Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße

Mathias Wild

B-Reihe / 362. Wahl II. Quartal 2016

Farblithographien

1. still
62,0 x 44,0 cm / 47,5 x 33,5 cm
2. glühen, rotgelbblau
76,0 x 55,5 cm / 48,0 x 37,5 cm
3. intermezzo
55,0 x 76,0 / 42,5 x 68,0 cm
4. im Graphit
65,0 x 51,0 cm / 43,5 x 31,0 cm
5. text, Bild, working
55,0 x 76,0 cm / 45,0 x 59,0 cm
6. für Jandl
55,0 x 71,0 cm / 49,0 x 60,0 cm

Papierqualität: 210 g/qm, 250 g/qm Zerkall Lithobütten
Drucker: Tabor Presse, Berlin

Aktionistische Bildarbeit

von Brigitte Bedei

Seit mehr als 45 Jahren lebt der im schweizerischen Glarus geborene Künstler Mathias Wild mittlerweile in Berlin und widmet sich intensiv und ruhelos der Malerei. Er ist bis heute getrieben von einer Unberechenbarkeit, mit der sich seine Malerei von Bild zu Bild permanent weiterentwickelt. Wilds zumeist abstrakte Bildgefüge entstehen dabei nicht zufällig, klar umrissene Formen werden von skizzenhaften Setzungen begleitet, Malschichten überlagert, eine Farbe verlangt nach der anderen. Der Maler beschäftigt sich dabei mit dem Bild ansich, dem Formalen, der »Bildarbeit« im wörtliche Sinne.

Anlässlich einer großen Einzelausstellung des Künstlers in Brüssel im letzten Jahr in der Galerie Albert Dumont schreibt Claude Lorent:
In der Malerei geht es, insbesondere seit dem 20. Jahrhundert, um eine ständige Befragung über die Malerei selbst und über das – gegebenenfalls abstrakte – Bild, welches die Malerei vermittelt. Infolge der Einführung der Abstraktion und der Strömungen, welche die Abstraktion mehr oder weniger eingegrenzt und analysiert haben – vom Kubismus bis zur Op‘Art, um nur zwei Beispiele zu nennen – sind die Ausformulierungen freier geworden und haben oft zu »autonomen pikturalen Realitäten« geführt. Genau in diesem Bereich bewegt sich die Malerei von Mathias Wild. Seine Malerei mag beim Betrachter sowohl den Blick als den Verstand verwirren, denn sie desartikuliert die meisten unserer visuellen Referenzen, ob diese sich nun auf Gegenstände, Personen oder Landschaft beziehen. Der Betrachter mag erraten, dass die ihm bekannte Welt anwesend ist, aber sie wird auseinandergenommen, dekonstruiert, und befindet sich im Chaos. Dabei wird die Logik genau so sehr durcheinandergebracht wie die Vorstellungskraft. Der Künstler verbindet und verschmilzt die verschiedenen Elemente – nicht zum Zweck ihrer Wiedergabe, sondern um ihnen eine Konsistenz zu verleihen, welche nun der Malerei zuzuordnen ist und nicht mehr irgendeiner Realität. Bei Mathias Wild macht sich die Malerei selbst zum Prinzip, keinerlei vereinbarte Regel aus der Geschichte oder aus den Theorien der Malerei zu beachten, nicht einmal wenn es um Perspektive geht. Bei jedem Bild erlebt man also das Entstehen einer freien Malerei, welche die Welt nicht ablehnt, ihre Vergangenheit nicht verleugnet, die sowohl den Pinselstrich und die Form als auch die Farbe liebt; eine nicht konformistische Malerei, die ihre eigene Autonomie entwickelt und die uns beiläufig die Fragilität dessen erkennen lässt, was wir als Realität bezeichnen.
(Claude Lorent, in LaLibre Belgique, Oktober 2015)

In seiner ganz eigenen Art des Bildermachens, in der der Maler Form- und Farbbeziehungen entwickelt, wieder stört, löscht oder überlagert, spielt auch die Druckgraphik eine große Rolle. So war es ein lang gehegter Wunsch von uns, seine Lithographien zu edieren, und wir freuen uns sehr, dass wir Ihnen nun sechs Farblithographien vorstellen können, die eigens für die griffelkunst entstanden sind. Wie in seiner Malerei zeigen sich auch in Wilds Graphiken amorphe und organische Formen, die figurative Züge annehmen können. So taucht in dem Bild intermezzo ein Lesender in grellem Orange auf, der regelrecht überrannt wird von einer zweiten »Figur«, überlagert schließlich von grünen Schraffuren und malerischen Setzungen. Alle Motive sind mehrfarbig angelegt und wurden somit von verschiedenen Steinen gedruckt. Damit beeindruckt seine Bildarbeit noch einmal mehr, denn Mathias Wild muss das Motiv Farbe für Farbe zerlegen, und erst im Druck entsteht das Bild in seiner endgültigen Form. Es sind ganz eigene, intensive Bildgefüge, die Wild uns vorstellt und die ganz individuell gelesen werden können.

Mathias Wild wird 1946 im schweizerischen Glarus geboren. Er lebt und arbeitet seit 1970 in Berlin. Seit 1973 sind seine Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen.
Letzte Einzelausstellungen waren u.a. 2015 in der Galerie Albert Dumont in Brüssel zu sehen und 2014 in der Galerie Parterre in Berlin.

Publikationen
Mathias Wild, Vertigo, der Blicke Fleck, Bilder & Zeichnungen, Galerie Parterre Berlin, 2014
Mathias Wild, Bilder, Bielefelder Kunstverein, 2002

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