Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst

Gerrit Frohne-Brinkmann

A-Reihe / 370. Wahl
II. Quartal 2018

Polaroid in Pergaminhülle und Druckverschlussbeutel
10,4 × 10,2 cm

Mammuthus primigenius
1. Mammuthus primigenius
2. Mammuthus primigenius
3. Mammuthus primigenius
4. Mammuthus primigenius
5. Mammuthus primigenius

Die Serie erhalten Sie in einer vom Künstler gestalteten Box.

Papierqualität: Polaroid Spectra
Hersteller: Gerrit Frohne-Brinkmann

There’s life in the mammoth yet

von Stephanie Bunk

Gerrit Frohne-Brinkmanns künstlerische Strategie ist schwer zu fassen, sein Werkbegriff ist offen und dynamisch. Jede seiner Ausstellungen konfrontiert den Betrachter mit Unerwartetem. Man trifft auf fleischfressende Pflanzen, Steinzeitmenschen, Mumien oder knutschende Paare. Oder man findet sich am Film-Set von Jurassic Park wieder. Oder man begegnet dem Künstler selbst im Rahmen einer seiner Performances, in denen er die Grenzen zwischen Kunst und Unterhaltung befragt. Was seine Arbeiten untereinander verbindet ist das Spiel mit der Illusion und der Desillusion, denn die sich küssenden Pärchen entpuppen sich als Singles und als Pappaufsteller. Auch die ausgestellten Mumien sind nicht authentisch. Sie sind ihren Vorbildern nicht einmal täuschend ähnlich, denn um die perfekte Täuschung geht es dem Künstler nicht. Er lässt sich gerne in die Karten gucken, zeigt Patente von Zaubertricks und Risse im Pappmaché, aus dem die Steinzeitmenschen hergestellt sind. Er agiert als Magier und Aufklärer, indem er Elemente der Unterhaltungs-Show und des Theaters in die Dimensionen des Alltags und des Alltäglichen übersetzt.

Für seine Edition hat Gerrit Frohne-Brinkmann verschiedene Mammuts mit einer Polaroid-Kamera photographiert. Er zeigt Momentaufnahmen aus dem Leben des längst ausgestorbenen Tieres. Man sieht es beim Kampf gegen die Naturgewalten, den Kopf in die Höhe reckend oder als Junges an der Seite seiner Mutter; man folgt seinen ersten Schritten allein in der Ödnis. In Motiv A2 kommt man dem Wollhaarmammut besonders nahe und kann sogar Blickkontakt mit dem Wesen aufnehmen, das bereits vor über 32.000 Jahren in Zeichnungen in der Chauvet-Höhle in Südfrankreich festgehalten wurde. Schon während der frühesten Entwicklungsstufen des Homo sapiens erscheint das Mammut als bedeutendes Motiv menschlicher kultureller Errungenschaften. Dennoch wurde es mit der Ausbreitung des Menschen und dem gleichzeitigen Ende der letzten Eiszeit immer weiter verdrängt, bis das Mammut vor etwa 10.000 Jahren ausstarb. Doch nun kehrt das Mammut zurück! Es taucht immer öfter gut erhalten aus dem schwindenden Permafrostboden auf, wo es konserviert die Zeit überdauert hat. Bald schon könnte es möglich sein, die Tiere aus diesen Funden zu klonen. Und auch in der Unterhaltungsindustrie, in Filmen wie Ice Age, lebt das Mammut weiter und erfreut sich großer Beliebtheit und ungebrochener Faszination.

Gerrit Frohne-Brinkmann lässt das Mammut in seiner Griffelkunst-Edition auferstehen. Dazu bedient sich der Künstler mit dem Sofortbild einer Technik, der in Analogie zum Mammut das eigene Verschwinden bereits eingeschrieben ist. Das Polaroid führt dabei eine Art Eigenleben: Das photographierte Tier tritt langsam aus dem Nichts hervor und erscheint erst vollständig bei Abschluss der Entwicklung. Da die Photo-Chemikalien im Polaroid verbleiben, macht die Entwicklung an dieser Stelle jedoch nicht Halt, sondern verläuft als schleichender Prozess innerhalb des Bildes weiter. Im Laufe der Zeit könnte die Abbildung durch den fortlaufenden Entwicklungsprozess und andere, äußere Einflüsse so stark nachdunkeln, dass sie nach und nach verschwindet. Möchte man diesen Prozess verlangsamen, empfiehlt sich die kühle und dunkle Lagerung des Polaroids, z.B. im Kühlschrank, weshalb der Künstler seine Edition vorsorglich in Druckverschlussbeuteln anbietet. In Analogie zu den überdauernden Mammutkörpern im Permafrostboden besteht so zumindest die Hoffnung, dass das Erscheinungsbild der Edition und damit die Erinnerung an das Mammut bewahrt werden kann.

Gerrit Frohne-Brinkmann, geboren 1990 in Friesoythe, studierte von 2009 bis 2015 bei Andreas Slominski und Ceal Floyer an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Im April 2016 war seine Performance Fossil Feast im Hamburger Kunstverein sowie seine erste Einzelausstellung What I claim as new in der Jürgen Becker Galerie zu sehen; auf der Art Cologne 2016 gewann er den Art Cologne Award for New Positions; 2017 folgten das Follow Fluxus Stipendium des Nassauischen Kunstverein Wiesbaden und das Bremerhaven-Stipendium.
Einzelausstellungen
2018 Dr. Perversi , Caletta, Zürich
Cave Art Comeback, Kunsthalle Bremerhaven
Schmutzige Papageien, Galerie Noah Klink, Berlin
2017 VG-Award, Kestner Gesellschaft Hannover
WE HAVE A T-REX, Artothek, Köln
A New Low, Stadtmuseum Oldenburg

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