Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

Tobias Zielony

C-Reihe / 357. Wahl I. Quartal 2015
Photographien im Inkjet-Druck

aus der Serie: Jenny Jenny, 2013

1. Licht 47,0 x 32,0 cm
2. Haare 47,0 x 32,0 cm
3. Front 47,0 x 32,0 cm
4. Piercing 47,0 x 32,0 cm
5. Bett 32,0 x 47,0 cm
6. Himmel 47,0 x 32,0 cm

Papierqualität: 285 g/qm Tecco Glossy Ultra White
Hersteller: Humme, Leipzig
Mappe: 440 g/qm Lessebo rough
Hersteller: Reset, graphische Medien, Hamburg

Der Rand der Gesellschaft ist mittendrin

von Stephanie Bunk

Wie im Film wechselt Tobias Zielony in seinen photographischen Serien verschiedene Einstellungen von disparaten Momenten ab, die erst durch das Nebeneinander zu einem Zeit-Raum-Kontinuum und damit zu einer Erzählung zusammengeführt werden. Zielony sprengt den engen Rahmen der dokumentarischen Photographie, indem er sich der Ästhetik anderer Medien wie dem Musikvideo oder dem Film bedient, und eigene Filme in seine Arbeit integriert. Den Protagonisten seiner Bilder lässt er dabei viel Raum zur Selbstinszenierung vor der Kamera, sodass auch deren eigenes, oftmals medial geprägtes Selbstbild Teil der Photographien wird. Dabei entwickelt er bewusst keinen Blick von außen, sondern lässt sich auf die Gegebenheiten eines Ortes oder die Regeln einer Gruppe ein. Bisher handelte es sich bei diesen Gruppen meist um Jugendliche, deren soziale Situation sie zu Außenseitern macht. So unterschiedlich ihre jeweiligen Lebensumstände auch sein mögen, etwa in der Banlieue von Marseille oder Halle-Neustadt, in sterbenden Städten wie in Trona, Kalifornien oder als Flüchtlinge in Hamburg, sie sind miteinander verbunden durch einen universellen Code. Über Kleidung, Gestik, Musik und Praktiken wie dem »Abhängen« wird eine größere Zugehörigkeit hergestellt, die in die Ästhetik der Photographien einfließt und diese miteinander verbindet. Auf diese Weise transportieren Zielonys Aufnahmen ein hohes Maß an Echtheit und Authentizität, noch verstärkt durch den ausschließlichen Einsatz von natürlichem Licht.

Seinen Arbeiten geht eine gründliche Recherche voraus, die Zielony an Orte führt, die man als soziale und gesellschaftliche Konfliktzonen bezeichnen könnte. Für die Photographien aus der Serie Jenny Jenny, aus der die sechs Bilder der Edition stammen, ist der Künstler in Berlin geblieben. Mehr als zwei Jahre lang hat er an der Serie gearbeitet und dafür sechs junge Frauen photographiert – vielleicht Prostituierte, vielleicht Drogenabhängige, vielleicht beides, oder nichts davon. Die Photographien erklären nichts und versuchen es auch gar nicht. Vieles bleibt dem Betrachter überlassen, der ein Teil des Spiels wird, das sich zwischen den Blicken der Protagonistinnen und dem Blick des Photographen wie ein Akt der Verführung entwickelt. Oft ist ihr Blick aber auch nach innen oder durch den Spiegel auf sie selbst gerichtet. Auf anderen Bildern wiederum sind nur Fragmente der Körper zu sehen und der Blick des Betrachters wird auf Details gelenkt: auf eine Narbe, ein Brustwarzen-Piercing, einen Nacken. Der Blick in den diffus erleuchteten, von Neubaufassaden gesäumten Nachthimmel ist ein wiederkehrendes Motiv, das im Kontrast zu der Enge der kleinen, kulissenhaften Innenräume steht, in denen sich die meisten Szenen der Serie abspielen. Er vermittelt ein diffuses Gefühl von Großstadt und Verlorenheit, Orientierungslosigkeit und Ortlosigkeit und verbindet damit diese Aufnahmen aus der Mitte Berlins mit den anderen verlorenen Orten der Photographien von Tobias Zielony. Der Rand der Gesellschaft kann überall sein. Auch mittendrin.

357 C1
357 C2
357 C3
357 C4
357 C5
357 C6

Tobias Zielony

geboren 1973 in Wuppertal

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