städtische Galerie Lehrte Sprengelmuseum Hannover
2011/12 HELSINKIMADRID, Kunstmuseum Bonn (K)

Ausstellungsbeteiligungen
2016 Kommentiert, Schloss Agathenburg
2015 Substanzieller Einfluss, Bayer Kulturhaus, Leverkusen (K)
2014 Dialog, Städtische Galerie Kubus, Hannover (K)

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