Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst

<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst

Beat Zoderer

C-Reihe / 373. Wahl, I. Quartal 2019

Inkjet-Print
35,0 × 28,0 cm / ca. 27,0 × 20,0 cm

1. Polygon I
2. Polygon II
3. Polygon III
4. Polygon IV
5. Polygon V
6. Polygon VI

Papierqualität: 300 g/qm Museo Portfolio Rag
Drucker: BUCCA I Foto I Grafik I Fine Art Print, Baden, Schweiz

Funkelnde Polygone

von Brigitte Bedei

Das schönste und größte Risiko ist der Aufprall einer Vertikale auf eine Horizontale.
Frantisek Kupka, 1914

»Ich finde das einfach großartig«, erklärt Zoderer, »wie etwas scheinbar Banales zu einem erstaunlichen Ereignis werden kann. Der rechte Winkel ist bei uns so selbstverständlich und normal. Das fand ich bei diesem Zitat so schlagend, dass man diese Banalität, dieses Denkmuster, diese Weltordnung, dass man dem ein unheimliches Erlebnis zuspricht.«

Dieses Erleben, das Poetische, das Wunderbare im Profanen zu entdecken, macht die Kunst von Beat Zoderer erfahrbar. Seine Arbeiten wirken auf den ersten Blick streng geometrisch, häufig werden seine Werke der Konkreten Kunst zugeschrieben, deren Ziel die geometrische Konstruktion und die Erforschung des reinen Zusammenspiels von Form und Farbe war.
Bei genauerer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass das verwendete Material so gar nicht mit den Grundsätzen der Konkreten Kunst vereinbar ist. Zoderer findet seine Materialien in Baumärkten und im Schreibwarenhandel: Bauplatten, Metallbleche, Aktenordner, Gummibänder, Klebebänder, Schaumstoffstreifen und andere Alltagsmaterialien fügt der Künstler zu komplexen, farbigen Bildern, Skulpturen und Rauminstallationen, die oft wie ein ironischer Kommentar auf die von der Konkreten Kunst geforderte Materialgerechtigkeit und der Reinheit von Form und Farbe erscheinen. Genau das konterkariert Zoderer in seinen Arbeiten, indem er zu einem völlig freien Umgang mit Form, Farbe und Raum kommt. Der Künstler verfolgt mit seinen Werken zwar eine Systematik, aber er verfährt nicht in starren Rastern. Vielmehr entwickelt er seine Werke mittels Kombinationen, Schichtungen und Überlagerungen, deren vermeintliche Perfektion er durch verschiedene Eingriffe und Materialien bricht.

Dieser Idee folgt auch die 6-teilige Serie Polygone I–VI, die Zoderer für die griffelkunst entwickelt hat. Diese Arbeit bezieht sich auf geometrische Formen, die aus mehreren Winkeln und Seiten bestehen und die der Künstler im Inkjet-Druck ausgeführt hat. Sie existieren aber auch als Faltungen, Wandobjekte und Skulpturen in Form von polygonen Monolithen und hoch aufragenden Dodekaedern.

Die vielschichtige Kombination und Überlagerung dieser Polygone führt zu unregelmäßigen, körperhaften Formen, die durch ihre Vielfarbigkeit zu funkeln scheinen. In der für die griffelkunst entwickelten, zweidimensionalen Ausführung ergeben die Überlagerungen der Polygone mit einer Farbgestaltung von bis zu 24 Farben in einer Form einen irritierenden räumlichen Aspekt: unweigerlich ist man versucht, die Anzahl der Ecken und Kanten zu ermitteln, herauszufinden, wie viele Flächen der Körper enthält und wie viele Körpernetze generiert werden können. Die Arbeiten provozieren dabei mit einer nicht zu entschlüsselnden inneren Ordnung. Somit scheint es viel reizvoller, der Begeisterung des Künstlers zu folgen und über die Formen und Farbenvielfalt der geometrischen Figuren zu staunen!

Beat Zoderer

wurde 1955 in Zürich geboren. Nach der Ausbildung und Arbeit in verschiedenen
Architekturbüros von 1971 bis 1978 arbeitet er seit 1979 als freischaffender Künstler.
Beat Zoderer lebt und arbeitet in Wettingen (Schweiz) und in Genua (Italien).

Einzelausstellungen
2018 Petrium, Haus der Kunst, Solothurn, Schweiz
Licht & Leere, Neues Museum, Nürnberg
2016 Nagelfluh, Mies van der Rohe Haus, Berlin

Ausstellungsbeteiligungen
2019 redefine Relief, Kunstverein Schwerin
2018 Ausgang offen – Neues aus der Sammlung, kunsthalle weishaupt, Ulm
2017 on with the show, Kunsthalle Nürnberg

Publikationen
New tools for old attitudes, Katalog Haus Konstruktuv, Zürich, Hatje Cantz Verlag, 2008

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