Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Pia Fries

B-Reihe / 353. Wahl I. Quartal 2014
Siebdrucke
69,0 x 49,0 cm / 49,0 x 69,0 cm

1. sehwege A, 69,0 x 49,0 cm
2. sehwege B, 49,0 x 69,0 cm
3. sehwege C, 49,0 x 69,0 cm
4. sehwege D, 49,0 x 69,0 cm
5. sehwege E, 69,0 x 49,0 cm
6. sehwege F, 69,0 x 49,0 cm

Papierqualität: 250 g/qm Fedrigoni Old Mill, bianco
Drucker: Siebdruckwerkstatt Ahrens, Ottobrunn

Bilder unter Bildern

von Brigitte Bedei

Ursprünglich wollte Pia Fries Bildhauerin werden. Nach Absolvierung der Bildhauerklasse an der Kunstgewerbeschule Luzern wechselte sie in den Achtzigerjahren an die Kunstakademie Düsseldorf, studierte bei Gerhard Richter und wurde seine Meisterschülerin. Seither gilt ihr Interesse der Malerei und besonders der Eigenwertigkeit der Farbe. Farbe ist für sie zugleich künstlerisches Material und Bildgegenstand. Fries: »Für mich ist Farbe etwas körperliches. Es käme mir nie in den Sinn, flach zu malen. Farbe als Materie ist die Basis für alle meine Bilder.« Farbe ist für Pia Fries ein Stoff, den sie auf vielfältige Weise traktiert und der dabei auch wie ein plastisches Material eingesetzt werden kann.
Der Träger ihrer großformatigen Bilder ist dabei nicht die klassische Leinwand, sondern dicke Holzplatten, auf denen weiße Kreide als Malgrund aufgebracht wird. Grellbunte Farbe wird dann zunächst von der Künstlerin mit Spachteln zu einer Masse vermengt, durchgeknetet und mit Hilfe einer Presse in dicken, zähfließenden Schichten und Wülsten auf den Bildgrund aufgetragen. So entstehen sinnlich erfassbare Strukturen und wahre Farbexplosionen. Fries arbeitet hauptsächlich auf dem Fußboden. Zwischenzeitlich wird der Bildkörper immer wieder angehoben, aufgestellt und Stößen ausgesetzt, um die Farbe in Bewegung zu versetzen. Oder sie gießt die Farbe aus Bechern und vermischt sie anschließend mit dem Pinsel auf dem Bildträger. Mit Kamm, Spachtel und Messer wird die Farbe zuweilen von einem Bild abgetragen, um sie auf ein anderes zu übertragen.
Seit 2000 setzt Pia Fries den Siebdruck als ein zusätzliches Bildelement ein und führt ihre pastos aufgetragenen Farbmassen mit planen Siebdruck-Elementen zusammen. Das Auffinden und Vorbereiten der Druckvorlagen ist dabei ein wichtiger Prozess. Sie nutzt neben eigenen Motiven auch Reproduktionen von Arbeiten anderer Künstler. Oft ist sie dabei von historischen Motiven fasziniert. Fries löst den Bildzusammenhang dieser Vorlagen auf, indem sie einzelne formale Elemente freistellt. Mit ihrer eigenen Malerei reagiert sie schließlich darauf.
In der Serie von sechs Siebdrucken, die für die griffelkunst entstanden ist, greift Pia Fries ebenfalls auf vorhandenes, historisches Bildmaterial zurück, das sie sich aneignet und umbildet. Mit dem Verfahren der Bildschichtung bringt sie unterschiedliche Ebenen und Strukturen zusammen und schafft so eine neue Komposition. So wird eine aktuelle Seite mit Börsenkursen der Süddeutschen Zeitung überlagert von Ausschnitten historischer Barockradierungen von Stefano della Bella (1610–1664). Dessen Motive isoliert sie aus dem ursprünglichen Bildzusammenhang heraus und übernimmt sie mittels Siebdruck in ihre Arbeit. Schließlich überarbeitet die Künstlerin die graphischen Texturen mit eigenen malerischen Partien und lässt neue, ungegenständliche Bilder entstehen. Pia Fries gelingt ein Spiel von Form und Formlosigkeit, von Gegenwart und Geschichte, indem sie disparate Elemente aus wuchtigen Pinselstrichen und graphischen Linienzitaten zu einem dichten Gewebe verbindet.

353 B1
353 B2
353 B3
353 B4
353 B5
353 B6

Pia Fries

1955 geboren in Beromünster, Schweiz

 

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