Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg

Christopher Wool

Siebdruck

E 513
o.T.
80 x 70 cm

E 514
o.T.
80 x 70 cm

Papierqualität: 270 g/qm Velin Rives Bütten
Drucker: Lorenz Boegli, Müntschemier, Schweiz

Zwei Siebdrucke von Christopher Wool

von Dirk Dobke

Mit Christopher Wool stellen wir einen der einflussreichsten amerikanischen Künstler der Gegenwart vor. Wool arbeitet als Photograph und seit neuestem als Bildhauer, vor allem aber ist er ein herausragender Maler, der seit Jahrzehnten das Malen selbst als Prozess und damit als unmittelbar zu erlebende Expression feiert. Nicht der Bildgegenstand steht bei ihm im Vordergrund, sondern die besondere Wucht seines bildnerischen Ausdrucks.
1955 geboren, sorgt Christopher Wool bereits in den Achtzigerjahren mit seinen archaischen Pattern-Paintings für Aufsehen. Die Gemälde entstehen unter Zuhilfenahme von Schablonen, mit denen er sich regelmäßig wiederholende piktogrammartige Zeichen auf weiß grundierte Leinwände setzt. So tritt ein rhythmisiertes All-over, bei dem das Bildfeld nur einen Ausschnitt aus einem größeren, unendlichen Ganzen definiert, an die Stelle der Bildkomposition. Den Pattern-Paintings folgen plakative Schriftbilder, für die er mittels grober Industrieschrift-Schablonen großformatige Statements oder gedichtartige Sequenzen auf die Leinwand schreibt. Die Texte setzt er ungeachtet aller Rechtschreibregeln, die einzelnen Buchstaben werden dabei zu Elementen der Bildkomposition:

CATS
INBAG
BAGS
IN
RIVER

SELL THE
HOUSE S
ELL THEC
AR SELL
THEKIDS

Von einer Farbgebung im klassischen Sinn kann man bei ihm kaum sprechen: Seine Farbpalette reduziert er zumeist auf ein sattes, gelackt wirkendes Schwarz.
Wie kaum einem anderen Künstler gelingt es Christopher Wool, seine Malerei immer wieder neu zu erfinden und dabei seine originäre, expressive Handschrift zu bewahren. Er thematisiert in seinen Gemälden immer auch die Malerei ansich, und wenn er großformatige Unikatsiebdrucke erstellt, dann nicht, um dieses Medium für eine wie auch immer geartete Reproduktion zu nutzen, sondern um auch dessen spezifische Qualitäten für seine Malerei einzusetzen. Wools Bildsprache ist unmittelbar, direkt und immer experimentell.
Aktuell schüttet, sprüht und druckt er die schwarze Farbe auf die Leinwand, um sie gleich gestisch zu verwischen und um diese Spuren wiederum zu ergänzen und weiter zu bearbeiten. Seine Gemälde entstehen in einem langen Prozess des sukzessiven Auf- und Abtragens. Das fertige Bild darf man als reinen malerischen Ausdruck lesen. Vielleicht sind seine Werke am ehesten mit Jazz-Stücken zu vergleichen: Jedes Bild hat ein Thema, das er so lange befragt, interpretiert, improvisiert und variiert, bis es zu einer nacherlebbaren Verdichtung seines eigenen Entstehungsprozesses wird.

Für seine Griffelkunst-Edition hat Wool eine neue Bildsprache entwickelt. Er schichtete Typographisches und Zeichenhaftes am Computer so übereinander, bis sich die einzelnen Bildelemente zu hermetischen, rätselhaften – und in diesem Fall sogar zweifarbigen! – Kompositionen überlagerten.
Diese ließ er mit höchster Präzision von dem schweizer Siebdrucker Lorenz Boegli drucken.

Christopher Wool, geboren 1955,
lebt und arbeitet in New York City und Marfa, Texas, USA

Einzelausstellungen
2015 Luhring Augustine und Luhring Augustine Bushwick, New York
2013 Solomon R. Guggenheim Museum, New York; Art Institute of Chicago (K)
2012 Musee d’Art Moderne de la Ville de Paris, Paris (K)
2010 Gagosian Gallery, Rome (K)
2008 Luhring Augustine, New York; Porto-Köln, Museum de Arte Contemporanea de Serralves, Porto; Museum Ludwig, Köln; (K)

Publikationen
Christopher Wool, Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2013
Hans Werner Holzwarth (Hrsg.), Christopher Wool, Taschen, Köln 2007
Pattern Paintings, 1987–2000, Skarstedt Gallery, New York 2007

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