Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

Peter Puklus

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B-Reihe / 381. Wahl

I. Quartal 2021

Photographie im Inkjet-Print
The Hero Mother – How to build a house

1. Modelling for the monument symbolising the hero mother,
Budapest, 2018
37,0 × 28,0 / 35,0 × 26,0 cm
2. A hand holding a hand holding the spiral of life,
Carovigno, 2017
37,0 × 25,3 cm / 35,0 × 23,3 cm
3. Der glückliche Baumeister, 2016
37,0 × 30,0 cm / 35,0 × 28,0 cm
4. How to build a house, Budapest, 2017
37,0 × 25,3 cm / 35,0 × 23,3 cm
5. Breastfeeding hammer, Budapest, 2018
37,0 × 25,3 cm / 35,0 × 23,3 cm
6. Build your house on the rock, New York, 2016
37,0 × 30,0 cm / 35,0 × 28,0 cm

Papierqualität: 300 g/qm Hahnemühle FineArt Baryta Satin

Druck: PigLab, Hamburg

Der Photograph als Baumeister

von Stephanie Bunk

Peter Puklus, in Rumänien geboren, hat in Paris und Budapest studiert, wo er heute lebt. Den Einfluss der ungarischen Photographie merkt man seinen Arbeiten an. Wie bei dem berühmten Ungarn László Moholy-Nagy sind bei Puklus verschiedene Bereiche wie Skulptur, Photographie, Installation, Zeichnung und Film nicht voneinander zu trennen. Die Familie und der Freundeskreis sind Ausgangspunkt und Thema seiner Arbeit. Am Beispiel seines privaten Umfelds zeichnet er größere gesellschaftliche Zusammenhänge und Entwicklungen spielerisch nach. One and a half meter (2004– 2012) ist der Titel der Photoserie, mit der Peter Puklus bekannt geworden
ist. Die Maßangabe »1,5 Meter« im Titel geht zurück auf den Radius, den sein engster Freundes- und Familienkreis um ihn herum beschreibt. Diesen Kreis porträtiert er in intimen Bildern und dadurch sich selbst. Ein Verbindungssystem zwischen Menschen zeichnet auch das Künstlerbuch Handbook to the Stars (2012) auf, in dem einzelne Photographien wie Gestirne in einem Sonnensystem zueinander in Beziehung gesetzt werden. Die Photographien sind auf den Seiten so angeordnet, dass sich die Bücher zu einer Wandarbeit, einem Tableau, zusammensetzen lassen. Die Ausweitung des Ausstellungsraums von der Fläche in den Raum ist ein weiterer wichtiger Aspekt von Peter Puklus’ Werk. Er entwickelt Skulpturen, die er als Photographien aber auch als Installationen zeigt. Sie erinnern an die One Minute Sculptures Erwin Wurms, an Werbeaufnahmen und an das Formenrepertoire der Modernen Kunst, insbesondere des Konstruktivismus. Auch der Körper wird als Skulptur eingesetzt und in seiner Nacktheit zum Nachhall von antiken Skulpturen. Die Wirkung des nackten Körpers macht er sich vor allem in der Serie The Epic Love Story of a Warrior (2011–2016) zu Nutze. Sie ist wie ein Heldenepos aufgebaut und beleuchtet schlaglichtartig die größten Konflikte in der Geschichte seiner Familie und deren Auswirkungen auf ihr Leben.

Die Familie steht im Zentrum von Peter Puklus’ jüngster Arbeit The Hero Mother – How to build a house (2016–2020), aus der die sechs Photos der Griffelkunst-Edition stammen. Die Serie beschäftigt sich auf humorvolle Weise mit Rollenklischees von Elternschaft: Während sich Puklus selbst als Architekt inszeniert, der seiner Familie ein Haus über dem Kopf baut, tritt seine Frau als Heldin des Alltags auf. Sie posiert mit zwei kleinen Kindern ringend als Modell für ein Denkmal, das die »Helden-Mutter« symbolisieren soll. Klischees und Idealvorstellungen von Mutter- und Vaterschaft aus verschiedenen Zeiten und Kulturen verdichten sich in diesem und anderen Bildern der Serie. Der männliche Schaffensdrang wird ironisiert, wenn selbst einfachste Skulpturen aus Bauklötzen als Vorlage zum Hausbau herangezogen werden und der Vater als Fels oder Grundstein seinen Kindern ausgeliefert zu sein scheint. Männliche und weibliche Rollenklischees geraten ins Trudeln, wenn der Hammer – das Symbol für Stärke im Allgemeinen und der Arbeiterklasse im Marxismus-Leninismus – als Mutter dargestellt wird, die einen kleinen Hammer stillt. Durch die Farbigkeit und die Qualität wirken die Photos so, als würden sie aus dem privaten Photoalbum der eigenen Eltern stammen. Auf diese Weise reflektiert Puklus die Rolle der Photographie an der Konstruktion einer kollektiven Erinnerung und Identität, durch die sich Rollenbilder fortschreiben.

ringend als Modell für ein Denkmal, das die »Helden-Mutter« symbolisieren
soll. Klischees und Idealvorstellungen von Mutter- und Vaterschaft
aus verschiedenen Zeiten und Kulturen verdichten sich in diesem und anderen
Bildern der Serie. Der männliche Schaffensdrang wird ironisiert,
wenn selbst einfachste Skulpturen aus Bauklötzen als Vorlage zum Hausbau
herangezogen werden und der Vater als Fels oder Grundstein seinen
Kindern ausgeliefert zu sein scheint. Männliche und weibliche Rollenklischees
geraten ins Trudeln, wenn der Hammer – das Symbol für Stärke im
Allgemeinen und der Arbeiterklasse im Marxismus-Leninismus – als Mutter
dargestellt wird, die einen kleinen Hammer stillt. Durch die Farbigkeit
und die Qualität wirken die Photos so, als würden sie aus dem privaten
Photoalbum der eigenen Eltern stammen. Auf diese Weise reflektiert
Puklus die Rolle der Photographie an der Konstruktion einer kollektiven
Erinnerung und Identität, durch die sich Rollenbilder fortschreiben.

Peter Puklus

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geboren 1980 in Kolozsvár, Rumänien, lebt und arbeitet in Budapest, Ungarn.
Er studierte an der Moholy-Nagy Universität für Kunst und Design, Budapest (MOME) und an der École Nationale Supérieur de Création Industriel (ENSCI) in Paris. Seitdem nimmt er an zahlreichen Ausstellungen teil und war u.a. im C/O Berlin und im FOAM, Amsterdam zu sehen. Die Serie The Hero Mother – How to build a house wurde erstmals 2018 auf dem Festival Images Vevey in der Schweiz gezeigt. Sein Künstlerbuch Handbook to the Stars ist gerade in zweiter Auflage im Eigenverlag erschienen.

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