Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

Roman Moriceau

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P84

Projekt-Reihe

383./384. Wahl
III./IV. Quartal 2021

Siebdruck mit Kupferpigmenten

P82 Botanische Garten (Mirror) 63,0 × 53,0 cm / 30,0 × 20,0 cm

P83 Botanische Garten (A light white wind)

66,0 × 53,0 cm / 40,0 × 27,0 cm

P84 Botanische Garten (Messy)

76,0 × 53,0 cm / 70,0 × 47,0 cm

Papierqualität: 300 g/qm Zerkall-Bütten

Druck: Gundolf Roy, Zülpich


Die Schönheit des Vergänglichen

von Stephanie Bunk

Roman Moriceau begann seine Serie Botanische Garten im Jahr 2015. Sie geht zurück auf Aufnahmen von Pflanzen, die der Künstler in dem Botanischen Garten Meise in Belgien machte. Dieser ist nicht nur der größte seiner Art, sondern er hat auch eine besondere Geschichte. Er wurde bereits 1796 angelegt und ist damit älter als das Königreich Belgien. Man findet dort auch Überreste der Sammlung von Leopold II., der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Brüssel einen eigenen kolonialen Garten errichtete, in dem er Pflanzen aus der afrikanischen Kolonie Kongo wie Trophäen ausstellte. Diese Geschichte und ihre Ambivalenz animierte Moriceau zur Auseinandersetzung mit diesem Garten. Die dort verdichteten und nach Erdteilen kategorisierten Pflanzen bezeichnet er als »Fake Jungle«, also künstlichen Dschungel. Gleichzeitig werden auf diese Weise Pflanzen vor klimatischen Veränderungen gerettet und vor dem zerstörerischen Zugriff des Menschen geschützt. Zeit – oder vielmehr die Erfahrbarkeit ihres Vergehens – interessieren Moriceau ganz besonders, denn viele Zeitphänomene entziehen sich der menschlichen Wahrnehmung. So verschwinden Pflanzen und Lebewesen oft sehr schnell, während andere Bestandteile der Natur wie Steine oder Berge uns als unveränderlich erscheinen. Technisch gesehen handelt es sich bei den Drucken um Siebdrucke, doch als Farbe verwendet der Künstler feine Pigmente aus reinem Kupfer. Das Metall hat besondere Eigenschaften: Es reflektiert das Licht, sodass das Bild hellleuchtend, matt schimmernd oder dunkelfunkelnd erlebt werden kann, je nach Lichteinfall. Das Kupfer reagiert mit der Zeit auf den Luftsauerstoff und oxidiert, sodass sich seine Farbe verändert, von dem bekannten Kupferton hin zu einem »moosigen« Grün. Die Geschwindigkeit dieses Transformationsprozesses ist abhängig von den Raumbedingungen, in denen sich der Siebdruck befindet. Doch keine Sorge, der besondere Glanz der Bilder entwickelt sich erst im Lauf von Jahren und Jahrzehnten in einen Grünblauton, der viel stärker mit dem Motiv und unserer Vorstellung von Natur korrespondiert. Das Kupfer spiegelt den Zyklus von Werden und Vergehen, dem alles Natürliche unterliegt. Gleichzeitig bezieht sich Roman Moriceau mit der Wahl dieses Materials erneut auf die belgische Geschichte, denn der Kongo gehört in Afrika zu den wichtigsten Kupferabbaugebieten, schon zu Zeiten Leopold II. und bis heute. Das Element ist Zeuge und Ausdruck der Ausbeutung des Menschen und der Natur, die immer noch für die Gewinnung des Rohstoffs zerstört wird. Wie die Münzen, die daraus gemacht werden, ist Kupfer ein zentrales Handelsgut im globalen Weltmarkt. Es wird im Kongo gewonnen, von dort nach China gebracht und in technischen Geräten verbaut, die dann in den USA oder in Europa genutzt werden. Am Ende der Kette landen diese Geräte erneut in Afrika, wo sie verschrottet werden. Dort wird der Rohstoff unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen zurückgewonnen – mit erneuten Folgen für Mensch und Umwelt.

Seiner Kritik an der Umweltzerstörung und den negativen Folgen der Globalisierung setzt Roman Moriceau in seinen Werken ein hohes Maß an Schönheit entgegen. Doch Schönheit ist bekanntlich vergänglich. Moriceaus Kunst ist ein Spiel auf Zeit, denn erst im Vergehen zeigt sie sich ganz.

Roman Moriceau

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geboren 1976 in Frankreich, lebt und arbeitet in Paris. Nach seinem Studium an der School Supérieure des Beaux-Arts in Angers und einem Aufenthalt in London arbeitete er im Bereich Mode, insbesondere für Martin Margiela.
Seit 2007 widmet er sich ganz der zeitgenössischen Kunst. Die Serie Botanische Garten war 2019 auf der Paris Photo und 2020 in der Galerie Derouillon, Paris zu sehen. 2021 ist er mit Werken in der Gruppenausstellung La photographie à l’épreuve de l’abstraction im FRAC Normandie Rouen zu sehen, zu der ein Katalog bei Hatje Cantz erschienen ist.
In Deutschland wurden seine Arbeiten bisher in der Hamburger Galerie Âme Nue und im Kunsthaus Jesteburg gezeigt.

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