Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

Johannes Wohnseifer

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A-Reihe / 384. Wahl

IV. Quartal 2021

Digitaler Offsetdruck, mit Goldfolie kaschiert

42,0 × 59,4 cm

Voyager

1. Voyager I
2. Voyager II
3. Voyager III
4. Voyager IV
5. Voyager V
6. Voyager VI

Papierqualität: 350 g/qm Metapaper extrarough, white

Druck: Mediadruckwerk, Hamburg
Kaschierung: Buchbinderei Thomas Zwang, Hamburg

Falscher Glanz

von Stephanie Bunk
Elvis Aaron Presley (* 8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi; † 16. August 1977 in Memphis, Tennessee), häufig einfach nur Elvis genannt, war ein US-amerikanischer Sänger, Musiker und Schauspieler, der als einer der wichtigsten Vertreter der Rock- und Popkultur des 20. Jahrhunderts gilt. Wegen seiner Erfolge und seiner Ausstrahlung wird er auch als »King of Rock ’n’ Roll« oder einfach als »King« bezeichnet. Presley gilt mit wahrscheinlich über einer Milliarde verkauften Tonträgern als der erfolgreichste Solo-Künstler weltweit.
Das Voyager-Programm ist ein Forschungsprogramm der NASA zur Erkundung des äußeren Planetensystems und des interstellaren Raums. Es umfasst Planung, Bau und Forschungsmission der beiden Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2. Diese starteten im Jahr 1977. Die beiden Missionen dauern bis heute an.
Johannes Wohnseifer (born 1967) is a German artist based in Cologne. He often draws reference to the German history of his youth, such as the 1972 Summer Olympics and the Red Army Faction.
Nach Wikipedia, 2021

Elvis war der erste Superstar der Popkultur, auch was seine Vermarktung und seine mediale Präsenz betrifft. Er trat in Film und Fernsehen auf, war auf Postern, als Bravo-Starschnitt oder sogar bei Andy Warhol als Siebdruck erhältlich, von den LPs und Musik-Shows gar nicht zu reden. Und, was seltener der Fall war, er tauchte auch auf privaten Schnappschüssen auf. Diese von Fans gemachten Amateurphotos waren hochbegehrt und wurden nach seinem Tod wie Reliquien gehandelt. Sie sind zwar in photographischer Hinsicht schlecht gemacht und damit eigentlich wertlos. Doch in seiner Fangemeinde sind sie überaus begehrt, denn sie bezeugen: Elvis was here! Oder um es mit Roland Barthes zu sagen: »Es ist so gewesen.«
Johannes Wohnseifer hat aus seiner Sammlung von Elvis-Fan-Photos aus den 1970er-Jahren sechs Motive für unsere Edition ausgewählt. Sie zeigen den King meistens in Begleitung von Fans (jungen Frauen), im Bühnenoutfit, beim Schreiben von Autogrammen, am Steuer eines Autos, rauchend, in einer Tiefgarage. Es handelt sich um abgerungene, nicht inszenierte Aufnahmen, die ein kurzes Schlaglicht auf den gar nicht so glamourösen, eher banalen Alltag des Stars geben. Den ambivalenten Charakter der Photos zwischen Trash und Treasure verstärkt Wohnseifer durch die Applikation von Goldelementen, die einerseits durch ihren »Materialwert« die Bilder aufwerten. Andererseits stören sie die Sicht und schränken die Bildinformation zusätzlich ein, sodass das Objekt der Begierde noch unerreichbarer wird. Das Gold weckt Assoziationen an Elvis’ prachtvolle Bühnenkostüme, aber auch an sein Scheitern, vor dem ihn sein Erfolg und sein Reichtum nicht bewahren konnten, im Gegenteil. Statt echtem Gold wurde auf jeden Print billige, dünne Rettungsfolie appliziert, wie sie in jedem Verbandskasten Pflicht ist und auch Elvis als Schutz vor den omnipräsenten Blicken nützlich gewesen wäre. Die Applikationen wurden vom Buchbinder Thomas Zwang von Hand aufgebracht, sodass sie immer leicht unterschiedlich ausfallen und jedes Blatt zu einem Unikat machen.
Johannes Wohnseifer verbindet in seiner Malerei, seinen Installationen, Objekten, Papierarbeiten, Künstlerbüchern und Plakaten historische Ereignisse mit Phänomenen der Popkultur. Er setzt Konsumartikel und Prestigeobjekte wie Turnschuhe und Autos als Spiegel der Geschichte ein, vor allem der Zeit seines eigenen Erwachsenwerdens. Außerdem ist er ein Sammler von gefundenen Bildern, die er auf Werbemitteln, in Büchern oder auch auf Instagram entdeckt. Seit 2007 beschäftigt er sich zum Beispiel mit einem der erfolgreichsten Musikstars des 21. Jahrhunderts: Beyoncé. Er zeigt die Sängerin auf hochgezogenen Motiven zum Greifen nah und doch distanziert durch lochblechartige Überzüge in RAL-Farben. Die Inszenierung heutiger Superstars ist viel professioneller und kalkulierter, genauso wie die Möglichkeiten, an Bilder von ihnen zu kommen. Doch was konstant geblieben ist, ist die Jagd nach Devotionalien, die auch der Bildenden Kunst nicht fremd ist. Johannes Wohnseifer reflektiert den Wert, der Ikonen der Populärkultur beigemessen wird, indem er ihn in seinen Inszenierungen überhöht und dadurch demontiert.

Johannes Wohnseifer

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1967 in Köln geboren, ist seit 2007

Professor für Malerei und Skulptur an der Kunsthochschule für Medien in Köln.

Er lebt und arbeitet in Köln und Erftstadt.

Einzelausstellungen:

1999 im Museum Ludwig in Köln,

2003 Sprengel Museum Hannover sowie 2005 Hara Museum of Contemporary Art, Tokio.

Publikation

Werkverzeichnis, 1992–2007, Christoph Keller Editions, JRP|Ringier, Zürich 2007

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