Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße ©griffelkunst

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst

Agenda – aktuelle Ausstellungshinweise und News

Schweres Gepäck: Yvette Kießling

Bei dem Namen Usambara-Berge denkt man vielleicht an die in den 1970er und 1980er Jahren beliebte Zimmerpflanze, das Usambara-Veilchen. Doch nur wenige wissen um die koloniale Vergangenheit des Gebietes,  das als „Deutsch-Ostafrika“ von 1885 bis 1918 die größte Kolonie des Deutschen Reiches war. Dort entstand 1904 in Amani ein biologisches Forschungsinstitut, zu dem auch ein Botanischer Garten gehörte. So berühmte Forscher wie Robert Koch arbeiteten dort an der Erforschung von Krankheiten und ihrer Heilung durch Heilpflanzen. Von besonderem Interesse für Yvette Kießling ist die Geschichte des botanischen Gartens, denn von den damals angesiedelten etwa 3000 Baum- und Pflanzenarten sind viele erhalten geblieben. Mehr noch gedeihen die invasiven Arten in dem warmen Klima besonders gut und nehmen ungewöhnliche Ausmaße an. In der Natur fühlt sich die Malerin zuhause. Doch die Arbeit vor dem Hintergrund einer konkreten historischen Gegebenheit war für sie Neuland. Direkt vor ihren Motiven, den wuchernden und ausladenden Bäumen und Pflanzen, hat Yvette Kießling wie eine Feldforscherin ihr improvisiertes Atelier aufgestellt: Malutensilien, mehreren „Monoblock-Stühlen“ als Sitzgelegenheit und Staffelei-Ersatz sowie präparierte Alu-Platten. Diese hat der Leipziger Drucker Thomas Franke für die weite Reise und das spezielle Klima vorbereitet, was eine große Herausforderung darstellte. Wie man auf den Photos sehen kann, hat Kießling neben Skizzen in Büchern und Malereien auf Papier, auch direkt auf die grauen, dünnen Platten gearbeitet. Die Photos erlauben seltene Einblicke in den Malprozess und lassen sogar den Vergleich mit der Landschaft zu, welche die Malerin in ihrer besonderen Mischung aus Abstraktion und Realismus erforscht.

Yvette Kießling hat das Amani-Institut, das auch heute noch in Betrieb ist, im Herbst 2021 zweimal besucht. Entstanden sind neben den sechs Motiven für die griffelkunst 100 weitere Unikatdrucke, die sie zusammen mit anderen Arbeiten aus Amani ab dem 12. Mai 2022 in ihrer Hamburger Galerie Schimming zeigen wird.

Ihre Serie bildet den Auftakt zu einer Erforschung und Neubewertung der deutschen Kolonialgeschichte des Instituts, die sie zusammen mit dem Amani Forschungsprojekt unter der Leitung von Dr. Sebastian Möllers, Direktor der Museen Stade, fortführen wird.

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