Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>

Jenny Holzer Edition entsteht

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Rosemarie Trockel

C-REIHE, 314. Wahl, II. Quartal 2004
„Für Freunde und Förderer“, 2004
Heliogravüren

1. Für Freunde und Förderer I 56,5 x 49,5 cm / 33,0 x 25,0 cm
2. Für Freunde und Förderer II 56,5 x 49,5 cm / 33,0 x 25,0 cm
3. Für Freunde und Förderer III 52,0 x 51,4 cm / 39,7 x 40,0 cm
4. Für Freunde und Förderer IV 53,0 x 48,5 cm / 28,5 x 25,0 cm
5. Für Freunde und Förderer V 53,0 x 48,5 cm / 28,5 x 25,0 cm

Papierqualität: Somerset, 250 g/qm
Drucker: Kunst- und Radierwerkstatt Willi Jesse, Inh. D. Jäger, Berlin Papierqualität
Mappe: blum‘ violet, 250 g/qm
Hersteller: Norddeutsche Pappscheiben-Fabrik, Stapelfeld

Rosemarie Trockel stand schon seit langem auf unserer Wunschliste. Glückliche Umstände führten 2002 zu einer Übereinkunft für eine Edition, die wir nun im Frühjahr 2004 auflegen können, eigens für uns geschaffen, was schon im Titel deutlich wird.

In ihrer ohnehin kurz gehaltenen Biographie nennt Rosemarie Trockel am Anfang „Studium der Malerei“. Seitdem hat sie alles andere als das realisiert. Materialien und Medien fallen ihr geradezu vielfältig zu: Strickbilder und -objekte, Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten, Zeichnungen, Druckgraphik und Photographie. Sie liebt Überraschungen, daher lässt sie sich auf nichts festlegen. Klassische Genrezuschreibungen werden ihrem Werk nicht gerecht.
Gewissermaßen stellvertretend wird sie des Öfteren mit dem Etikett ‚feministische Künstlerin‘ bedacht. Das ist zutreffend, insofern damit ihre direkte Auseinandersetzung mit Klischees zur Rolle der Frau im Kunstbetrieb gemeint ist. Viele ihrer Arbeiten nehmen durch die Materialwahl unmittelbar Bezug auf Vorurteile gegenüber typisch weiblichen Tätigkeiten, etwa das Stricken, und einer vermeintlich weiblichen Produktionsweise, die „aus dem Bauch heraus“ geschieht.
Das Medium Wolle, mit dem sie Mitte der 80er Jahre bekannt wird, nutzt Trockel in verschiedenen Formen: zunächst entwirft sie mit dem Computer gestrickte Tafelbilder mit dekorativen Mustern wie Streifen und Karos. Wenig später kommen Logos bekannter Firmen, etwa das Wollsiegelsignet, und politische Symbole hinzu, die sie Format füllend aneinanderreiht. Es entstehen Strickobjekte, wie der „Schizo-Pullover“ für einen Körper mit zwei Köpfen, und ein neuer Typ von Strickbildern, angefüllt mit Zitaten und Anmerkungen zur bildenden Kunst. Ironisch kommentiert sie männlich geprägte Künstlerbilder wie den genialischen Ansatz von Sigmar Polke oder den „Heilsanspruch“ von Joseph Beuys. Der Tatsache, dass sie immer mehr mit ihren Wollarbeiten identifiziert wird, entgegnet sie Ende der 80er Jahre in Filmen und anderen Arbeiten mit einer bisweilen humorvollen Dekonstruktion: Ihr Film „à la Motte“ etwa zeigt im Zeitraffer wie sich eine Motte durch ein Strickgewebe frisst.

Ein anderes Thema, das Rosemarie Trockel seit Jahrzehnten beschäftigt, sind Tiere. Ihre bekannteste Arbeit in diesem Zusammenhang ist sicherlich das 1997 gemeinsam mit Karsten Höller für die documenta 10 realisierte Projekt „Haus für Schweine und Menschen“. Es ist ein weiteres Beispiel für ihre Strategie der Übernahme von alltäglichen Dingen in die Kunstwelt und gleichzeitig ein Ort der Reflexion über die Beziehung zwischen dem Kunstobjekt und seinem Betrachter.
In ihrem Text „Mottenbisse im Gewand der Kunst“ beschreibt Sabine Dorothée Lehner das Selbstverständnis der Künstlerin als subtiles Spiel mit Erwartungen: „Kaum ist es ihr gelungen, Stil und Sujet eines Werkkomplexes zur mühelos wiedererkennbaren ‚Masche‘ zu verdichten, (...) entspricht es offensichtlich ihrem taktischen Gespür, entweder ganz neue Facetten zu zeigen oder die eigenen Arbeiten mit graziöser Ironie zu dekonstruieren. (...) Glaubt der Betrachter nun aber, Trockels künstlerische Vorgehensweise durchschaut zu haben, ist ihm die Künstlerin vermutlich wieder einen irritierenden Gedankenschritt voraus.“ S. D. Lehner über Rosemarie Trockel, in: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 43, Heft 24, 1998)

Auch Trockels Griffelkunst-Edition enthält überraschende Wendungen. Ausgangspunkt sind historische Photos aus den 50er Jahren. Aber die Motive sind nur Vorwand, sie werden verändert, der Hintergrund umgestaltet und die Farben ins Unnatürliche verschoben. Die Serie verfügt über drei unterschiedliche Papier- und Motivformate. Nach drei gegenständlichen Motiven, wobei C1 und C2 auf dem gleichen Ausgangsmaterial basieren, das jedoch unterschiedlich montiert ist, folgen mit C4 und C5 zwei scheinbar abstrakte Blätter. Hierbei handelt es sich um Farbvariationen von ein und demselben Motiv. Der auf den Vorlagen durchaus erkennbare photographierte Bildinhalt ist in ihnen bis zur Unkenntlichkeit reduziert.
Rosemarie Trockel hat die Darstellungen um eine Person X angelegt, ohne diese hervorzuheben. Sie lässt sie ins Schemenhafte zurücktreten, trifft aber die durch das persönlich zur Verfügung gestellte Material angesprochene Zeit. In diesem Spannungsfeld hat sie eine dichte Serie geschaffen, die in einem engen Bezug zu uns und ihrer gegenwärtigen Produktion steht.

314 C1
314 C2
314 C3
314 C4
314 C5

Rosemarie Trockel

1952 geboren in Schwerte

 

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