Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

Anna Haifisch

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B-Reihe / 392. Wahl

IV. Quartal 2023
New Mexico Zeichnungen
Siebdruck
B1–B4: 27,0 ×21,0 cm, B5–B6: 54,0 × 42,0 cm

392 B1 Der kühlste Hund der Stadt
392 B2 Jemez Springs Polizeistation
392 B3 Die größte Pistazie der Welt!
392 B4 Oppenheimer Drive
392 B5 Welcome to Los Alamos!
392 B6 En plein air in Santa Fe

Papierqualität: 300 g/qm Metapaper extrarough
Druck: Phillip Janta and Andrea Rausch, Leipzig

Road Runner und andere schräge Vögel

von Stephanie Bunk

Im dritten Band der Comic-Serie The Artist ist die Hauptperson nach vielen Rückschlägen endlich ganz oben in der Kunstwelt angekommen. Das kann man auch von Anna Haifisch behaupten. Sie hat im Juli 2023 die Ausstellung The Collection of Snavel van Vogel im Museum Folkwang Essen eröffnet, davor hat sie in der Kunsthalle Osnabrück und im Museum der bildenden Künste in Leipzig ausgestellt. Haifisch hat für das MoMa in New York gezeichnet und für viele andere Institutionen, Magazine und Zeitungen mehr, darunter die New York Times sowie Vice.com und Le Monde, wo die Serie The Artist erstmals veröffentlicht wurde.

The Artist handelt von der Geburt, dem Aufstieg, Selbstzweifeln und Krisen eines Künstlers oder einer Künstlerin. Die Hauptperson erinnert durch eine Art Schnabel an einen Vogel, bleibt aber zutiefst menschlich in einer Welt, in der die Kunst die eigentliche Hauptrolle spielt. Haifischs Porträt des Kunstbetriebs ist satirisch überzogen und äußerst humorvoll. Ihre Zeichnungen sind voller Anspielungen und Referenzen, sie zeigen konkrete Orte wie Museen und Künstlerresidenzen oder erzählen, wie im Fall unserer Edition, von Ländern und Regionen, die sie bereist hat. Parallel zu ihrem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig hat die Künstlerin in New York als Siebdruckerin gearbeitet, sodass Editionen im Siebdruck neben Büchern und Comics eines ihrer zentralen künstlerischen Ausdrucksmittel sind. 2013 gründete sie mit sechs Freunden das Festival The Millionaires Club, das jährlich parallel zur Leipziger Buchmesse stattfindet.

Die sechs Siebdrucke der Edition – zwei großformatige in Schwarzweiß und vier kleinere vierfarbige – sind nach Zeichnungen von einer Reise nach New Mexico in den Vereinigten Staaten entstanden, die Anna Haifisch diesen Sommer unternommen hat. Der Impuls zu ihrer Reise kam durch den Zeichner und Regisseur Chuck Jones, der die Trickfilmserie Looney Tunes prägte, die seit Anfang der 1930er Jahre produziert wurde. Er erfand und zeichnete die beiden Figuren Road Runner und Wile E. Coyote, die sich vor der Kulisse zerklüfteter roter Berge auf dem gelben Wüstensand eine Verfolgungsjagd nach der anderen leisten. Haifischs Serie ist eine Hommage an das Cartooning im Stil der 1930er Jahre, dessen Stil und Farbigkeit sie aufgreift, um darin ihre eigene Story zu platzieren. Wie auf einem Road-Trip folgen wir einer mausartigen Figur mit Cowboyhut durch die Wüste New Mexicos, die ein Anziehungspunkt für Kunstschaffende, verrückte Wissenschaftler und andere seltsame Typen ist. Zwar verbindet die Zeichnungen ein Narrativ – man besucht mit der Protagonistin verschiedene Städte, Sehenswürdigkeiten und landet sogar im Gefängnis – aber es bleiben eher einzelne Episoden, die keiner stringenten Handlung folgen. Straßenschilder, wie sie charakteristisch für die USA sind, geben wichtige Hinweise auf die Orte und ihre Geschichte. So entwickelte J. Robert Oppenheimer in der verlassenen Gegend in der Nähe von Los Alamos die Atombombe, woran heute der Name einer Straße erinnert. Darauf bezieht sich auch das Motiv Welcome to Los Alamos!, auf dem ebenfalls ein Straßenschild zu sehen ist. Es weist den Weg zum Sicherheitseingang des ehemaligen Forschungsgeländes, dessen Nachbau eine der Sehenswürdigkeiten des National Historical Park ist. Doch nicht alle Motive haben einen so ernsten Hintergrund. Anna Haifisch teilt mit uns auch die Beobachtung, dass man in der Wüste vielerorts riesige Säcke voller Eiswürfel kaufen kann oder einer Pistazie ein überdimensionales Denkmal gesetzt wurde. Auf dem sechsten Blatt En plein air in Santa Fe. sehen wir der Cowboy-Maus dabei zu, wie sie versucht, die Berglandschaft zu malen. Leider finden ihre Werke bei ihrem Publikum nur wenig Anklang, womit wir wieder bei einem von Anna Haifischs Kernthemen angelangt sind – dem Künstlerdasein und seinen Rückschlägen!

Anna Haifisch

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1986 geboren in Leipzig, lebt und arbeitet in Leipzig

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