Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

Benedikt Leonhardt

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B-Reihe, 393. Wahl
I. Quartal 2024

Vaporpapers

Lithographie
55,5 × 46,0 cm / 44,5 × 35,5 cm

Papierqualität: 300 g/qm Somerset Satin
Druck: Thomas Franke, stein_werk., Leipzig

Nebeliges Leuchten

von Stephanie Bunk

Benedikt Leonhardt, dessen großformatige Gemälde u.a. Teil der Ausstellung Jetzt! Junge Malerei in Deutschland waren, schafft durch Überlagerung von unzähligen halbtransparenten Farbflächen Bilder von großer Leuchtkraft und fast schon dreidimensionaler Struktur. Parallel zu einer neu entstandenen Gruppe von Bildern hat er mit der Arbeit an seiner Edition für die griffelkunst begonnen. Wir haben mit dem Künstler und dem Drucker Thomas Franke über den Entstehungsprozess ein Interview geführt.

griffelkunst: Benedikt, deine Gemälde wirken wie perfekte Oberflächen, die den sie umgebenden Raum reflektieren. Erst aus der Nähe betrachtet entdeckt man, dass sie Strukturen und Störungen aufweisen, die diesen Eindruck unterlaufen. Wie entstehen deine Bilder?

Benedikt Leonhardt: Für meine abstrakten Malereien auf Leinwand verwende ich Materialien wie Spachtelmasse, Acryl-, Vinyl-, Ölfarben oder handelsübliches Malerkreppband. Durch mehrschichtige Auf- und Abtragungsprozesse sowie durch Verwischen und wiederholtes Überrakeln einzelner Farbschichten, im gegenseitigen Bestärken oder Verbergen aufgebrachter Materialien entstehen Werke, die in ihrer Licht- und Farbtiefe förmlich einen dreidimensionalen Raum zu erzeugen scheinen. Dabei spielen die Spuren und das Sichtbarmachen des Prozesses eine wichtige Rolle. Das Reagieren auf bildintern entstandene Strukturen, Texturen oder »Störungen« ist für mich ein intensiver Dialog und Diskurs mit dem Bild und Teil der Bildgenese.

griffelkunst: Deine Bilder eröffnen einen großen Assoziationsspielraum, man versucht in den wolkigen Formen etwas zu erkennen. Arbeitest du mit konkreten Vorlagen?

Benedikt Leonhardt: Ja, ich sammle eigene analoge Photographien, auch benutze ich Screenshots, die ich vom Handy- oder Laptop-Bildschirm gemacht habe. Diese Bilder begleiten mich (meist) sehr lange, bis ich mich entscheide, sie als Vorlage zu verwenden. Meine Malereien sind geprägt von Aspekten der digitalen Bildwelt und ihrer farblichen Oberfläche. Diese bildgebenden Techniken lösen visuelle Impulse aus, die ich in einem gestisch-intuitiven Handeln und mit formal-ästhetischem Verständnis in Malerei überführe. Farbe soll in ihrer vollkommenen und komplexen Materialität erlebt werden.

griffelkunst: Wie bist du bei der Übersetzung deiner Arbeit in die Druckgraphik vorgegangen? Hast du nach Entsprechungen zum Beispiel beim Arbeitsmaterial gesucht oder musstest du deinen Ansatz neu (er)finden?

Benedikt Leonhardt: Es ist eine spannende Herausforderung, meine Arbeit hierbei ganz neu zu denken. Schließlich verlasse ich den mir vertrauten Bildträger Leinwand. Auch für den weichen und fließenden Farbauftrag habe ich nach einer passenden Entsprechung gesucht und wollte einen neuen, experimentellen Charakter einfließen lassen. Bevor ich mit der konkreten Umsetzung meiner Bildideen für die Edition beginnen konnte, habe ich mit verschiedenen bildgebenden Techniken experimentiert, die ich auch ähnlich in meinen Malereien verwende. Ein weiterer wichtiger Faktor war die richtige Tonwert-Abstimmung der einzelnen Steine/Farben, um ein möglichst homogenes und weiches Gesamtbild zu schaffen.

griffelkunst: Das ist euch sehr gut gelungen. Die Motive der Edition verbindet ein milchiger Schleier, sodass sie wie durch Nebel oder Glas erscheinen. Wie seid ihr technisch bei der Umsetzung dieser Idee vorgegangen?

Thomas Franke: Viele Faktoren spielten im Entwicklungsprozess der Lithographien von Benedikt zusammen und wurden durch das Experiment mit den technischen Möglichkeiten der Drucktechnik fortlaufend optimiert. Einerseits war es die eigentliche Erstellung der Motive bzw. Ebenen auf Stein, die im Tuscheauftrag für eine leichte Farbigkeit angepasst wurden. Andererseits war es das Verwenden lasierender und deckender Druckfarben bis hin zu leicht unterschiedlich farbigen, opaken Weißflächen als finales Element im Druckprozess, was diesen homogenen Bildcharakter bzw. Bildeindruck für jedes Motiv erst vollends entstehen ließ.

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1984 geboren in Leipzig, lebt und arbeitet in Leipzig

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