Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst

Portfolio-Interview Nº5 – Michael Pfisterer

Hast Du das Schwarz vom Marmorkuchen abgeschnitten?

Ordnung muss sein. Vielleicht sollte man doch beim Marmorkuchen bleiben.

4% Grau.

Handelt es sich bei diesem Akt um eine Form der Zerstörung?

Ja – wie immer.

Weil was daran nicht auszuhalten ist?

Aushalten kann man immer, aber es ist zu einfach.

Sonnenlicht braucht acht Minuten bis zur Erde.

Was sind denn bitte Minuten?

Ein Zuwachs an Entropie.

Der Elefant kann näher beim Menschen stehen als der Affe. Die Gliederung damals sah auch nur fünf Kategorien vor: Himmelskörper – Menschen – Tiere – Pflanzen – Leblose.

Wer stößt da wen in welche Richtung an? Und ist das Bild dem Modell verwandt oder das Modell dem Bild? – Warte, es geht noch weiter – oder steht dazwischen ohnehin eine unüberbrückba- re Distanz? Geht man davon aus, dass ein System zweierlei Funktion haben kann: Veranschaulichung oder Erprobung, ergibt sich dazwischen dieselbe Lücke.

Um 1970 wurde in New York für 500 mongolische Wüstenrennmäuse ein kybernetisches Modell eines Lebensraums ausgestellt. In einem Glaskasten konnten die Mäuse nach eigenen Bedürfnissen
die angeordneten Aluminium-Kuben hin- und herschieben. Der darüber angebrachte, computergesteuerte Roboterarm stellte gottähnlich ab und an die ursprüngliche Ausrichtung der Quader wieder her.

Was zum Teufel will dieses Modell? Schade, dass es sich um Alu-Kuben gehandelt hat – bei gehäkelten Topflappen hätten sie sich durchgefressen.

Wir halten fest: Materialitäten und Strukturen sind Einschränkungen für die Einen und Möglichkeiten für die Anderen.

Nein – wir versuchen doch alle nur klarzukommen.

Und wie verhalten sich eigentlich Maus und Elefant zueinander.

Im Zweifelsfall wäre es an der Angst gescheitert. Größe ist nicht zu unterschätzen.

Welch grauenhafte Penetranz – mit Realität hat das doch alles nichts zu tun.

Für eine Wiese braucht es Klee und Bienen, und Modelle sind auch nur vereinfachte Bilder von Theorien in einem abgeschlossenen System.

Zur Eröffnung seiner Naturaliensammlung bekam einer unter anderem den Zahn eines Flusspferdes liebevoll verpackt geschenkt.

Jetzt tust Du wieder so, als wäre alles furchtbar nett. Über Schönheit darf man sich aber dann auch nicht beschweren.

Wie war das noch mit dem Axiom oder so?

Die Zahlen bilden ein System von Dingen, welches bei Aufrechterhaltung sämtlicher aufgeführter Sätze zu keiner Erweiterung mehr fähig ist.

Verhältnismäßigkeiten spielen hierbei nicht wirklich eine Rolle.

Du glaubst noch immer an Linearität.

Mitnichten – ich erfreue mich an den Jahreszeiten.

Und an der Geste des Lapidaren.

Und da kommt der Punkt mit dem »Liebevoll«. Man erreicht einen gewissen Grad und dann kann es nicht klarer definiert werden. Es muss ein Bruch kommen, wodurch das bis dahin Konstruierte als solches erkennbar wird. Die liebevolle Lücke.

Ästhetik als liebevolles Wohlgefallen?

Absurd hässlich – wie kann man Ästhetik und liebevoll in einem Satz benutzen?!

Vielleicht, weil liebevoll bedeuten kann, den Blick und seine kompositorische Formung außerhalb von rationalen Anschauungs-Momenten mit Aufmerksamkeit und Sorge zu behandeln. Und das heißt nicht, dass Hässlichkeit hieran keinen Anteil haben kann.

Ach, dieser Glaube an die kompositorische Formung des Blicks und die Vorstellung, dass der Betrachtungsmodus auf das Ding übertragen werden kann… Dieses: der zu untersuchende Gegenstand generiert sich aus dem Versuchsaufbau und jaja, eine objektive Wiedergabe eines Gegenstandes ist durch die zeitgenössischen Kontexte seiner Entstehung und der eigenen Historie geprägt – Jaja, aber der Grieche sagt: Die Zeit und der Himmel traten in dem selben Augenblick ins Dasein, damit sie, wenn sie sich jemals auflösen sollten, zusammen aufgelöst werden können.

Da Du kein Grieche bist – Was machst Du denn dann?

Spazieren gehen.

So so –

So so, der Gedanke der Kategorie also. Ich spüre da eine gewisse –

Ach, was Du schon wieder spürst.

19 Modelle die Welt zu untersuchen, ohne dass eins dem anderen beikommt, oder wie?

1 Ohne Titel (Reproduktion #38), 2008 Laser-Print, 42 x 29,7 cm
2 Modell #329 (Sammlung des Mathematisches Instituts der Universität Göttingen), 2013 Inkjet-Prints, je 68 x 90 cm
3 Ohne Titel, 2012, Inkjet-Print, 60 x 44 cm
4 beyond the garden of cyrus (white), (grey) und (yellow/blue), 2011, C-Prints, je 110 x 74 cm
5 Sammlung Friedrich Schilling (Reproduktion der Original Glasdias), 2008 Laser-Prints, je 42 x 29,7 cm
6 Modell #4 (Ausschnitt), 2010 Inkjet-Print, 64 x 90 cm
7 the pacific coastal forest diorama, 2012 Inkjet-Prints, je 64 x 90 cm
8 Ohne Titel /Fehlbelichtung, 2011 C-Print, 60 x 44 cm
9 Aus: Where bears and wolves the centaurs‘ arrows find (#2), 2013, Inkjet-Prints, je 76 x 60 cm
10 Modell #28–#31 (Sammlung D‘Arcy Thompson, Universität Dundee, Schottland), 2010 Inkjet-Prints, je 76 x 60 cm
11 Modul-System, Atelier 2011
12 Ohne Titel (Reproduktion #54), 2008 Laser-Print, 42 x 29,7 cm
13 Ohne Titel (»Basilisk«, Glasierte Keramik von Kerstin Stoll, 50 x 70 x 60 cm), 2010 C-Print, 80 x 64 cm
14 Himmel, 2012, C-Print, 80 x 64 cm
15 Modell #114 (Universität Hamburg, Fachbereich Mathematik), 2008, C-Print, 80 x 64 cm
16 Aus: As in Light and Vagrant Vision, 2012, Inkjet-Prints, je 42 x 44 cm
17 Ohne Titel, 2012, C-Print, 80 x 64 cm
18 Song Festival Arena Tallinn, 2012, Inkjet-Prints, je 60 x 44 cm
19 Labor #1 und #3, (Field Museum of Natural History, Chicago), 2012, C-Prints, je 80 x 60 cm

Keines der wenigen Gespräche, die ich in meinem Leben geführt habe, wurde mit dem Gefühl der Befriedigung beendet.

– Auch ein billiger Trick.

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