Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

Kerstin Kartscher

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C-Reihe / 386. Wahl

II. Quartal 2022

Ringe 1–6

Siebdruck
42,0 × 29,7 cm

1. Ringe 1
2. Ringe 2
3. Ringe 3
4. Ringe 4
5. Ringe 5
6. Ringe 6

Druck: Coriander Studio, London
Papierqualität: 300 g/qm Fabriano 5

Resonanzen

von Brigitte Bedei

Kreuz und quer schwingende Turnringe, an langen Ketten montiert, sind das zentrale Motiv in der Edition von Kerstin Kartscher. In feingliedrigen Zeichnungen, überwiegend ausgeführt mit schwarzer Tinte, bündelt die Künstlerin fragmentarisch Figur, Landschaft, Stadtmöblierung und geometrische Formen zu dynamischen Bildgefügen, in denen sich Raum und Zeit auflösen. Dabei existieren immer mehrere Bildräume und Horizonte nebeneinander, die unmerkbar miteinander verwoben sind, nebeneinander harmonieren oder scheinbar organisch zusammenfließen.

Die in London lebende Künstlerin hat ihre Zeichnungen in eine Serie von sechs Siebdrucken übersetzt, in denen sie wiederkehrende Fragmente zu mehrdeutigen, assoziativ angelegten Bildwelten verknüpft, die sie folgendermaßen beschreibt:

Das Ausgangsmotiv für die Serie »Ringe« bildet ein riesiges, meterhohes Gerüst mit unzähligen Ringen zum Training für Erwachsene, welches ich als 25-jährige flanierende Strandgängerin in Santa Monica in Los Angeles, Kalifornien, photographiert habe. Die unzähligen Paare von Ringen an überlangen Ketten wurden vornehmlich von Männern mit kräftigen, nackten Oberkörpern und Armen benutzt. Damals, in Kalifornien am Strand, wirkten die Ringe im Gegenlicht der Abendsonne abenteuerlich und gleichermaßen kalt und erweckten Assoziationen von Sklaverei, Handschellen, Torture.
Sie erinnerten mich auch an den gemischten Schulsport, wo ich als einziges Mädchen fähig war, an den Ringen richtig hoch zu schwingen, denn als Jugendgymnastin hatte ich die notwendige Kraft. Ich fühlte mich extrem stark und selbstbewusst. Ringe gibt es im Frauenkunstturnen jedoch nicht, sie sind eine Domäne des Männer-Turnens. Eine weitere Assoziationskette sind die Sissi-Filme, die wir in meiner Kindheit jedes Jahr zu Weihnachten sahen. Damals fand ich heraus, dass Elisabeth, die wirkliche Kaiserin von Österreich (1837–1898), in ihrem Palast eine Gymnastikhalle einrichten ließ, wo sie jeden Tag an den Ringen trainierte, extrem unüblich in ihrer Zeit und für Frauen.

Zur gleichen Zeit schauten meine Brüder und ich die Serie »Kung Fu«. Ich war fasziniert von der Kombination trainierter Sinne und präziser Bewegungen. Die weiblichen Protagonistinnen in meinen Zeichnungen besitzen solche erhöhten Sinne und Bewusstsein ihrem Umfeld gegenüber. Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit Elementen von Street-Furniture, wie Pollern, Absperrungen, Warteräumen, Unterständen und ganz besonders mit Markisen, welche als Objekte in meinen Arbeiten sowohl gezeichnet, als auch als Materialträger für meine Zeichnungen selbst auftauchen. In diesem Zusammenhang spielen ebenfalls Gymnastikringe im öffentlichen Raum eine Rolle. Sie interessieren mich als UrÜbungsgerät/ Turngerät, ein sehr männlich geprägtes, aber optisch sehr feminines Objekt.
Die Frauenfiguren in der Serie Ringe sind daher bewusst uneindeutig, geschlechtsneutral angelegt, nur die kleinen femininen Hände geben einen Hinweis.

Kerstin Kartscher,
November 2021

Kerstin Kartscher

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1966 geboren in Nürnberg, lebt und arbeitet in London, GB

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