Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst

Anna Möller

Audioguide

C-Reihe / 372. Wahl
IV. Quartal 2018

Inkjet-Print
53,0 × 70,0 cm / 33,0 × 50,0 cm

1. ohne Titel #1
2. ohne Titel #2
3. ohne Titel #3
4. ohne Titel #4
5. ohne Titel #5
6. ohne Titel #6

Papierqualität: 230 g/qm Brilliant Supreme InkJet Matte
Drucker: PIGLAB, Hamburg

Fragment und Brückenschlag

von Jens Asthoff

In ihrem Werk ist Anna Möller dem Unfixierten auf der Spur, ihre Ausstellungen sind offene installative Situationen mit spezifischen Material- und Bildkombinationen. So zeigte sie etwa in der Galerie Karin Günther 2016 elf gerahmte Photographien in einer Konstellation fragiler, weißer Porzellanobjekte, die auf transparenten, teils ineinandergeschobenen Plexiglas-Kuben wie frei schwebend präsentiert waren. Selbst Bruchstücke, Porzellanstaub und Fingerabdrücke auf den transparenten Displays benannte Möller noch als Werkbestandteil. Eine Aufmerksamkeit für Fragment und Übergangszustand, die symptomatisch für ihr skulpturales Denken ist und die sich auch in ihren collagebasierten Fotoarbeiten abzeichnet.

Für die griffelkunst hat Anna Möller eine Edition von sechs solchen Photoarbeiten geschaffen. Sie zeigen jeweils Arrangements aus unterschiedlich großen, schwarz-weißen und teils auch farbigen Photoprints und weißen Papieren. Letztere setzt sie als Leerflächen ein, die wie visuelle Pausen zwischen den Abzügen geschaltet sind. Alles ist lose neben-, teils auch übereinandergelegt, zeugt so vom offenen Bildprozess. Das Gefüge der Papiere trägt durch Linien- und Schattenbildung eine minimale Raumtiefe und auch zeichnerische Struktur sowie ein nuanciertes Kolorit diverser
Weißtönungen ins Bild ein.

Möller arbeitet für ihre Collagen mit einem digitalen Bildarchiv. Seit Jahren sammelt sie teils selbst photographierte Szenen – sie nennt das »gefundene Situationen« –, photographiert aber auch Bilder aus Magazinen, Büchern oder von Plakatwänden. Motivisch ist das ausdrücklich disparat:
Landschafts- und Architekturansichten tauchen auf, Interieurs, Mode, oft bloß Linien und Muster – auf Gebäuden, in Gewebe oder im Fels. Menschen sind selten zu sehen, wenn, dann meist unkenntlich, ins Strukturelle, Objekt- und Körperhafte entrückt. Insgesamt Darstellungen, die wirklichkeitsgesättigt, aber kaum je konkret zu verorten sind. In den Bildgefügen, die an Warburg‘sche Analogiebildungen denken lassen, stellt Möller Verknüpfungen vor allem über formale Aspekte wie Linienführung, Gewichtung, Rhythmik zwischen Motiv und Leere her – minimalistisch-assoziative
Schwebezustände. Möller wählt die Motive auch inhaltlich ganz bewusst aus, entscheidend sind für sie jedoch das Zusammenspiel und eine Bildlektüre, die insgesamt stärker ins Offene führt.

Während der Vorbereitung zu einer solchen Serie liegen die Bilder des Archivs praktisch überall im Atelier herum, Möller umgibt sich regelrecht damit – und oft sind sie auch Inspiration für skulpturale Werke. Ihre Auswahl arrangiert sie dann auf einem großen Ateliertisch mitsamt den Papieren zu einem einzigen, in sich zusammenhängenden motivischen Feld. Man sieht es den Photoarbeiten nicht sofort an, doch tatsächlich handelt es sich bei ohne Titel #1–#6 um Ausschnitte aus einem Gesamtensemble. Wer genau hinschaut, findet »Anschlussstellen«, etwa das angeschnittene Farbphoto vom Gesicht einer Frau links unten in ohne Titel #3, das auch in ohne Titel #4, nun rechts oben zu sehen ist und dort in einem ganz anderen Kontext agiert.

Anna Möller
1980 geboren in Hamburg
lebt und arbeitet in Hamburg
2005–2008 Pudelkollektion im Golden Pudel Club, Hamburg zusammen mit Hannes Loichinger
2003–2009 Studium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg
2007–2008 Reisestipendium Tel Aviv, Neue Kunst in Hamburg e.V.
2010 Villa Romana Preis, Aufenthaltsstipendium in Florenz (K)
2012 Karl Schmidt-Rottluff-Stipendium

Ausstellungen
2017 Belong anywhere, ACUD u.a. Orte,Berlin
2016 Galerie Karin Günther, Hamburg (E)
Karl Schmidt-Rottluff Stipendiaten, Kunsthalle Düsseldorf (K)
2012 Supplica per un‘Appendice, Villa Romana, Florenz, Italien
2011 Galerie Cinzia Friedlaender, Berlin (E)

Publikation
Object, hide, Textem Verlag 2008

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