Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

Caroline Kryzecki

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394 A Mappe

A-Reihe, 394. Wahl,
II. Quartal 2024

BB/DIE 33/26–1(A-F)–E

Lithographie
33,2 × 26,5 cm

Papierqualität: 250 g/qm Hahnemühle
Druck: Keystone editions, Berlin
Hersteller Mappe: Reset St. Pauli Druckerei, Hamburg

Was es heißt, einer Regel zu folgen

von Stephanie Bunk

Caroline Kryzecki entwickelt ihre Motive nach kodifizierten, selbstreferentiellen Regeln, die sie in breit angelegten Serien wiederholt und modifiziert. Das Ergebnis dieses Regelfolgens ist oft auch für die in Berlin lebende Künstlerin überraschend. So treten zum Beispiel in ihren großformatigen Kugelschreiberzeichnungen unkalkulierbare Moiré-Effekte auf, für die sie bekannt geworden ist. Von 2009, dem Jahr des Abschlusses ihres Studiums an der Universität der Künste Berlin bei Daniel Richter, Anselm Reyle und Robert Lucander, bis 2019 arbeitete sie bevorzugt mit Kugelschreibern. Durch das Überlagern von Linien, das Verändern von Abständen und das Entwickeln von Rastern hat sie ein komplexes Werk erschaffen, zu dem gerade im DISTANZ Verlag eine Monographie mit dem Titel KSZ – der Abkürzung für Kugelschreiberzeichnung – erschienen ist. Am Kugelschreiber schätzt die Künstlerin nicht nur die begrenzte Farbauswahl, sondern auch seine Eigenheit, sich beim Zeichnen in das Papier einzudrücken und es dadurch zu verändern. Ihre Linien erinnern an Fäden, die sich in den Zeichnungen zu Geweben und Mustern verdichten. Das Arbeiten mit Rastern weckte Kryzeckis Interesse an der Technik des Webens, die durch den ersten Einsatz von Lochkarten von großer Bedeutung bei der Entwicklung des Computers ist. Beim Besuch einer Weberei bekam sie einen Stapel Patronenpapier geschenkt, welches früher für den Entwurf von Textilmustern verwendet wurde. Dieses technische Rasterpapier, das an Millimeterpapier erinnert, legte den Grundstein für eine neue Werkreihe, an der die Künstlerin seit 2019 arbeitet. Eingeladen zu einer Artist Residency der Josef & Anni Albers Foundation, nahm Kryzecki das geschenkte Papier mit nach Bethany, Connecticut in den USA und begann in ihrem Studio direkt auf dem Papier zu arbeiten.

In Anlehnung an das Patronenpapier entwickelt Caroline Kryzecki seitdem eigene Raster, die im Siebdruckverfahren gedruckt die Grundlage ihrer Werke bilden. Für das Füllen der Felder legt sie vor Beginn des Malens Regeln fest, die sie anschließend über den gesamten Bogen ausführt, sodass Muster und Strukturen entstehen. Nachdem die Künstlerin bereits einige Editionen im Siebdruck umgesetzt hat, erprobt sie für die griffelkunst die Technik der Lithographie. In Ulrich Kühle von der Druckerei Keystone, mit der wir das erste Mal für eine Edition zusammenarbeiten, hat sie einen perfekten Partner gefunden. Gemeinsam haben sie ein Verfahren entwickelt, bei dem Kryzecki auf Folien zeichnet und tuscht, die anschließend für den Druck direkt auf die Druckform belichtet werden. In zwei Druckgängen werden beide Motivebenen – das Raster und die Tuschezeichnung – zusammengeführt. Bei der Farbauswahl hat sie sich für eine Palette von Blautönen von Grün bis Lila aus reinen Farben direkt aus der Farbdose entschieden, die sie auch in ihrem malerischen Werk verwendet.

Die Serie besteht aus drei Paaren, die auf sechs verschiedenen, mit der Hand gezeichneten Rastern angeordnet sind. Die Aufteilung des Rasters und die Zeichnung interagieren, indem ihre Leerstellen einander entsprechen oder eine ähnliche Musterfolge die Blätter verbindet. Dadurch werden die Betrachtenden dazu eingeladen, über die Spielregeln nachzudenken, die Caroline Kryzecki ihrem Werk zu Grunde legt und welche Folgen Änderungen im Code auf die Bildwirkung haben.

Caroline-Kryzecki_Fotocredit_Kareen_Kittelmann_1.jpg

1979 geboren in Wickede/Ruhr, lebt und arbeitet in Berlin

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