Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014 ©griffelkunst

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

Philip Grözinger

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391 A6

A-Reihe / 391. Wahl
III. Quartal 2023

391 A1 ohne Titel
391 A2 ohne Titel
391 A3 ohne Titel
391 A4 ohne Titel
391 A5 ohne Titel
391 A6 ohne Titel

A Day
Lithographie
50,3 × 38,0 cm / 39,0 × 30,0 cm


Papierqualität: 250 g/qm Somerset Satin Bütten
Druck: Tabor Presse, Berlin

Ein Tag wie ein Leben

von Stephanie Bunk

Philip Grözinger ist Maler und Zeichner. Er beschäftigt sich mit KI, macht Filme und interessiert sich für Zukunftsvorstellungen, vor allem solche, die man sich in der Vergangenheit von der Zukunft gemacht hat. Über mehrere Leinwände hinweg erzählt er Geschichten von Utopien und Dystopien, die auf den ersten Blick durch die Farbigkeit laut und fröhlich wirken. Seine Bildsprache ist überbordend, voller Ideen, Zitate, Details, Wesen und Ebenen. Doch ein dunkler Bildhintergrund verbindet seine Werke zu einer Parallelwelt, in der eine melancholische Grundstimmung herrscht. Philip Grözinger wirft mit seiner Arbeit existentielle Fragen auf. Ihm geht es um Leben und Tod und die Einsamkeit in dem Bereich dazwischen. Der Künstler bezeichnet die verschiedenen Medien, die in seinem Schaffen zum Einsatz kommen, als konzentrische Kreise, die aufeinander ein- und zusammenwirken. Dazu zählt für ihn unbedingt auch die Druckgraphik. Sie war im Alter von 16 Jahren sein erster Zugang zur Kunst, die er mit seinem Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig weiterverfolgt hat. 1998 wurde er Meisterschüler im Bereich Druckgraphik bei Prof. Karl Schulz, mit dem er sich bis heute austauscht.

Sechs Buntstiftzeichnungen stehen am Anfang seiner Edition für die griffelkunst. Der Stand der Sonne bzw. des Mondes verbinden die Motive zu einem Tagesablauf. Die einzelnen Szenen spielen sich an einem Gewässer ab, auf dem sich Boote und eine kleine Insel mit einer Hütte befinden. Man begegnet vielen fröhlichen Gesichtern, die Sonne lacht, und selbst Töpfe und Tiere scheinen freundlich zu sein. Am Morgen herrscht Aufbruchstimmung, ein Wesen führt eine Wolke spazieren oder lässt sie wie einen Drachen fliegen. Grözinger erschafft eine eigene alternative, mystische Welt, die vielleicht auf einem anderen Planeten oder in der Phantasie spielt. Er greift auf literarische Vorbilder, Ideen aus der Mythologie und Werke aus der Kunstgeschichte zurück. Zitate aus Arnold Böcklins Gemälden Die Toteninsel (1880–1886), einsame Figuren in der Landschaft vor Sonnenauf- und -untergängen und ein Segelboot katapultieren uns in die Zeit der Romantik, zu Lord Byron und Percy Shelley, der bei einer Überfahrt auf einem Segelboot kenterte und ertrank. Das Schiff über den Fluss steht in der griechischen Mythologie für die Fahrt über den Styx, der die Welt der Lebenden vom Totenreich trennt. Wer sich so tief in die Mythologie und Grözingers Bildwelt einlässt, dem wird bewusst, dass der Künstler in den sechs Motiven nicht nur über den Lauf eines einzigen Tages, sondern des gesamten Lebens nachdenkt. Er stellt sich und den Betrachtenden die große Frage nach dem Sinn des eigenen Tuns: Was erwarte ich vom Leben? Womit verbringe ich meine Lebenszeit?

Für die Griffelkunst-Edition hat Philip Grözinger mehrere Wochen seiner Lebenszeit in der Tabor Presse verbracht, bis jedes Detail und jede Farbkombination genau so saß, wie er sie sich vorgestellt hatte. Die vielfarbigen Zeichnungen für die Edition übersetzte er für die Lithographie in Motive aus jeweils drei Farben. Dabei ist es ihm gelungen, den spontanen und flirrenden Charakter der Zeichnung zu erhalten – obwohl er das gleiche Motiv, zerlegt in die verschiedenen Farben, immer wieder neu auf den Stein tuschen und zeichnen musste. Den Arbeitsprozess haben er und die Drucker der Tabor Presse in jeder Phase festgehalten, sodass man einen Eindruck von der eingespielten und intensiven Zusammenarbeit in der Druckwerkstatt bekommt.

Philip Grözinger

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1972 geboren in Braunschweig, lebt und arbeitet in Berlin

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