Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

Heinz-Günter Prager

B-Reihe / 364. Wahl

IV. Quartal 2016

Aquatinta-Blätter

63,8 x 47,6 cm

Gesetzt der Fall


1. Ohne Titel

2. Ohne Titel

3. Ohne Titel

4. Ohne Titel
5. Ohne Titel

6. Ohne Titel

7. Ohne Titel

Papierqualität: 340 g/qm Zerkall-Bütten Alt Bern

Drucker: Kunst- und Radierwerkstatt W. Jesse, Inh. M. und E. Jäger, Berlin

Hersteller Mappe: Buchbinderei Thomas Zwang, Hamburg


Dem Zufall trotzen
von Stephanie Bunk

»Um den zentralen Bereich der Skulptur gruppieren sich – gleichsam in nicht konzentrischen Kreisen – Zeichnung und Graphik mit beträchtlichen Schnittmengen, vor allem aber auch mit den Merkmalen eigengesetzlicher Tätigkeiten. Zeichnung und Graphik sind die Freiräume des Bildhauers.«
Rainer Schoch, in: Prager, Druckgraphik 1967–2003

Neben seinem bildhauerischen Werk hat sich Heinz-Günter Prager schon früh mit Druckgraphik beschäftigt. Vor allem Aquatinta-Blätter, aber auch Kaltnadel- und Lithographie-Serien finden sich in seinem druckgraphischen Werk. Für sein Arbeiten ist der Zyklus charakteristischer als das Einzelblatt, in der Regel bestehen seine graphischen Serien aus sieben Blättern, wie überhaupt die Sieben einen besonderen Stellenwert in seinem Werk einnimmt. Die Graphikzyklen Pragers gehen aus Konstellationen von Formen und dem Durchspielen von Möglichkeiten hervor, deren Rahmen der Künstler durch Setzung schafft. Für die griffelkunst hat der in Köln lebende Künstler sieben Aquatinta-Blätter realisiert, die er mit großer Präzision über ein längeren Zeitraum geplant hat, um sie anschließend in einem druckgraphischen Verfahren weiterzuentwickeln: Zunächst setzt der Künstler Linien aus dick aufgetragenem Lack auf die Kupferplatte, die anschließend geätzt wird. Die Linien erscheinen im Druck weiß, während die sie umgebende Fläche als sehr dunkles, fast schon schwarzes Blau erscheint. Aus der großen Platte entnimmt er anschließend Ausschnitte, sodass kleinere Formen entstehen, die er auf dem Papierbogen anordnet. Jedes Blatt erhält eine eigene Konstellation von Dunkelraum und Weißraum. Die Graphiken entwickeln aus dem Zusammenspiel von Zeichnung und Anordnung der Platten im Raum eine unglaubliche Plastizität und Dynamik. Wie eine Woge, wie das Meer entwickeln sich Körper aus dem Papier heraus und ziehen sich wieder zurück.

Die Suite Gesetzt den Fall ist eine Hommage an das Gedicht Ein Würfelwurf von Stéphane Mallarmé, das wie ein Fixstern die Arbeit Heinz-Günter Pragers begleitet. Mallarmés Gedicht gilt als eines der »Gründungsdokumenten der Moderne«, wie Ulrich Weinzierl in der FAZ anlässlich einer deutschen Neuübersetzung schreibt: »Das streng geregelte Spiel von Zeichen und Tönen, von Bedeuten und Betören brachte ein höchst seltsames Genre hervor: Philosophisches, metaphorisches Denken ist hier Sprachmusik geworden.« Einer Partitur gleich wurden von Mallarmé verschiedene Stimmen typographisch abgesetzt, sodass das Gedicht einer Zeichnung gleicht. Sein Gegenstand ist das Scheitern des Künstlers, der vergeblich versucht, den entscheidenden (Würfel-)Wurf zu tun. Es endet im französischen Original mit sieben Wörtern: »Toute Pensée émet un Coup de Dés« (Jeder Gedanke zeugt einen Würfelwurf). Dieser Satz begleitet Heinz-Günter Pragers Serie und ist ihr auf einem vom Künstler gestalteten Vorsatzblatt vorangestellt.

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Heinz-Günter Prager, 1944 in Herne geboren

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