Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>
<p>Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst</p>

Im Atelier von Anja Tchepets ©griffelkunst

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis ©griffelkunst

Agenda – aktuelle Ausstellungshinweise und News

Druckwerkstatt: Felix Bauer, Köln

Liebe Mitglieder der Griffelkunst-Vereinigung,

zunächst möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Ihr Verein ist von ganz großer Bedeutung für das druckgraphische Geschehen in Deutschland. Auch für mich. Seit 1994 habe ich meine eigene Druckerei hier in Köln. Und seit 2003 habe ich mit sechzehn Künstler*innen Serien und Einzelblätter für Sie gedruckt.
Zuletzt mit Stefan Marx, Richard Deacon, Franz Burkhardt und Miwa Ogasawara. Mit Richard hatte ich schon vorher Lithographien zusammen gedruckt. Die anderen haben hier ihre ersten Drucke gemacht, wie es meistens der Fall ist. Künstler*innen aus dem Ausland kennen so etwas wie die griffelkunst nicht und sind immer begeistert von dem Konzept.

Anhand dieser Vier kann ich Ihnen recht gut schildern, wie die Zusammenarbeit in meiner Werkstatt abläuft:
Bevor wir anfangen, haben die Künstler*innen natürlich schon eine Vorstellung davon, was sie lithographisch umsetzen wollen. Ich zeige ihnen dann die Zeichenmaterialien, also Lithotusche, Wachskreide sowie eine Art Wischkreide und auf welche Weise man sie einsetzen kann. Das probieren sie auf einem Probestein aus. Die Materialien, besonders die Tusche beim Lavieren, verhalten sich auf dem Lithostein oft anders als auf einem Blatt Papier.
Relativ einfach und direkt ist eine Einfarben-Lithographie. Da gilt es nur zu beachten, dass sie spiegelverkehrt gedruckt wird. Komplexer sind mehrfarbige Blätter, denn für jede Farbe wird ein separater Stein bezeichnet. Und zwar mit schwarzer Tusche und/oder Kreide, egal, in welcher Farbe später gedruckt wird. Die Passgenauigkeit der Farben ist dabei nicht das Schwierigste, aber sich die Wirkung der einzelnen Farben im Zusammendruck vorzustellen, sehr wohl.
Nachdem ich die Zeichnungen auf den Steinen geätzt und präpariert habe, ist deshalb der Probedruck mit den Künstler*innen so wichtig und spannend. Es ist die gemeinsame Suche nach den richtigen Farben im Zusammendruck und auch die Zeichnung kann hier noch geändert werden.
Die Herausforderungen in der Zusammenarbeit sind bei jedem Projekt andere.

Stefan Marx kommt vom Siebdruck; er hat sehr schnell die Eigenarten der Lithographie verstanden und war vor allem von der Wischkreide begeistert.


Felix Bauer bearbeitet den Lithostein von Stefan Marx, 2018

Mit Richard Deacon hatte ich 2014 eine kleine Edition auf Seide für eine Schule in Ladakh (Indien) als Fundraising-Projekt gedruckt. Eine Reminiszenz an die dort üblichen Gebetschals. Als wir dann 2015 eine Serie für die griffelkunst machen sollten, dachte ich erst: „Nur keine Seide!“ Aber dann haben wir einen Weg gefunden, die Seide sicher zu bedrucken und die Kanten zu fixieren.


Richard Deacon, Köln 2018

Franz Burkhardt hat die Lithosteine nicht in meiner Werkstatt, sondern im eigenen Atelier in Belgien in aller Ruhe bezeichnet. Er musste sich erst an die Litho-Kreiden gewöhnen, da er normalerweise Bleistifte benutzt, die weniger kontrastreich, dafür aber reicher an Zwischentönen sind als die Litho-Kreiden. Wir haben versucht, die Zeichnungen in Grau statt in Schwarz zu drucken, aber dann entschieden: Eine Bleistiftzeichnung ist eine Bleistiftzeichnung, eine Lithographie ist eine Lithographie.


Franz Burkhardt, Signiertermin in Köln, 2019

In der Probedruckwoche mit Miwa Ogasawara war die größte Herausforderung das Drucken der Deckweißfarben. Auch eine Zeichnung, die später mit Weiß gedruckt wird, muss erst mit schwarzer Tusche auf den Stein gezeichnet werden, quasi negativ. Ein größerer Unterschied zwischen dem, was man zeichnet, und dem, was man im Druck erhalten wird, ist nicht denkbar. Man sieht es den mühelosen Blättern nicht an, aber wir haben wirklich eine Woche darum gerungen. Schön, dass diese Serie bei Ihnen so gut angekommen ist, auch wenn ich mir beim Auflagendruck mit der Handpresse ein wenig Sorgen um die zarten Partien gemacht habe.


Felix Bauer druckt Miwa Ogasawara

Die Zusammenarbeit mit Stefan, Richard, Franz, Miwa und allen anderen war so spannend, weil sie ausgehend von einer Idee, die sie vielleicht so ähnlich schon in einem anderen Medium umgesetzt hatten, sehr schnell die Möglichkeiten und Beschränkungen der Lithographie erkannten und bereit waren, neue Wege mit mir zu gehen. Wir haben dabei viel Freude gehabt, und möchten uns bei Ihnen, die das mit Ihrem Mitgliedsbeitrag ermöglicht haben, ganz herzlich bedanken.
Eigentlich sollte ich in dieser Woche zwei neue Blätter mit Richard Deacon für die griffelkunst drucken, aber er kann jetzt nicht aus England zu mir kommen. Wir hoffen, das Anfang nächsten Jahres nachzuholen.

Ihr Felix Bauer

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