Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke ©griffelkunst

Chris Newman

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B-Reihe / 389. Wahl
I. Quartal 2023

Real Life
Radierung

B1 Real Life (1) 37,4 × 49,0 cm / 29,5 × 39,3 cm

B2 Real Life (2) 37,4 × 49,0 cm / 29,5 × 39,3 cm

B3 Real Life (3) 37,4 × 49,0 cm / 29,5 × 39,3 cm

B4 Real Life (4) 37,4 × 49,0 cm / 29,5 × 39,3 cm

B5 Real Life (5) 37,4 × 49,0 cm / 29,5 × 39,3 cm

B6 Real Life (6) 37,4 × 49,0 cm / 22,5 × 30,3 cm

Papierqualität: 230 g/qm Hahnemühle Bütten Alt Worms

Druck: Saal-Presse, Bergsdorf

Eine Ansammlung von glücklichen Unfällen

von Stephanie Bunk

Chris Newman ist Komponist, Dichter, Videokünstler, Maler und Zeichner. Ausgangspunkt für sein Gesamtwerk ist die Musik, die er in London am King’s College und in Köln an der Hochschule für Musik bei Mauricio Kagel studiert hat. Nach unzähligen Aufführungen eigener Werke in unterschiedlicher Besetzung,unter anderem mit eigener Band, begann Newman 1989 mit der Malerei. Seitdem schafft er Räume aus Musik- und Kunstwerken, die nach eigenen Texten und Kompositionen entstanden sind. Aus der Musik entlehnt er auch den Begriff des »Kontrapunkts« als Merkmal seines künstlerischen Schaffens. Wie zu einer Melodie eine neue Stimme bzw. eine Gegenstimme hinzuerfunden wird, bringt Newman unterschiedliche Medien zueinander, die ihren jeweils eigenen Regeln folgen. Durch das Zusammenspiel von Gegensätzlichem entsteht eine Spannung und manchmal ein Funke, eine besondere Energie. Seine Werke verbinden oftmals verschiedene Anregungen und Ideen, die wie Gedanken parallel existieren können. Dabei verfolgt er weniger Themen oder fixe Ideen, sondern reagiert spontan auf Erlebnisse und Eindrücke, die etwas in ihm anstoßen. Das können ganz verschiedene Auslöser sein, zum Beispiel Texte und Werke anderer Künstlerinnen und Künstler. So ist etwa die Serie von Radierungen für die griffelkunst inspiriert von den Landschaftsbildern des französischen Malers Camille Corot, einem Wegbereiter der impressionistischen Malerei. Wie Corot setzt Chris Newman in seiner Serie Figuren und Landschaften zueinander in Beziehung, die vordergründig nichts miteinander zu tun haben. Das erste Blatt der Serie wirkt wie ein Diptychon zusammengesetzt aus zwei Motiven: einem Maler auf der linken und einer Landschaft auf der rechten Bildhälfte. Der Maler steht nicht in der Landschaft, und die Landschaft ist nicht Hintergrund, sondern es handelt sich um gleichberechtigte Bildelemente. Durch ihr bloßes Nebeneinander entsteht eine Spannung im Bild, die sich auch auf die Dualität von Innen- und Außenleben übertragen lässt. So handelt es sich bei Chris Newmans Radierungen mit dem Titel Real Life vor allem um innere Landschaften des Künstlers und Ansichten seines Alltaglebens, die sich in seinem engsten Berliner Umfeld entwickeln und doch den Rest der Welt einschließen und mitdenken.

Bei Chris Newman steht der Akt des Machens im Vordergrund. Die Spontanität seines Ausdrucks und die ihr innewohnende Energie versucht er so unmittelbar wie möglich auf die Kupferplatte zu bringen und im Druck zu imprägnieren. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Er bearbeitet die Platten im Stehen mit allem, was ihm zur Hand ist: Holzstifte, Gabeln, Haushaltsgegenstände – vor allem auch direkt mit der Hand selbst und mit den Fingernägeln. Die richtige Geschwindigkeit des Arbeitens zu erreichen ist ihm wichtig. Sie entscheidet über die Intensität, mit der er die Platten bearbeitet, ihnen Tiefe verleiht und die Fläche definiert. Dabei spielt auch der Zufall eine Rolle, oder wie Chris Newman es ausdrückt, der Unfall. Er bezeichnet seine Arbeiten als eine Ansammlung von »glücklichen Unfällen«, aus denen das Bild wie von selbst entsteht und ein Eigenleben zu entwickeln beginnt. Wie eine »Fingerübung« nimmt sich das letzte Blatt der Serie aus. Eigentlich ein Stillleben von Gegenständen auf Newmans Küchentisch, ist die Radierung voller Energie, Rhythmus und Experimentierfreude, die kennzeichnend für die gesamte Serie sind.

Chris Newman

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1958 geboren in London, GB, lebt und arbeitet in Berlin

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