Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

Marc Lüders

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E 572

Fremdgänger

von Stephanie Bunk
Ausgangspunkt von Marc Lüders’ »Photopicturen« sind Photographien, auf die er mit den Mitteln der Malerei reagiert. Jedes Bild setzt sich aus zwei Ebenen zusammen, der photographischen und der malerischen, die eine Verbindung miteinander eingehen. Sie existieren zwar durch ihre unterschiedliche Beschaffenheit parallel zueinander, doch in Lüders Werk bilden sie eine neue Einheit. Für den Hintergrund verwendet der Künstler eigene Aufnahmen von Orten, vor die er Figuren oder Objekte setzt. Sie stehen oft im Gegensatz zu dem sie umgebenden Umfeld, was den Kontrast zwischen Photographie und Malerei, Umwelt und Mensch verstärkt. Als Hintergrund wählt Lüders urbane oder natürliche Landschaften, leere Räume oder, wie im Fall unserer Edition, die New Yorker Metro. Die Figuren findet er im Stadtraum. Oft erwischt er sie in einem Moment des Wartens oder der Unentschlossenheit, eingefroren in ihrem Tun, und dieses Innehalten überträgt sich auch auf die Werke. Die Menschen wirken fremd, verlassen und getrennt von der Welt, die sie umgibt. Marc Lüders dient diese Isolation als Reflexion des Daseins des Menschen, seines Geworfenseins in eine Welt, die er sich zu erschließen sucht. Als Zeichen der Anpassung nimmt Lüders die Farben der Umgebung in die Farbgebung seiner Figuren auf, die oft pastos, plastisch oder abstrakt gemalt sind. Manchmal erscheinen sie transparent oder verschmelzen sogar partiell mit der Photographie. So ist auch das Verschwinden des Menschen im Bild ein Topos, der ihn interessiert und der auch in der für die griffelkunst entstandenen Edition zum Tragen kommt.

Um seine künstlerische Strategie in die Druckgraphik zu übersetzen, hat der in Hamburg lebende Künstler nach einem passenden Medium gesucht und es im Siebdruck auf Glas gefunden. Die Glasscheiben wurden beidseitig mit gerasterten, eigenen Photographien bedruckt, sodass zwei voneinander getrennte Bildebenen entstehen. Das Punktraster der Photos hat er so gewählt, dass durch die Überlagerung ein Moiré-Effekt entsteht, der die flirrende Figur, von einem Sternchenmuster, überzogen geradezu vor dem Hintergrund schweben lässt. Die Figur erscheint erst durch die sich überlagernden Raster, ohne diese würde sie in dem Raster des Fonds aufgehen und damit unsichtbar bleiben. Die Szene selbst wirkt wie eine Spiegelung oder ein Blick durch das Fenster einer Metro, wie es auch als Bild im Bild zu sehen ist. So ist die Glasscheibe mehr als nur ein Trägermaterial. Sie verkörpert auch die Trennscheibe, die zwei verschiedene Medien voneinander trennt, wie Wasser und Luft, Mensch und Umwelt oder eben auch Malerei und Photographie.

Marc Lüders

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1963 geboren in Hamburg, wo er lebt und arbeitet.

1986 Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, HAW Hamburg

1994 Studium der Anthropologie und Philosophie an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz
1997 Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg
2002 Stipendium der Deutschen Akademie Rom, Villa Massimo

Ausstellungen

2017 Marc Lüders Arbeiten 1997 bis 2017, Freie Akademie der Künste, Hamburg (E)
Marc Lüders, Forum für zeitgenössische Fotografie, Dresden (E)
Die Geste in der Fotografie, DZ Bank Kunstsammlung, Frankfurt
2016 LEVITATION, alexanderlevy, Berlin (E)
2015 SYSTEM PLURAL, LEVY Galerie, Hamburg (E, K)
2014 Additionen der Gegenwart, Kunstmuseum Bochum
2011 UNSCHARF. Nach Gerhard Richter, Hamburger Kunsthalle

Publikation

Erfindung der Realität, Alexander Sairally (Hg.), Hatje Cantz, Ostfildern 2010

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