griffelkunst

Heiter weiter: Anton Henning

Ein Blumenstrauß aus drei Blüten in einer bauchigen Vase, daneben drei stilisierte Früchte. Das Motiv steht auf einem leicht ungelenken Tisch vor einem Fenster und wird in sechs Varianten ausschließlich in den Grundfarben Rot, Gelb und Blau umgesetzt – zunächst auf Umdruckpapier gezeichnet, dann als Lithographien vom Stein gedruckt. Diese Technik ermöglicht dem Maler eine große Leichtigkeit, so dass die Drucke fast wie Originalzeichnungen wirken.

Für die sechsteilige Griffelkunst-Serie wählt Anton Henning ein klassisches Thema: das Stillleben. Mit konzeptioneller Klarheit und sichtbarer Freude an Malerei und Zeichnung variiert er das Motiv und verbindet Tradition mit Gegenwart. Henning arbeitet als Maler nördlich von Berlin in dem kleinen Dorf Manker. Seine Werke erinnern auf den ersten Blick an die Klassische Moderne – an Künstler wie Cézanne, Monet, Matisse, Modigliani oder Picasso. Doch neben diesen Anklängen entfaltet sich eine eigenständige, zeitgenössische Bildsprache, getragen von subtiler Ironie und spürbarer Leichtigkeit. Es geht nicht um Rückschau, sondern um eine lebendige Weiterführung malerischer Traditionen.

Henning greift zentrale Themen der Malerei wie Stillleben, Akt und Porträt auf und befragt ihre heutige Relevanz. Dabei zitiert er nicht, sondern transformiert: Stile werden frei kombiniert, variiert und mit einem Augenzwinkern in die Gegenwart überführt.

In der Griffel Suite (Blumenstillleben mit Früchten) steht nicht ein bestimmter Stil im Mittelpunkt, sondern das Prinzip der Variation selbst. Beschränkt auf die drei Grundfarben entsteht eine Serie spontan wirkender, frischer Stillleben – zeitgenössisch und zugleich im Geist der Moderne.

Alle Abbildungen aus Der Antonyme Salon, Berlin

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