Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011 ©griffelkunst

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012 ©griffelkunst

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011 ©griffelkunst

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ©griffelkunst

<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst</p>

Jenny Holzer Edition entsteht ©griffelkunst

Agenda – aktuelle Ausstellungshinweise und News

Bütten-Papier aus Zerkall – das Ende einer Tradition?


Papierfabrik Zerkall Renker & Söhne

Die Druckgraphiken, welche die griffelkunst seit fast 100 Jahren ediert, sind nicht nur motivisch vielfältig, sondern spiegeln auch ganz unterschiedliche technische Verfahren wider. Heute wollen wir Ihre Aufmerksamkeit jedoch auf das Papier lenken, das Träger vieler unserer Graphiken ist und dessen Produktion und Beschaffung aktuell durch vielerlei Einflüsse gefährdet ist: Bütten-Papier. Radierungen, Holzschnitte oder Lithographien kann man praktisch nur dank der besonderen Eigenschaften des Bütten-Papiers herstellen. Alle Drucker*innen arbeiten damit und die meisten Künstler*innen zeichnen auf diesem einzigartigen Material, das weltweit nur noch von sechs Papierfabriken produziert wird! Die Papierherstellung ist eine jahrhundertealte Handwerkskunst und das echte Bütten eines der feinsten und exklusivsten Papiere überhaupt. Auf der Rundsiebmaschine aufwändig geschöpft und gepresst, erlangt es seine besonderen Eigenschaften. Neben dem Büttenrand ist die Alterungs- und Lichtbeständigkeit der Papiere ein wichtiges Qualitätskriterium. Es wird nicht brüchig und überdauert Jahrhunderte.

Seit den 1920er Jahren produziert die Papierfabrik Zerkall Renker & Söhne das weltweit bekannte Zerkall-Bütten in dem gleichnamigen Ort in Nordrhein-Westfalen. Die Papierfabrik wurde 1912 durch Gustav Renker gegründet und bis 2021 durch die Familie in der 4. Generation betrieben. Ende 2020 war die Fabrik insolvent, weil im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie das Geschäft mit Briefpapier und Umschlägen einbrach. Anfang 2021 fand sich mit Frank Féron, Geschäftsführer der IP Verpackungen aus Aldenhoven, ein neuer Investor und die Produktion konnte zunächst weitergehen.


Rundsiebmaschine

Am 14. Juli 2021 kam mit den heftigen Regenfällen die zerstörerische Flut. Die Papierfabrik wurde durch die Kall komplett überschwemmt, wobei auch die in Teilen hundert Jahre alte Rundsieb-Maschine, mit der das Bütten-Papier traditionell hergestellt wird, stark beschädigt wurde. Zwar konnte sie inzwischen wieder instandgesetzt werden, sodass einfache Papiere wieder produziert werden können, aber trotzdem steht die Produktion des weltweit einmaligen Zerkall-Büttens vor dem Aus. Die Folgen der Pandemie verhindern immer noch ein gewohntes Geschäft mit hochwertigen Grußkarten und Papieren, und es fehlen der Firma neue Aufträge und Investitionen.

Wir möchten heute den Fokus auf dieses besondere Kulturgut richten, denn die Tragödie des drohenden Untergangs spielt sich von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ab. Viele unserer Mitglieder haben mit Papier zu tun und vielleicht gelingt es uns gemeinsam, wieder etwas mehr Aufmerksamkeit auf diesen besonderen Stoff zu legen. Abgesehen davon, dass es ein großer Verlust für die Beschäftigen mit ihren unwiederbringlichen Kenntnissen in einer strukturschwachen Region wäre, gibt es auch für die Kunstwelt keinen Ersatz für das einzigartige Papier aus Zerkall.

Das Buch „Zerkall. Die unzeitgemäße Geschichte der Eifeler Büttenpapierfabrik Zerkall Renker & Söhne“ porträtiert das Unternehmen und seine Mitarbeiter*innen und wurde auf hauseigenem Bütten-Papier gedruckt. Die Photographien stammen von © Maxi Uellendahl, Köln.

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