Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

Isa Melsheimer

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382 B6

Isa Melsheimer

B-Reihe / 382. Wahl

II. Quartal 2021

Lithographie

1. Nr. 1
41,4 × 31,3 cm
2. Nr. 2
31,3 × 39,0 cm
3. Nr. 3
32,0 × 45,0 cm
4. Nr. 4
49,0 × 35,5 cm / 37,0 × 27,5 cm
5. Nr. 5
49,0 × 35,5 cm / 36,7 × 27,5 cm
6. Nr. 6
49,0 × 35,5 cm / 41,0 × 28,5 cm

Papierqualität: 250 g/qm Zerkall Bütten

Druck: Saal-Presse, Bergsdorf

Vergängliche Zukunft

von Brigitte Bedei

Isa Melsheimer beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit architektonischen und urbanen Räumen, mit deren Formensprache, Funktionsgeschichte und sozialer Bedeutung. Ihre Objekte und Installationen setzen sich dabei insbesondere mit modernistischer, postmoderner und brutalistischer Ästhetik auseinander. Mit Zeichnungen, Landschaften aus Glasscherben sowie Objekten aus Beton und Keramik spürt sie in Vergessenheit geratenen Gebäuden nach. Für die griffelkunst ist eine Serie von Lithographien entstanden, in der architektonische Fragmente überlagert werden von floralen Stoffmustern und farbigen Auflösungen. In einem Interview, das Brigitte Bedei per E-Mail mit der Künstlerin geführt hat, verrät sie mehr.

griffelkunst: In Ihren Lithographien sehen wir reproduzierte Photos von Gebäuden, die zu einem wichtigen Element des Bildes werden. Wo sind diese Photos entstanden?

Isa Melsheimer: Zwei der Lithographien (Nr. 1 und Nr. 3) zeigen eine Wohnanlage in Paris, die Espaces d‘Abraxas, einen postmodernen Gebäudekomplex, der Ende der 1970er-Jahre von dem spanischen Architekten Ricardo Bofill errichtet wurde. Auf dem zweiten Blatt ist ein kleiner Garten von Burle Marx im Eingangsbereich einer Bank in São Paulo zu sehen. Blatt Nr. 4 zeigt einen Teil des UNESCO Gebäudes in Paris, das von Marcel Breuer, Pier Luigi Nervi und Bernard Zehrfuss in den 1950er-Jahren entworfen wurde. Auf Lithographie Nr. 5 ist Torres Blancas zu sehen, ein Betongebäude in Madrid, das in den 1960er-Jahren von Francisco Javier Sáenz de Oiza entworfen wurde. Das letzte Blatt der Serie zeigt den Großen Windkanal in Berlin von 1932, der aerodynamischen Untersuchungen diente und heute ein Baudenkmal ist.

griffelkunst: Die schwarzweiß gedruckten Gebäudemotive werden überlagert von farbigen Tier- und Pflanzenelementen, die Sie direkt auf den Lithostein gezeichnet haben. Sogar ein Tiger sitzt im Bild. Woher stammen diese Motive? Isa Melsheimer: Für den Tiger oder die Palme dienten mir z.B. als Vorlage alte Stoffe. Beide Motive sind Muster, die im Textildruck immer wieder auftauchen. Die Überlagerung der Gebäude sehe ich eher als Ornament, als eine zweite Bildebene, wie ein Vorhang, der sich darüberlegt. Das hat sich auch aus der druckgraphischen Technik ergeben.

griffelkunst: In der Bearbeitung der Lithosteine steckt viel Handwerk. Zum einen der Phototransferdruck und das Zeichnen der Motive auf den Stein mit Pinsel und Kreide. Die Flächen sind zum Teil gespritzt, zum Teil mit Farbverlauf im Irisdruck gedruckt. Wie aufwendig war die Produktion der Druckformen?

Isa Melsheimer: Ich hatte mich vor der Arbeit an meiner Edition für die griffelkunst nie mit Drucktechniken beschäftigt. Ich habe mich aufgrund Ihrer Einladung darauf eingelassen, da mich grundsätzlich die Geschichte und die Tradition des Handwerks interessieren. Ich möchte die Technik verstehen und dann erproben, welche Möglichkeiten ich habe. Somit war die Zusammenarbeit mit Angela Schröder und Jürgen Zeidler in der Saal-Presse einfach perfekt. Ich habe nicht einfach eine Idee abgeliefert, die dann vervielfältigt wurde, sondern Angela Schröder hat mir die verschiedenen Möglichkeiten präzise erklärt. Die Arbeiten sind schließlich entstanden, indem ich vieles ausprobiert habe. Ich habe versucht, diese sehr alte Drucktechnik zu verstehen und auch ein wenig zu erlernen. Das war großartig und hat sehr viel Spaß gemacht!

Isa Melsheimer

Melsheimer_Portrait_Oliver-Mark-.jpg

geboren 1968 in Neuss. 1991 bis 1997 Studium an der Hochschule der Künste in Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Einzelausstellungen:

2020 false ruins and lost innocence, Galerie Esther Schipper, Berlin

Der unerfreuliche Zustand der Textur, KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Berlin

2018 Psychotropische Landschaften, Städtische Galerie Delmenhorst, Delmenhorst (K)

2017 Der tote Palast zitterte – zitterte!, Mies van der Rohe-Haus, Berlin

2015 Kontrastbedürfnis, Ernst-Barlach- Haus, Hamburg (K)

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