Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

Almut Hilf

C-Reihe / 374. Wahl, II. Quartal 2019

Inkjet-Print
42,4 × 31,7 cm / 36,0 × 25,7 cm
berührt, geführt

1. berührt, geführt (6)
2. berührt, geführt (3)
3. berührt, geführt (7)
4. berührt, geführt (10)
5. berührt, geführt (4)
6. berührt, geführt (13)

Papierqualität: 230 g/qm Brilliant Supreme InkJet Matte
Hersteller: PIGLAB, Hamburg

Alles ist in Allem enthalten

von Stephanie Bunk

“Ich arbeite mit Architekturen als Akteuren von Kommunikation und gesellschaftlichen Prozessen. Mich interessiert an räumlichen Situationen ihr virtuell kommunikatives Verhalten. Während wir im alltäglichen Gebrauch Architektur meist beiläufig als immobiles Gegenüber wahrnehmen, beeinflusst sie, wie wir uns in ihr bewegen, was wir sehen, was wir nicht sehen. Wir sind Zuschauer und Mitspieler. Wände: mal Widerstand, mal Rückhalt, mal Wegbegleiter, mal Begrenzung.”
Almut Hilf

Architektur spielt in den Arbeiten von Almut Hilf eine zentrale Rolle: Ihre Papierarbeiten zeigen abstrakte räumliche Konstellationen, die sich auf historische, meist verschwundene Orte beziehen. Dabei interessiert die Künstlerin vor allem die Interaktion zwischen Raum und Mensch, das Gestalten von Prozessen und das Lenken von Wahrnehmung. Die Serie berührt, geführt ist Teil der Werkgruppe Denken im Bestand, an der die Künstlerin bereits seit drei Jahren arbeitet. Ausgangspunkt sind hier drei Photographien eines leeren, unspezifischen Raumes. Aus Photokopien dieser Photographien isoliert die Künstlerin sichtbare Elemente und freie Formen, die sie zu immer wieder neuen analogen Tableaus zusammenfügt. Diese Fragmente der Kopien werden dabei lose zueinander in Beziehung gesetzt und immer weiter verschoben. Am Ende dieses Prozesses wird die entstandene, höchst fragile Collage photographiert und erst dadurch endgültig fixiert. Durch das Arbeiten mit Photokopien nimmt Almut Hilf auch auf die Geschichte des Abbildens von Räumen und die Geschichte der (Architektur)-Photographie Bezug. Sowohl die ortsbezogenen Installation ihrer Arbeiten, als auch das Künstlerbuch sind ihre bevorzugten Medien. Blick- und Blätterbewegungen in einem Buch werden als Bewegungen in architektonischen Räumen beschrieben und mit Hilfe von Grundrisszeichnungen veranschaulicht.

Strategien der Wiederholung und Variation sind zentral für Almut Hilfs gestalterisches Vorgehen. In der wiederholten Abwandlung desselben Materials zeigt sich der gerüsthafte Charakter der Architektur, der immer wieder neu mit Leben gefüllt werden muss. Eine Voraussetzung für die Wahrnehmung von Architektur ist Bewegung im Raum, ein Sehen in Bewegung. Am Beispiel eines Raumes entwickelt die Künstlerin ein bildnerisches Vokabular räumlicher Situationen ausgehend von nur einem Raum, der immer wieder die Frage stellt, wie Raum im Bild wahrgenommen wird. Die einzelnen Motive erinnern an Formeln oder Figuren, die in abgewandelter Form auftauchen und sich zu neuen Konstellationen verdichten. Körper werden im Raum platziert, Wände verrückt und die Wahrnehmung verändert und verunsichert. Die Entstehung der Bilder ist für den Betrachter spürbar, und er ist herausgefordert, sich im Bild zu orientieren. Die Künstlerin setzt dadurch in ihren Bildräumen dem bloßen Schauen etwas entgegen, das sowohl die Genese des Bildes zum Gegenstand hat, als auch den Wahrnehmungsprozess des Betrachters reflektiert.

Die Motive der Edition bilden nur den Anfang einer Serie, die Almut Hilf fortführen wird. Weitere Arbeiten aus der Serie berührt, geführt zeigt sie im Kunstraum Seilerstraße.

Almut Hilf

geboren 1980 in Heidelberg, lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte Kunstgeschichte an den Universitäten Karlsruhe und Florenz sowie Bildende Kunst an der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig. Masterabschluss an der HFBK Hamburg 2016. Aktuell ist sie Arbeitsstipendiatin der Stiftung Kunstfonds, Bonn für 2019. 2017 war sie in der Ausstellung Künstlerbücher. Die Sammlung in der Hamburger Kunsthalle vertreten. 2016 erhielt sie den Internationalen Marianne Brandt Preis. 2018 erschien ihr Künstlerbuch Figuren in voller Ausrüstung betreten das Zimmer.

© Griffelkunst e.V. 2019 Alle Rechte vorbehalten! Impressum Datenschutz