Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012 ©griffelkunst

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte ©griffelkunst

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

Endre Tót

Siebdruck auf T-Shirt in bedrucktem Karton

E 549
ohne Titel, 2019
Einheitsgröße

Drucker: Emil Frey, Hamburg
Material: Fruit of the Loom, Super Premium T 205 g/qm schwarz
Karton: Norddeutsche Pappscheibenfabrik Synatschke & Sohn

»WE ARE GLAD IF WE ARE HAPPY. Endre Tót.«

von Dirk Dobke

Mit Endre Tót stellen wir einen herausragenden Künstler der ungarischen Neo-Avantgarde vor. 1937 in Ungarn geboren, widmete er sich nach seinem Kunststudium zunächst der informellen Malerei. Durch den Einfluss von Pop Art, FLUXUS, Happening, Konzeptkunst und in seinem Fall der Mail-Art Anfang der 1960er-Jahre, beendete Tót seine Karriere als Maler und wandte sich verschiedenen konzeptionell-avantgardistischen Strömungen zu. Vor allem durch die sogenannte Mail-Art konnte er bereits vor seiner Emigration nach Westdeutschland im Jahre 1978 die Isolation durch die politische Zensur in Ungarn überwinden, ohne das Land verlassen zu müssen. So überwand er die geopolitische Teilung der Kunstwelt durch den Eisernen Vorhang, indem er mit internationalen Künstlern und Kunstschaffenden gestaltete Botschaften austauschte. Auch wenn er die Zensur in Ungarn nie explizit thematisierte, dominiert bis heute das scheinbar Sinnlose und damit Unangreifbare in seinem Zeichenrepertoire. Seit Anfang der 1970er-Jahre bestimmen Zeichen, Zeichnungen und Texte sein Werk.

In seinem künstlerischen Zeichensystem spielt die 0 als universelle Form eine zentrale Rolle. Immer wieder erscheint die 0 auf Gemälden, Zeichnungen, Transparenten oder T-Shirts, mal zeichenhaft allein oder in Reihe gesetzt, mal zerstört oder durch Anmerkungen kommentiert. Bei der Serie schwingt immer auch eine gewisse Kritik an der politischen Zensur mit, wenn er beispielsweise Demonstrationen organisiert, deren Teilnehmer Transparente tragen, auf denen ausschließlich Reihen von Nullen zu sehen sind. Diese »Demos« finden seit 1980 international an verschiedenen Orten als eine Form des Happenings statt, zuletzt 2017 in Hamburg. Obwohl seine Transparente auf politische Aktionen verweisen und deren Agitationsform zitieren, verweigern sie sich einer sinnstiftenden Lesart. Die Zer0-Demos spielen mit der Interpretation durch die Beobachter und werden so jedes Mal mit neuen »Inhalten« verbunden. Endre Tót verwendet in seinen Arbeiten auch andere Ausdrucksformen politischer Agitation wie mit Statements bedruckte T-Shirts, Sticker oder selbst entworfene Stempel, die er für seine künstlerischen Aussagen einsetzt. Bis heute führt er seine Gladness Serie fort, die er in den frühen 1970er-Jahren begonnen hat. Zunächst auf Plakaten und Transparenten und mittlerweile auch auf LED Displays im öffentlichen Raum zeigt er Sätze wie »I AM GLAD THAT I CAN STAND HERE« oder » I AM GLAD IF YOU GAZE AT ME« oder auch »ICH FREU MICH WENN ICH AUF PLAKATEN WERBEN KANN«. Jedes Statement wird namentlich unterzeichnet. So wendet sich Tót auf eine etwas verschrobene, sich einem Sinn verweigernde poetische Art gegen jedwede Zensur und wirbt für die Freiheit der Kunst.

Für uns hat Endre Tót ein T-Shirt als ein zum Tragen gedachtes Multiple gestaltet, auf dem man einen in seiner Dialektik verwirrenden und sich inhärent aufhebenden Text lesen kann.

Endre Tót

wurde 1937 in Sümeg, Ungarn, geboren, studierte in Budapest Kunst und begann seine Karriere in den 1960er-Jahren als informeller Maler. Um 1970 wandte er sich konzeptionellen Kunstströmungen zu. Seine erste Retrospektive wurde 1999 im Kölner Ludwig Museum gezeigt. Werke von ihm befinden sich in wichtigen internationalen Museen wie dem MOMA New York, Getty Museum Los Angeles, Museum Ludwig Köln, Neue Nationalgalerie Berlin, Israel Museum Jerusalem, Gemeentemuseum Den Haag, Budapest Museum of Fine Arts oder der National Galerie Prag. Tót gehört zu den wichtigsten Vertretern der ungarischen Neo- Avantgarde, er lebt und arbeitet in Köln.

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