Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

Ulrike Müller

E_589_Ulrike_Müller.jpg
E 589

E 589

Scarf (Cat Music)
90,0 × 90,0 cm

Material: Seidentuch aus Twill, 100 % Seide, handrolliert
Hersteller: daus modevertrieb, Würzburg
Hersteller Karton: Norddeutsche Pappscheiben-Fabrik

Im Carré

von Stephanie Bunk

Nach dem Besuch der Biennale di Venezia 2019 haben gleich mehrere Jury-Mitglieder Ulrike Müller für die griffelkunst entdeckt – so eindrucksvoll, vielfältig und gleichzeitig doch auch graphisch war die Installation ihrer Arbeiten im Arsenale und in den Giardini.

Ulrike Müller arbeitet mit malerischen Mitteln und nutzt neben Leinwand und Papier ungewöhnliche Medien wie Emaille und gewebte Teppiche. Sie schafft Wandbilder und arbeitet mit der Architektur des Ausstellungsraums. Obwohl ihr Werk stark formalistisch und abstrakt wirkt, erkennt man Versatzstücke von Alltagsgegenständen, sodass sich Figuration und Abstraktion in einem dauerhaften Dialog befinden.

Die aus Österreich stammende Künstlerin lebt schon seit langem in New York, genauer im Stadtteil Brooklyn, wo in Zusammenarbeit mit der Druckwerkstatt 10 Grand Press seit 2018 mehrere Monotypie-Serien entstanden sind. Unsere Einladung, eine Edition für die griffelkunst zu entwickeln, hat Ulrike Müller gerne angenommen und
sich einem für sie und uns neuen Material zugewendet, dem Druck auf Seide.

Cat Music, Katzenmusik, hat Ulrike Müller eine 2021 entstandene Monotypie betitelt, die sie als Vorlage für ihre Edition ausgewählt hat. Als Katzenmusik bezeichnet man gemeinhin das Durcheinanderklingen verschiedener Töne und Geräusche und meint es meistens abwertend. Doch im Fall von Müllers Monotypien ist es gerade die Fülle und Vielfalt an Mustern, Schablonen und Silhouetten, die zusammenwirken und trotz ihrer Verschiedenheit einen besonderen Klang entwickeln. Wenn man genau hinschaut, kann man in dem Formenspiel auch Teile einer Katze erkennen, die sich durch das Bild bewegt. Die Katze ist ein wiederkehrendes Motiv in Müllers Werk. Sie setzt das Tier jedoch nie figurativ ein, sondern als abstrakte Form, durch deren Augen der Fond des Bildes leuchtet oder deren langgezogener Hals in eine Linie übergeht.
Die Katze erfüllt viele verschiedene Funktionen: sie ist Form, Platzhalter und ein Gegenüber im Bild. Sie erwidert den Blick der Betrachtenden und verfolgt diese vielleicht auch dann noch mit ihrem Blick, wenn sie sich bereits von dem Bild abgewendet haben. Im Motiv Cat Music löst sich die Katze fast vollständig in verschiedenen Formen auf. Beim Druck der Monotypie kamen sowohl wasserals auch ölbasierte Druckfarben zum Einsatz, was eigentlich ein No-Go ist –
Wasserfarben sind für Kinder und Hobbykünstler*innen, Profis verwenden Öl. Um beide Farben mischen zu können, entwickelte Ulrike Müller zusammen mit der Druckerin extra ein eigenes Verfahren. Für die Übersetzung des Hochformats in die quadratische Form des klassischen Carrés wurde das Motiv angepasst, ohne dabei die Dynamik des Bildes zu beschneiden. Der Transfer von einem Motiv in einen anderen Maßstab oder in ein anderes Material ist charakteristisch für Müllers Arbeitsweise und führt auch im Fall von Scarf (Cat Music) zu einem ganz eigenständigen Ergebnis.

Ulrike Müller reflektiert durch die Wahl der Motive, Techniken und Gegenstände Geschlechtszuschreibungen und Konnotationen von Weiblichkeit aus einer feministischen, queeren und subversiven Perspektive. So kann man Katzenmusik auch als Musik von der Straße verstehen, als Form des Protests gegen einen Canon oder sogar gegen ein Regime. Blecheimer und Topfdeckel kommen eben nicht nur in der Küche zum Einsatz, sondern auch bei politischen Kundgebungen und zivilem Ungehorsam.

Ulrike Müller

portrait_Mueller_foto_Marina_Ancona.jpg

1971 geboren in Brixlegg, Österreich,
lebt und arbeitet in New York City, USA

© Griffelkunst e.V. 2022 Alle Rechte vorbehalten! Impressum Datenschutz