Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis

Agata Madejska

B-Reihe / 361. Wahl I. Quartal 2016
Photographien im Inkjet-Druck

Elemente
1. Element I
28,3 x 54,5 cm / 31,7 x 56,5 cm
2. Element II
28,2 x 40,8 cm / 31,7 x 42,8 cm
3. Element III
28,3 x 38,0 cm / 38,0 x 40,0 cm
4. Element IV
50,0 x 37,0 cm / 53,5 x 39,0 cm
5. Element V
37,0 x 46,8 cm / 40,2 x 49,5 cm
6. Element VI
18,8 x 25,2 cm / 23,3 x 27,2 cm

Papierqualität: 285 g/qm Hahnemühle pearl
Hersteller: foto company altona, Hamburg

Zu Agata Madejska und Johanna Jaeger erscheint Portfolio No 9.
€ 10,– plus Porto

Objekte des Erinnerns und Vergessens

von Stephanie Bunk

»In meinen Arbeiten werden Objekte Schicht für Schicht in einem fast archäologischen Prozess der Information entkleidet: Der Raum wird reduziert, die Farben gemieden, das Licht behutsam eingefangen. Das schmerzhaft Formale spiegelt womöglich das Bedürfnis, die Zusammenhänge um mich herum verstehen zu wollen, die nicht greifbar sind. Die Dinge werden in einzelne Elemente aufgeteilt und geordnet.«
Agata Madejska im Dialog mit Johanna Jaeger, Portfolio No 9

Als »Objekte« bezeichnet Agata Madejska die oftmals riesigen architektonischen, skulpturalen Strukturen, die sie zum Gegenstand ihrer Photographien gemacht hat. Zu diesen Objekten zählten bisher Spielplatzgeräte aus Edelstahl, Mahn- und Denkmale oder ganze Gebäudekomplexe, wie zuletzt in ihrer Arbeit The Economist (2014). Sie findet sie auf ziellosen Wanderungen durch den urbanen Raum oder durch sorgfältige, fast wissenschaftliche Recherche. Hat sich die Künstlerin für ein Objekt entschieden, isoliert sie es durch die Wahl der Perspektive von der Umgebung und reduziert es auf seinen skulpturalen Charakter. In der Regel photographiert Madejska analog bei natürlichem Licht und auf Farbfilm, wobei sie die Lichtverhältnisse so zu nutzen vermag, dass fast alle Farbigkeit aus ihren Bildern verschwunden ist. Ihre monochromen Photographien sind reduziert auf ein transparent wirkendes Weiß oder ein geradezu massives Schwarz, dem sich alle weiteren Farben unterzuordnen scheinen. So reduziert – oder wie die Künstlerin sagt, »freigelegt«, erfahren die Objekte eine starke Abstraktion und werden zur reinen Form. Im Falle der Mahnmale, die Madejska 2010 für die Serie The Oder of Solids zu photographieren begonnen hat, führt diese Reduktion zu einem Verlust ihrer konkreten Bedeutung. Ihrer bisherigen Funktion enthoben, werden sie zu Platzhaltern oder Modellen von Erinnerungsstätten und damit zu reinen Projektionsflächen. »Viele der Objekte, die den Weg in meine Bilder gefunden haben, sind Träger der Botschaften, die die Gemeinschaft an sich selbst und das Individuum richtet. In erster Linie sind sie aber natürlich nur Dinge«, sagt Agata Madejska über das Aufladen von Architekturen mit Bedeutung. In ihren Bildern entblößt die Künstlerin einerseits den rein repräsentativen Charakter von Bauwerken, andererseits wiederholt sie im Medium der Photographie den Akt der Bedeutungsschöpfung und der Repräsentation, indem sie den Objekten einen neuen Charakter verleiht.

Ihre Photographien führt sie wie einzelne Elemente zu neuen Ordnungen zusammen, und so sind auch die für die Griffelkunst-Edition ausgewählten Photographien der Serie Elemente der Versuch einer Neuordnung. Sie zeigen Mahnmale, welche Agata Madejska in London, wo die Künstlerin inzwischen lebt, und in Frankreich besucht hat. Es handelt sich um teilweise sehr bekannte und imposante Monumente wie Teile des Victoria Memorial oder auch eher unscheinbare, weniger repräsentative wie das Memorial to Mahomet Weyonomon. Durch Madejskas Photographien erfahren alle diese Orte eine Umformung und Neuformulierung, die sie zu abstrakten Modellen des Erinnerns verbindet und erhebt.

Agata Madejska, geboren 1979
in Warschau, Polen.
Lebt und arbeitet in London
2000–2007 Folkwang Universität der Künste, Essen
2008–2010 Royal College of Art, London

Einzelausstellungen
2015 Kingly Things, mit Coco Crampton, Chandelier Projects, London
2014 Form Norm Folly, Krefelder Kunstverein, Krefeld
2013 Parrotta Contemporary Art, Stuttgart
2010 Objet Trouvé, WIDMER & THEO-DORIDIS contemporary, Zürich

Ausstellungsbeteiligungen
2016 Polish Contemporary Art, EZB, Frankfurt
Entoptic Screening, Salon Galeria ASP, Warschau
2015 Light box commission at Project Number, London
2015/2014 Conflict, Time, Photography, Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen, Dresden; Museum Folkwang, Essen; Tate Modern, London

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