Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

Zilla Leutenegger

C-Reihe / 369. Wahl
I. Quartal 2018

Lithographie

1. Sternwarte
30,5 × 22,0 cm
2. Graceland
42,5 × 26,5 cm
3. Zick Zack
30,5 × 21,0 cm
4. Zur Zinne
32,5 × 34,0 cm
5. Bühne
24,0 × 34,0 cm

Papierqualität: 270 g/qm Rives Bütten
Drucker: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich

Träume von Räumen

Die Schweizer Künstlerin Zilla Leutenegger arbeitet mit Installationen, in denen sie Zeichnungen mit Skulpturen und Projektionen verbindet und somit das zweidimensionale Bild in den Raum und in die Bewegung hinein erweitert. Aktuell interessiert sich die Künstlerin für Räume, in denen sie lebt oder gelebt hat und dafür, wie man sich diese mittels Erinnerung wieder aneignen kann. Warum Räume immer wieder Gegenstand ihrer künstlerischen Arbeit sind, erläutert Zilla Leutenegger in folgendem Interview, das Brigitte Bedei per E-Mail mit der Künstlerin führte.

griffelkunst: Mit Z hast Du ein Alter Ego kreiert, eine Kunstfigur, die wir häufig in Deinen Installationen beobachten können, meistens beim Verrichten verschiedener, sich wiederholender Tätigkeiten. Was hat es mit dieser Figur auf sich?

Zilla Leutenegger: Sie ist Exempel für Figur in Relation zum Raum. Meist führt sie eine banale Tätigkeit aus, ist oft im Loop gefangen, da es sich in meiner Arbeit nicht um eine Narration oder ein Drama handelt, sondern um Bewegungsstudien. Mit dem bewegten Bild kann ich den Faktor Zeit mit in die Arbeit einbinden.

griffelkunst: In der Arbeit Münchner Wohnung, die in der Pinakothek der Moderne in München zu sehen war, zeigst Du einzelne Räume einer Wohnung: Küche, Bad, Bibliothek, Korridor. Überhaupt sind in Deinen Arbeiten häufig Wohnräume oder auch einzelne Möbelstücke zu sehen, in denen Z interagiert und wo der Museumsbesucher zum geladenen Gast wird. Was fasziniert dich an diesen Zimmern, und warum sind sie immer wieder Gegenstand Deiner künstlerischen Arbeit?

Zilla Leutenegger: Georges Perec hat in seinem Buch Träume von Räumen geschrieben: Das Thema dieses Buches ist nicht eigentlich die Leere, sondern vielmehr das, was drum herum oder darin ist. Zu Anfang allerdings ist da nicht viel: so gut wie nichts, nichts Greifbares, praktisch nur Unstoffliches:
Ausdehnung, Außenwelt, das, was außerhalb von uns ist, das, in dessen Mitte wir uns bewegen, die Umwelt, der Raum ringsum..Oder Henri Michaux hat einmal geschrieben: Ich schreibe, um durch mich hindurchzustreifen.. Nun, ich könnte es so sagen, ich arbeite mit meinen Räumen, um durch mich hindurchzustreifen. Ich bestehe aus allen Wohnungen, in denen ich lebe und gelebt habe. Meine Räume interessieren mich im Sinne von Perecs Ausdehnung – momentan beschäftige ich mich zum Beispiel mit einem Haus in Davos, das meiner Familie mütterlicherseits gehörte. Als Kind habe ich einmal darin gewohnt, habe jedoch nur noch vage Erinnerungen daran. Die treibende Kraft ist, dass ich mir Räume durch Erinnerung – in diesem Falle – wieder aneignen kann.

griffelkunst: Für die griffelkunst hast Du eine Serie von fünf Graphiken entwickelt, auf denen ausschnitthaft eine fiktive Treppenhausansicht aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen ist. Du musstest Dich in der Werkstatt von Thomi Wolfensberger auf eine Technik reduzieren, die Lithographie. Wie verlief die Zusammenarbeit?

Zilla Leutenegger: Es ist eine sehr vertraute Arbeitsweise. Deshalb war es mir wichtig, die Edition gemeinsam mit Thomi Wolfensberger umzusetzen. Ich begann im Dezember mit dem Treppenzeichnen. Die Zeichnungen brachte ich dann mit in die Druckerei, um sie dort zueinander zu setzen und direkt auf den Stein zu zeichnen. Da habe ich auch entschieden, welche Treppen zu den fünf Auserwählten gehörten. Es ging mir darum, fünf verschiedene Charaktere von Treppen zu zeigen:
Die Modellierte: Zick Zack
Die Flache: Sternwarte
Die Leere: Bühne
Die Dramatische: Zur Zinne
Die Romantische: Graceland

Das Zeichnen auf den Stein ist eine sehr schöne und konzentrierte Arbeit. Nur unter solchen Umständen, wie sie an der Eglistraße in Zürich bestehen, kann eine solche Arbeit entstehen. Mit Thomi Wolfensberger an der Seite kann ich in Ruhe die zeichnerische und inhaltliche Arbeit durchführen.
Mit der Technik geht es dann Hand in Hand seinen Weg.

 

 

Zilla Leutenegger wurde 1968 in Zürich geboren. Nach dem Besuch der Textilfachschule in Zürich arbeitete sie fünf Jahre lang im Einkauf für Damenoberbekleidung. 1995–99 folgte das Studium an der Hochschule für bildende Künste in Zürich. Seit 1996 sind die Arbeiten von Zilla Leutenegger in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. U.a. 2016 im Bündner Kunstmuseum, Chur; 2015 Pinakothek der Moderne, München; 2014 Museum Morsbroich, Leverkusen. Seit 1998 wird die Künstlerin von der Galerie Stampa in Basel und Peter Kilchmann in Zürich vertreten.
Zilla Leutenegger lehrt an der ETH Zürich im Bereich Kunst und Architektur.
Die Künstlerin lebt und arbeitet in Zürich.

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