Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln ©griffelkunst

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

Agathe de Bailliencourt

E_573_Agathe_de_Baillencourt.jpg
E 573
E_574_Agathe_de_Baillencourt.jpg
E 574

Einzelblätter

Lithographie

E 573

Crash 1

57,0 × 42,0 cm

E 574

Crash 2

57,0 × 42,0 cm

Papierqualität: 250 g/qm Zerkall-Bütten

Druck: Saal-Presse, Bergsdorf

Wasser-Farben

von Brigitte Bedei

»Je m’en fou« (Ist mir egal) ist ein Satz, aus dem Agathe de Bailliencourt ganze Bild-Landschaften erschafft – Landschaften, die man lesen kann. Auch das Wort »maintenant« setzt sie zeichnerisch ein und verweist damit auf das Hier und Jetzt, das gegenwärtige Sein. Generell ist die Erfassung der Zeit ein wiederkehrendes Thema in ihrer künstlerischen Praxis. Die Grenze zwischen Wort und Bild verschwimmt, indem sie die Wörter auf dem Papier so komponiert, dass Naturmerkmale wie Hügel und Wälder oder Himmel und Wolken konstruiert werden. Die Arbeiten von Agathe de Bailliencourt sind vielseitig. Als Malerin arbeitet sie auf Rohleinen und Leinwand, schafft aber auch Installationen im Innen- und Außenraum, die häufig Architektur und Natur mit einbeziehen. So zeigt sie 2016 in der Fondation d’entreprise Hermès in Singapur eine große, raumfüllende Installation aus Kies, die in sechs verschiedenen Blautönen von Hand bemalt zu einem Farbverlauf zusammengesetzt wird. Entstanden ist eine Art japanischer Zen-Garten in Blau. Bei unserem Besuch in ihrem Berliner Atelier waren wir begeistert von Agathes Malerei, in der sich bunte Farbbatzen auf rohem Leinen auftürmen. Sie schichtet die Farben und komponiert Flächen dabei so, dass sie ineinanderlaufen wie schmelzende Eiskugeln. Damit versucht sie, den kurzlebigen Moment des Zusammenbruchs, des Crashs, einzufangen. 2020 haben wir die Künstlerin eingeladen, vier Wochen lang bei der Saal- Presse in Bergsdorf die Technik der Lithographie zu erlernen. Hier hat Agathe de Bailliencourt nicht mehr auf rohe Leinwand oder auf Papier gemalt und gezeichnet, sondern direkt auf den Lithostein. Entstanden sind die beiden Crash betitelten Farblithographien von jeweils drei Steinen. Auch hier agiert die Künstlerin als Malerin. Mit großen malerischen Schwüngen bewegt sie den Pinsel über die glatte Oberfläche. Dabei arbeitet de Bailliencourt mit kontrastierenden Farben, die sich erst im Druck zu mehreren Schichten zusammenfügen. Sie entdeckt die unglaubliche Leichtigkeit und Komplexität, die der lithographischen Technik eigen sind. Ausgehend von einem Entwurf, der in einem Höchstmaß an Spontanität entstand, trafen schwere Steine, flüssige Tusche und durchscheinende Farben und Formen aufeinander. Jeder der sechs Steine wurde in einer Bewegung bemalt und fing die körperliche Geste durch den Schwung des Pinsels ein. So bleibt der Prozess des Malens im Druck nacherlebbar. Rot, Grün und Lila werden nuancenreich in unterschiedlicher Dichte und Intensität gedruckt. Farbe wird hier zum Material, das untrennbar mit der Spur des Pinsels verbunden ist. Die Schwünge sind voller Leichtigkeit und Bewegung. Obwohl es keine direkte Verbindung zwischen den beiden Lithographien gibt, hat man als Betrachter doch das Gefühl, sie gehören formal zusammen und gehen ein ephemeres Wechselspiel von Farbe und Form ein. Gemeinsam weisen sie eine ganz eigene Symmetrie auf und laufen förmlich ineinander. Beide Blätter werden randlos gedruckt, sodass die Entfaltung des Motivs über das Bild hinausweist. So zeigt sich eine erstaunliche Leichtigkeit in den Lithographien der französischen Künstlerin, die zusammen in einen wunderbaren Dialog treten!

Agathe de Bailliencourt
1974 geboren in Paris, Frankreich.
Lebt und arbeitet seit 2007 in Berlin.
1998 Abschluss an der École Boulle in Paris.

Ihre Arbeiten wurden international in Museen und Galerien ausgestellt:
2006 Singapore Biennale; 2008 Shanghai Zendai Museum of Modern Art, China
2009 Französische Botschaft, Tokio, Japan
2010 Lu Magnus, New York, USA
2014 Marfa Contemporary, Texas, USA
2015 Fukuoka City Museum; Japan,
2015 Blain Southern, London
2016 Fondation d’entreprise Hermès, Singapore
2018 Château de Ratilly, Frankreich.

Preise und Stipendien
u.a. 2016 Jon Schueler Scholarship, Isle of Skye, Schottland
2013-2014 Marfa Contemporary, Texas, USA
2012 Art Omi in Ghent, New York, USA

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