Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst

Regina Relang

Audioguide

C-Reihe / 370. Wahl
II. Quartal 2018

Schwarzweiß-Photographien aus dem Nachlass

Modephotographien 1936–1951
1. Handschuhballett, Paris, 1936
30,2 × 24,2 cm / 21,5 × 20,3 cm
2. Schuhe gehen um einen Baum, Paris, 1936
30,2 × 24,2 cm / 21,5 × 20,3 cm
3. Beim Rennen in Longchamp, 1939
30,2 × 24,2 cm / 26,2 × 17,5 cm
4. Model mit Hut vor Seine-Brücke, Paris, 1951
30,2 × 24,2 cm / 21,8 × 20,2 cm
5. Model mit Hut von Elsa Schiaparelli, Paris, 1951
30,2 × 24,2 cm / 23,5 × 19,0 cm
6 Jacqueline Marsel in Kleid von Elsa Schiaparelli, Paris, 1951
30,2 × 24,2 cm / 23,9 × 20,2 cm

Papierqualität: ILFORD Galerie FB 1K Barytpapier, 255 g/qm, glänzend
Hersteller: Foto Company Altona
Mappe: Archivkarton mit Leinenrücken
Hersteller Mappe: Buchbinderei Thomas Zwang, Hamburg

»Hier geht es nur mit Hut!« Regina Relang photographiert Hüte und Accessoires

von Stephanie Bunk

»Die Geschichte der deutschen Modephotographie im 20. Jahrhundert ist zugleich eine Geschichte der Modephotographin Regina Relang. [...] Ihr Lebenswerk zeichnet ein differenziertes wie facettenreiches (Ab-) Bild der deutschen wie internationalen Entwicklung der Mode und Photographie.«

Mit diesen Worten würdigen Ulrich Pohlmann und Esther Ruelfs das Werk Regina Relangs, das sie 2005 als Retrospektive im Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum gezeigt haben. Über vierzig Jahre hinweg arbeitete die deutsche Photographin für europäische Modehäuser und internationale Magazine. Eine besondere Entdeckung ist auch das Frühwerk Regina Relangs, die als Autodidaktin zunächst auf Reisen photographierte. Ihre Reisephotographie verfolgte sie allerdings so erfolgreich, dass sie diese über die Pariser Bildagentur »Three Lions« der Brüder Löwenherz, die auch den mit ihr befreundeten Photographen Willy Maywald und Robert Capa vertrat, verkaufen konnte. Schon in diesen Bildreportagen aus den 1930er- Jahren wird ihr Interesse an Kleidung als Merkmal und Ausdruck von Kultur sichtbar. Sie photographierte die weiten Röcke von andalusischen Tänzerinnen und Fischer mit karierten Hemden in Nazaré, Portugal. Aber auch
die Welt der Reichen und Schönen war ein gutverkäufliches Genre, etwa die Badenden im Club »Eden Roc« am Cap Antibes. Die Kostüme von Zirkusleuten erweckten ihr Interesse genauso wie die Hüte der Damen im Café auf der Avenue des Champs-Elysées. Gerade für Details von Trachten und Aufmachungen entwickelte sie eine Vorliebe, was ihr sicher entgegenkam, als auch die Mode und die Modezeitschriften als Folge der kriselnden Wirtschaft sich auf die Vermarktung von Accessoires besannen. Aus dieser Zeit stammen zwei der schönsten Motive Relangs, die den Auftakt der Griffelkunst-Edition bilden: Das Handschuhballett (veröffentlicht u.a. 1937 in der amerikanischen Ausgabe der Zeitschrift Vogue) und Schuhe gehen um einen Baum, beide aufgenommen in Paris im Jahr 1936. Die Photographien zeugen von der spielerischen Leichtigkeit, mit der Relang aus der Not eine Tugend machte: Die Handschuhe werden kurzerhand zu Protagonisten, genauso wie die Schuhe. Ohne ihre Trägerinnen entwickeln die Dinge ein Eigenleben, das die Motive surreal wirken lässt. Charakteristisch für die Zeit ist auch, dass nicht nur im Studio photographiert wurde, sondern die Stadt bzw. der Himmel über der Stadt zur perfekten Kulisse wird. Die perfekte Kulisse und eine große Auswahl an Hüten boten auch die berühmten Pferderennen in Auteil und Longchamp. Sie begründeten ein eigenes Genre der Gesellschaftsphotographie, das Relang ebenfalls bediente. Sie verbindet darin ihr Interesse an der erzählerischen und beobachtenden
Photographie mit den Ansprüchen an ein Modephoto. Ihre Modelle findet sie vor Ort, wie die Dame von Motiv C3, deren Designer-Hütchen bestimmt für Aufsehen gesorgt haben wird. Auch die drei weiteren Aufnahmen aus dem Jahr 1951 sind dem Accessoire bzw. dem modischen Detail gewidmet.
Wahrend Motiv C4 unter freiem Himmel am Ufer der Seine entstanden ist, schließen zwei Innenaufnahmen eines Hutes und eines Kleids der berühmten Modeschöpferin Elsa Schiaparelli die Serie ab. Die Schwarzweiß- Abzüge auf Baryt-Papier sind nach digitalen Aufnahmen der Originalnegative aus dem Nachlass in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums entstanden.

Auch wenn Regina Relangs Hut-Photos »zum Spektakulärsten gehören, was in diesem Genre je gezeigt wurde«, wie Andrea Diener anlässlich der Ausstellung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schrieb, hat sie selbst nur einmal in ihrem Leben einen Hut getragen. Und das auch nur widerwillig, nachdem sie auf dem Rennen von Longchamp einen Zettel zugesteckt bekam: »Hier geht es nur mit Hut!« Ob an diesem Tag das Photo entstanden ist, das wir nun als Edition anbieten, ist allerdings nicht überliefert.

Regina Relang wurde als Regina Lang 1906 in Stuttgart geboren. Nach ihrem Studium der Malerei in Stuttgart und Berlin ging sie 1932 als Malerin nach Paris, um dort ihr Studium fortzusetzen. Sie entdeckte dort die Photographie für sich und veröffentlichte erste Bildreportagen.
Ab 1936 arbeitete sie unter dem Namen Relang und photographierte verstärkt auch Mode für Magazine wie Die Dame, die neue linie und die französische, englische und amerikanische Vogue, die sie 1938 unter Vertrag nahm. Nach ihrer Übersiedelung nach München 1947 arbeitete sie für die deutsche Nachkriegszeitung heute und avancierte zu der führenden Modephotographin Deutschlands. Ab 1952 berichtete sie von den Haute Couture Modeschauen in Paris, Florenz und Mailand für alle großen deutschen Modezeitschriften.
Ihr Werk wurde prämiert, ausgestellt und in Buchform veröffentlicht.
Relang starb 1989 in München.

Esther Ruelfs, Ulrich Pohlmann: Die elegante Welt der Regina Relang. Mode- und Reportagefotografien, Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2005

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