Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

Katharina Hinsberg

A-Reihe / 369. Wahl
I. Quartal 2018

Papierbohrungen
70,0 × 50,0 cm
Perceiden (P_18 / I–V)
1. I
2. II
3. III
4. IV
5. V

Papierqualität: 120 g/qm Dorée, naturweiß
Herstellerin: Atelier Katharina Hinsberg

Raumbilder

von Brigitte Bedei

Linie und Schnitt bestimmen das zeichnerische Werk von Katharina Hinsberg, die auf vielschichtige Weise den Begriff der Zeichnung erweitert und dessen Auswirkung auf den Raum untersucht. Durch ihre vielfältigen Verfahren befragt die Künstlerin Bedingungen, Möglichkeiten und Bezüge der Zeichnung. Ausgehend von der Handzeichnung erfolgt immer eine anschließende Bearbeitung, etwa indem Hinsberg diese als Negativ- oder Positivform mittels Messer aus dem Papiergrund entfernt oder als Loch per Bohrung in einen anderen Bildträger überführt. So schafft sie Scherenschnitte
und plastische Gebilde bis hin zu beeindruckenden Rauminstallationen, die auf Papierkonstellationen beruhen.
Auch das Bohren versteht die Künstlerin als zeichnendes Verfahren, welches sich nicht auf dem Papier abzeichnet, sondern in den Bildträger einzeichnet. Die Vorzeichnung für die Werkgruppe Perceiden, die erstmals 2008 im Kunstmuseum Stuttgart als Wandarbeit realisiert wurde, entwickelte Hinsberg beispielsweise mit dicken Graphitminen auf Papier. Die gezeichneten Linien wurden später punktuell per Bohrung durch das Blatt in die Wand übertragen. Der Linienverlauf der Zeichnung wird durch die Bohrlöcher interpretiert: der Durchmesser des Bohrers entspricht der Linienbreite, der Abstand der Bohrungen der Dunkelheit und Dichte der gezeichneten Linien.

Für die griffelkunst hat Katharina Hinsberg die Werkgruppe der Perceiden fortgeführt und eine Serie von fünf Papierarbeiten entwickelt, in denen sich das Motiv ebenfalls aus Bohrungen generiert. Im folgenden Text beschreibt sie assoziativ ihr Vorgehen bei der Produktion der Auflage:

»Ich übersetze und vervielfältige eine Handzeichnung, indem ich ihre Linien als eine Folge von Punkten mit einem Bohrer in einen darunterliegenden Stapel von Blättern übertrage. Die Linien zerfallen in Einzelheiten und zwischen den punktuellen Löchern entstehen Abstände und Zwischenräume. Pausen.
Diese Löcher sind Sicht- sind Stichstellen. Ist das Bild dann da, wo die Löcher nicht sind? Das Papier wird porös und durchlässig. Ansicht und Kehrseite werden sich (einerseits/andererseits) entsprechen und lassen sich – ebenbildlich – wenden.
Als Lochpause tritt die gebohrte Abbildung von ihrer gezeichneten Vorlage so weit zurück, dass sich das Motiv als beides zeigt: als etwas Gemachtes und als etwas, das sich – als Bild, in Abwesenheit – nur andeutet, in Pausen, Löchern und Zwischenräumen. Das Bohren ist ein zeichnendes Verfahren, welches sich nicht auf-, sondern (durch und durch) einzeichnet. Aber das Bild ist nicht da, es erscheint nur so und entsteht in der Differenz zwischen Gedachtem und Gemachtem.
Ein Loch, gesetzt, markiert und wird bestimmt, ist und ist nicht. Es stiftet Position und steht in einem Zusammenhang, der sich dann, von Punkt zu Punkt, wie Nachtschrift, blind, wieder als Linie lesen lässt. So erhält ein Bild Durchlass, zwischen Pausen und Löchern, durch etwas hindurch, das nicht vorhanden ist.«

Katharina Hinsberg, geboren 1967 in Karlsruhe, lebt und arbeitet auf der Raketenstation Hombroich bei Neuss
1989–1996 Studium der bildenden Kunst in München, Dresden und Bordeaux
2003–2009 Professur für Zeichnen an der Hochschule für Künste Bremen
seit 2011 Professur für konzeptuelle Malerei an der HBKSaar, Saarbrücken

Ausstellungen
2018 Zeit – Zeichnen, Galerie Werner Klein, Köln
2016 Zeichnungsräume, Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, Hamburg (K)
2015 Itinerar, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (E, K)
Feldern (Farbe), Kunsthaus Baselland, Basel (E)
2014 ajouré, Museum Goch, Goch (E)

Publikation
Sequence: Drawings 1–117, Jochen & Laura Kienbaum (Hrsg.), Köln 2018

© Griffelkunst e.V. 2018 Alle Rechte vorbehalten! Impressum Datenschutz