Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

Gerwald Rockenschaub

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382 A4

Gerwald Rockenschaub

A-Reihe / 382. Wahl

II. Quartal 2021

Inkjet-Print

29,5 cm × 42,0 cm
(re)flowered
1. (re)flowered 1
2. (re)flowered 2
3. (re)flowered 3
4. (re)flowered 4

Papierqualität: 300 g/qm Brilliant Museum Satin

Hersteller: Graphicline, Berlin

Unverblümt

von Stephanie Bunk

Ich gehe beim Erstellen eines Bildes, Objekts, einer Skulptur oder beim Konzipieren einer Ausstellung ähnlich wie beim Komponieren eines Musikstücks vor, das heißt, ich denke da sehr ›musikalisch‹. Choreographie, Dramaturgie, Rhythmisierung et cetera spielen speziell beim Erarbeiten einer Ausstellungsidee eine entscheidende Rolle.
Gerwald Rockenschaub im Gespräch mit Karsten Löckemann,
in: Re-entry (Third Ear Edit), Ausstellungskatalog, Sammlung Goetz, München 1997

Die Musik – insbesondere der Rhythmus – wirkt verbindend in der Kunst von Gerwald Rockenschaub. Er ist als Künstler in beiden Welten tätig. In der bildenden Kunst und der Musik, wobei sich seine Arbeitsweise seit den 1980er-Jahren immer wieder verändert hat. War er in der Musik erst Gitarrist einer New-Wave Band, dann Techno-DJ und Clubbetreiber, widmet er sich heute vor allem der Komposition eigener Tracks. In der bildenden Kunst begann er mit minimalistischer, geometrischer Malerei, war ein Vertreter der Neo-Geo Bewegung, auch bekannt als »neo-geometric conceptualism «, bis sich seine Werke Ende der Achtzigerjahre immer stärker auf den Raum bezogen, bis hin zur Gestaltung komplexer Ausstellungsarchitekturen und ortspezifischer Eingriffe. Indem er Anleihen an populäre Formen des Displays nimmt, übt er Kritik an den Ausstellungsbedingungen der zeitgenössischen Kunst im sogenannten White Cube und an der Kommerzialisierung der Kunst. Für seine Installationen arbeitet er mit industriell gefertigten Materialien wie Plexiglas und Folie, wobei er seine Arbeiten schon früh am Computer konzipiert hat. Auch Animationen sind Teil seines Werks.

Eine Konstante, welche die unterschiedlichen Werke miteinander verbindet, ist der Rhythmus. Er ist entscheidend für den Entstehungs- und Rezeptionsprozess, etwa wenn der Blick von Bild zu Bild springt, wie in der riesigen Installation, die 2010/2011 als Herzstück der Ausstellung multidial im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen war. In die Ausstellungshalle hatte Gerwald Rockenschaub eine Fläche von ca. 11 Metern Höhe und 70 Metern Breite eingezogen, die vollständig mit einzelnen Motiven überzogen war (https://www.kunstmuseum-wolfsburg.de/kunstmuseum/fotosand-videos/gerwald-rockenschaub-multidial/). Diese geben einen retrospektiven Einblick in den Werkzeugkasten und das Formenrepertoire des Künstlers, das sich an Computerprogrammen, Piktogrammen und Gebrauchsgraphik orientiert. Es handelt sich um wiederkehrende Sujets, die auch bei anderen Werken zum Einsatz kamen. Einige haben eine hohe Lesbarkeit, sodass man sie sofort benennen kann. Andere sind streng artifiziell. Bei einigen verweilt das Auge länger, bei anderen springt es schnell weiter zum nächsten – womit Rockenschaub auch ein Bild für unsere Verarbeitung der Omnipräsenz von Symbolen geschaffen hat. Innerhalb der Flut an Sujets sind bereits ein paar Blumen zu entdecken, die auch Grundlage der Edition für die griffelkunst bilden. Gerwald Rockenschaubs Werk ist unverblümt im Sinne von direkt und schnörkellos, und so sind auch seine Blumen in hohem Maße abstrakt. Über die vier Blätter der Edition kommt die zentrale Bedeutung des Rhythmus’ in seinem Werk zum Tragen, denn die Varianten der Motive lassen sich auch als Akzentverschiebung beschreiben. Ein roter Punkt wandert, wird addiert oder subtrahiert, wird zum Zentrum oder zum Störfaktor.

Gerwald Rockenschaub

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wurde 1952 in Linz, Österreich, geboren und studierte ab 1975 Philosophie, Geschichte und Psychologie an der Universität Wien. Von 1978 bis 1982 studierte er an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Er lebt und arbeitet in Berlin. 1993 bespielte er mit Andrea Fraser und Christian Philipp Müller den österreichischen Pavillon der Biennale von Venedig. 2007 war er auf der documenta 12 mit mehreren Arbeiten vertreten. 2008 gestaltete er die
erste Außenbespielung der temporären Kunsthalle Berlin und präsentierte drei große Rauminstallationen in der Kunsthalle Bern. Gerade ist im Distanz Verlag das Künstlerbuch percolated / accelerated (leisure) pursuit & erschienen.

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