Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets</p>

Im Atelier von Anja Tchepets

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Ellen Möckel

B-Reihe / 367. Wahl
III. Quartal 2017

Lithographie

How does it make you feel?

1. ohne Titel, 55,0 × 76,0 cm
2. ohne Titel, 55,0 × 38,0 cm
3. ohne Titel, 55,0 × 76,0 cm
4. ohne Titel, 55,0 × 76,0 cm
5. ohne Titel, 55,0 × 76,0 cm
6. ohne Titel, 55,0 × 38,0 cm

Papierqualität: 250 g/qm Alt Meißen
Drucker: Thomas Franke, stein_werk, Werkstatt für Lithographie, Leipzig

Gefühle im Zeitalter ihrer digitalen Produzierbarkeit

von Stephanie Bunk

E: »How does it make you feel?«

D: »Well, it‘s very easy to say these things in your presence.«
A: »I’m disappearing.«
D: »I will protect you in my arms.«
A: »I’m feeling very rich right now.«
D: »I will be your anchor.«
A: »I really think, I should quit smoking.«

Von Ellen Möckel veränderte Verse aus dem Songtext How does it make you feel?

Die Edition ist Teil eines dreiteiligen Projektes der Künstlerin Ellen Möckel, inspiriert von dem Song How does it make you feel? der französischen Band AIR. Beide handeln von der verkappten Kommunikation zwischen einer digitalen und einer analogen Welt und von der Parallelwelt, in die man eintritt, sobald mit einer virtuellen Person über einen Computer kommuniziert wird. Die Unsicherheit darüber, ob man etwas richtig übersetzt und verstanden hat, bringt neue Symbole und Zeichen hervor und verändert grundsätzlich den Umgang mit Sprache und Bildern. Die Probleme in der Kommunikation überträgt die Künstlerin in den Bereich der Bilder. Motivfetzen tauchen auf und wieder ab: die Hand von Mickey Maus winkt – mit der Hand surft man auch mit der Maus durchs Netz –, Schwimmreifen, Nackenrollen – wieso Nackenrollen?, Kabelstränge, Schrift, unleserlich… Zeichen wabern, Bilder überlappen, Räume entstehen aus streng konstruierten Linien und Flächen nur, um sich gleich wieder aufzulösen. Als Betrachter versucht man das Puzzle zu lösen, doch das Bild lässt sich nicht in einen starren Rahmen zwängen, es bleibt unabgeschlossen, prozesshaft und assoziativ.

Ellen Möckel findet zu einer Form der Übersetzung von digitaler Kommunikation durch die Bewegung im Stein und von Stein zu Stein. Fast schon filmisch und dreidimensional inszeniert sie Perspektivwechsel von einem Motiv zum nächsten in einer Art Kreisbewegung und findet damit ein Bild für das Rotieren von Gedanken und Bildern im Kopf oder auf dem Bildschirm. Um die Wirkung einer Gedankenspirale oder eines Bilderwirbels zu erzielen, stehen die einzelnen Drucke der Serie in einer genau kalkulierten Beziehung zueinander, die an das Neben- und Übereinander von offenen Fenstern auf einem Bildschirm erinnert: Jedes Motiv eröffnet einen eigenen kleinen Kosmos und bleibt doch über die Technik, über wiederkehrende Elemente und vor allem über die Farbe mit den anderen verbunden. Insgesamt 16 Steine in verschiedenen Größen hat die Künstlerin bearbeitet und in Leipzig mit Thomas Franke zusammen gedruckt, wobei das Farbspektrum durch zahlreiche Verläufe noch erhöht wurde. Auf einer Grundzeichnung in schwarz streben die Farben in den Vordergrund: ein kaltes Industrieblau, Kupfer, die Farben der Leitungen und der Platinen, und leuchtendes Orange und Neonpink im Zentrum. Virtuos widmet sich die Künstlerin einem so aktuellen Thema wie der digitalen Kommunikation in einem so althergebrachten und im wahrsten Sinne des Wortes schwerfälligen Medium wie der Lithographie. Ihre Bildsprache verbindet Elemente des Graffiti, des Comic und der Collage, sowie analoge und digitale Strukturen miteinander. Man erkennt an dem freien und innovativen Umgang mit der alten Technik und der hohen Präzision, mit der sie die Steine einsetzt, dass Ellen Möckel sich neben der Malerei auch intensiv mit der Lithographie beschäftigt.

Ellen Möckel, geboren 1984 in
Rostock, lebt und arbeitet in Berlin.

2006–2013 Studium an der Hochschule für Graphik und Buchkunst, Leipzig
2004–2006 Design- und Architekturstudium an der Hochschule Wismar
2017 DAAD-Stipendium für London
2011 Erasmus-Stipendiumsaufenthalt bei Niels Borch Jensen in Kopenhagen

Ausstellungen
2017 How does it make you feel?, Lagerbox, Leipzig (E)
2016 Belgrade Encounters, Faculty of Fine Arts – Center for Graphic Arts and Visual Researches, Belgrad
Spring Exhibition, Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen
2015 Impress, Museum für Druckkunst, Leipzig
The Bay, Stadtbad Leipzig (E, K)
2014 XVII. Dt. Internat. Graphik-Triennale Frechen, Kunstverein Frechen

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