Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst

Paul Citroen

B-Reihe / 375. Wahl
III. Quartal 2019

Schwarzweiß-Photographien aus dem Nachlass

Menschen im Spiegel, Porträts 1924–1941
1. Modell, 1929
30,4 × 24,3 cm / 24,0 × 17,0 cm
2. Doppelporträt (Hans IJzerman und Mijke Greve), ca. 1930
30,4 × 24,3 cm / 24,0 × 17,0 cm
3. Annelies, 1934
30,4 × 24,3 cm / 24,0 × 18,2 cm
4. Marianne Breslauer auf dem Boot nach Breskens, 1924–1941
24,3 × 30,4 cm / 17,0 × 24,0 cm
5. John Fernhout und Paul Citroen im Spiegel, Amsterdam 1929
30,4 × 24,3 cm / 24,0 × 16,7 cm
6. Wilma Jeuken, 1924–1935
30,4 × 24,3 cm / 24,0 × 17,2 cm

Papierqualität: 225 g/qm, ILFORD Galerie FB 1K Barytpapier, glänzend
Hersteller: Fotocompany Altona
Mappe: Archivkarton mit Leinenrücken
Hersteller Mappe: Buchbinderei Thomas Zwang, Hamburg

Der Maler Paul Citroen als Photograph

von Stephanie Bunk

Zum Bauhausjubiläum freuen wir uns, Ihnen auch einen Bauhaus-Künstler in unserer Serie Klassiker der Photographie vorstellen zu können. Paul Citroen studierte von 1922 bis 1924 am Bauhaus, wo er vor allem ein Anhänger von Johannes Itten wurde. »Bei ihm habe ich zum ersten Mal das Wesen des Zeichnens begriffen, nämlich, dass eine Zeichnung nicht eine Nachahmung der Natur zu sein hat, sondern dass sie nur der Natur des Materials gemäß wirken muss. Das war für mich von großer Bedeutung.«, erinnerte sich Citroen 1971 im De Telegraaf. Er hatte schon zuvor eine Ausbildung im Bereich Malerei und Plastik absolviert und früh Kontakt zur Künstlergruppe Der Sturm, deren offizieller Vertreter er 1917 wurde. Seine eigene Malerei ließ er zunächst ruhen und wurde stattdessen Buch- und Kunsthändler. 1918 beteiligte er sich an der DADA-Bewegung und begann unter ihrem Einfluss mit ersten Photomontagen. Für die erste Bauhaus-Ausstellung im Jahr 1923 griff Citroen diese Arbeitsweise wieder auf und fertigte neue Großstadt-Collagen an. Die neuen Werke hatten zum Teil Gemälde-Format und machten ihn in Künstlerkreisen schnell berühmt. Bis heute zählen Arbeiten wie Großstadt und Metropolis zu seinen bekanntesten Werken, die in den bedeutendsten Sammlungen vertreten sind.

Zur Photographie kam Citroen 1924 durch Otto Umbehr (Umbo), den er vom Bauhaus in Weimar kannte. Diese folgenreiche Begegnung beschreibt Herbert Molderings in seinem wunderbaren Text Paul Citroen. Maler, Photograph und Photomonteur, den wir in unserem Textheft zur Mappe veröffentlichen. Die kreative Freundschaft der Beiden, die als Rettungsaktion für Umbo begann, sollte ihr photographisches Werk nachhaltig prägen. Später war es eher Marianne Breslauer, die zu dieser Zeit Schülerin von Man Ray in Paris war, die Citroen die Photographie näherbrachte. 1927 siedelte Citroen in die Niederlande um, wo er erkennen musste, dass er von seinen Zeichnungen und Bildern nicht würde leben können. Ab 1930 wurde daher die Photographie zu seiner Haupteinnahmequelle. Er porträtierte befreundete Künstler*innen, Musiker*innen und andere Persönlichkeiten und Berühmtheiten, etwa die Geschwister Mann, László Moholy-Nagy oder seinen Jugendfreund Erwin Blumenfeld. Aber auch ganz normale Leute und immer wieder Kinder kamen vor seine Kamera. Herbert Molderings beurteilt Citroens besonderen Stil folgendermaßen: »Was für Citroens Porträts charakteristisch ist und sie mit den Bildnissen Umbos aus der Zeit der ersten gemeinsamen Experimente im Dezember 1926 verbindet, ist die Direktheit und Spontaneität, mit der uns die Dargestellten aus dem Bild anblicken.
Das verleiht seinen Bildern eine Lebendigkeit, die sie von den üblichen Studioporträts der Zeit unterscheidet.« Citroen interessierte sich nicht für technische Finesse und auch nicht für den Beruf, die Herkunft oder den Stand der jeweiligen Person. Indem er sich auf das Gesicht und den Gesichtsausdruck konzentrierte, rückte er die Individualität des Menschen in den Vordergrund. Zwar sind die Porträts heute auch Ausdruck ihrer Zeit und eines bestimmten Milieus. Gleichzeitig sind die Aufnahmen der Zeit enthoben und ganz auf das Wesentliche – das Menschliche – reduziert.
Die Edition stellt den Beginn einer Zusammenarbeit mit dem Nederlands Fotomuseum in Rotterdam dar, wo die Nachlässe vieler spannender, aber in Deutschland teilweise weniger bekannter Photograph*innen aufbewahrt werden. Sie können sich schon jetzt auf die Fortsetzung dieser Kooperation freuen!

Paul Citroen

geboren 1896 als Kind niederländischer Eltern in Berlin, verließ mit 14 Jahren die Schule, um Maler zu werden. 1918 machte er mit den Mitgliedern der Dada-Gruppe Bekanntschaft und erstellte ab 1919 erste Photomontagen. Von 1922 bis 1924 studierte er am Weimarer Bauhaus.
Sein Werk Metropolis war auf der ersten großen Bauhaus-Ausstellung 1923 vertreten. In diese Zeit fallen auch die ersten Experimente mit der Photographie. 1927 siedelte er nach Amsterdam über, wo er zunächst als Porträtphotograph seinen Lebensunterhalt verdiente. 1933 wurde er zusammen mit Charles Roelofsz Begründer und Leiter der Kunstakademie Nieuwe Kunstschool, die auf den kunstpädagogischen Methoden des Bauhaus basierte. Ab 1935 war er Dozent und später Professor für bildnerisches Gestalten an der Akademie für bildende Künste in Den Haag. Von 1944 bis 1945 lebte er im Untergrund. Paul Citroen starb 1983 in Wassenaar, Niederlande.

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