Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

Tobias Zielony

C-Reihe / 357. Wahl I. Quartal 2015
Photographien im Inkjet-Druck

aus der Serie: Jenny Jenny, 2013

1. Licht 47,0 x 32,0 cm
2. Haare 47,0 x 32,0 cm
3. Front 47,0 x 32,0 cm
4. Piercing 47,0 x 32,0 cm
5. Bett 32,0 x 47,0 cm
6. Himmel 47,0 x 32,0 cm

Papierqualität: 285 g/qm Tecco Glossy Ultra White
Hersteller: Humme, Leipzig
Mappe: 440 g/qm Lessebo rough
Hersteller: Reset, graphische Medien, Hamburg

Der Rand der Gesellschaft ist mittendrin

von Stephanie Bunk

Wie im Film wechselt Tobias Zielony in seinen photographischen Serien verschiedene Einstellungen von disparaten Momenten ab, die erst durch das Nebeneinander zu einem Zeit-Raum-Kontinuum und damit zu einer Erzählung zusammengeführt werden. Zielony sprengt den engen Rahmen der dokumentarischen Photographie, indem er sich der Ästhetik anderer Medien wie dem Musikvideo oder dem Film bedient, und eigene Filme in seine Arbeit integriert. Den Protagonisten seiner Bilder lässt er dabei viel Raum zur Selbstinszenierung vor der Kamera, sodass auch deren eigenes, oftmals medial geprägtes Selbstbild Teil der Photographien wird. Dabei entwickelt er bewusst keinen Blick von außen, sondern lässt sich auf die Gegebenheiten eines Ortes oder die Regeln einer Gruppe ein. Bisher handelte es sich bei diesen Gruppen meist um Jugendliche, deren soziale Situation sie zu Außenseitern macht. So unterschiedlich ihre jeweiligen Lebensumstände auch sein mögen, etwa in der Banlieue von Marseille oder Halle-Neustadt, in sterbenden Städten wie in Trona, Kalifornien oder als Flüchtlinge in Hamburg, sie sind miteinander verbunden durch einen universellen Code. Über Kleidung, Gestik, Musik und Praktiken wie dem »Abhängen« wird eine größere Zugehörigkeit hergestellt, die in die Ästhetik der Photographien einfließt und diese miteinander verbindet. Auf diese Weise transportieren Zielonys Aufnahmen ein hohes Maß an Echtheit und Authentizität, noch verstärkt durch den ausschließlichen Einsatz von natürlichem Licht.

Seinen Arbeiten geht eine gründliche Recherche voraus, die Zielony an Orte führt, die man als soziale und gesellschaftliche Konfliktzonen bezeichnen könnte. Für die Photographien aus der Serie Jenny Jenny, aus der die sechs Bilder der Edition stammen, ist der Künstler in Berlin geblieben. Mehr als zwei Jahre lang hat er an der Serie gearbeitet und dafür sechs junge Frauen photographiert – vielleicht Prostituierte, vielleicht Drogenabhängige, vielleicht beides, oder nichts davon. Die Photographien erklären nichts und versuchen es auch gar nicht. Vieles bleibt dem Betrachter überlassen, der ein Teil des Spiels wird, das sich zwischen den Blicken der Protagonistinnen und dem Blick des Photographen wie ein Akt der Verführung entwickelt. Oft ist ihr Blick aber auch nach innen oder durch den Spiegel auf sie selbst gerichtet. Auf anderen Bildern wiederum sind nur Fragmente der Körper zu sehen und der Blick des Betrachters wird auf Details gelenkt: auf eine Narbe, ein Brustwarzen-Piercing, einen Nacken. Der Blick in den diffus erleuchteten, von Neubaufassaden gesäumten Nachthimmel ist ein wiederkehrendes Motiv, das im Kontrast zu der Enge der kleinen, kulissenhaften Innenräume steht, in denen sich die meisten Szenen der Serie abspielen. Er vermittelt ein diffuses Gefühl von Großstadt und Verlorenheit, Orientierungslosigkeit und Ortlosigkeit und verbindet damit diese Aufnahmen aus der Mitte Berlins mit den anderen verlorenen Orten der Photographien von Tobias Zielony. Der Rand der Gesellschaft kann überall sein. Auch mittendrin.

Tobias Zielony

geboren 1973 in Wuppertal, lebt in Berlin.
1997–1998 Kommunikationsdesign, FH für Technik und Wirtschaft, Berlin
1998–2001 Documentary Photography, University of Wales, Newport, GB
2001–2004 Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
2004–2006 Meisterschüler von Prof. Timm Rautert

Einzelausstellungen
2014 Vele, Esker Foundation,Calgary
2013 Jenny Jenny, Berlinische Galerie
2011 Manitoba, Camera Austria, Graz
2010 Story / No Story, Kunstverein in Hamburg
2009 Trona – Armpit of America, Centre PasquArt, Biel, Schweiz
jeweils mit Katalog

Ausstellungsbeteiligungen
2015 Deutscher Pavillon, 56. Biennale von Venedig, Italien (K)
2014 Lichtwark revisited, Hamburger Kunsthalle, Hamburg
2013 Concrete – Fotografie und Architektur, Fotomuseum Winterthur (K)

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