Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

David Tremlett

Projekt-Reihe
355./356. Wahl
III./IV. Quartal 2014

Aquatinta-Radierungen
73,0 x 72,0 cm / 60,0 x 60,0 cm

P37 FORM AND RHYTHM print/1
P38 FORM AND RHYTHM print/2
P39 FORM AND RHYTHM print/3
P40 FORM AND RHYTHM print/4
P41 FORM AND RHYTHM print/5
P42 FORM AND RHYTHM print/6

Papierqualität: 340 g/qm Zerkall Bütten
Drucker: Kunst- und Radierwerkstatt W. Jesse, Inh. M. Jäger, Berlin

Wandzeichnungen

von Brigitte Bedei

Mit David Tremlett stellen wir in der aktuellen Griffelkunst-Wahl einen der wichtigsten Künstler der Minimal Art vor. Der 1945 in Cornwall geborene Bildhauer arbeitet seit Ende der Sechzigerjahre an einem erweiterten, aus der »concept art« entwickelten Skulpturenbegriff. Wie seine Künstlerkollegen Lawrence Weiner und Fred Sandback, die schon vor einigen Jahren mit großartigen Editionen in der griffelkunst zu sehen waren, versteht auch David Tremlett seine zeichnerische Arbeit im Raum als bildhauerischen Akt. Lawrence Wiener lässt Skulptur über Sprache entstehen, Fred Sandback zeichnet Skulpturen mit Wollfäden in den Raum und David Tremlett schafft großflächige »Walldrawings«, in denen die Wand selbst zur Skulptur wird, die Fläche und Raum definiert. Seine Wandzeichnungen bilden eine unlösbare Einheit mit ihrem räumlichen Kontext, indem sie Rhythmen und Proportionen vorgefundener Architektur nachspüren oder verlorene Elemente rekonstruieren. Tremletts Formen sind Linien und unregelmäßige geometrische Körper, stilisierte Architekturformen, die er mit Farbpigmenten direkt auf die Wand »baut«: »Ich baue tatsächlich etwas in meinen Wandzeichnungen, aber in der Fläche«, sagt Tremlett. Seine ortspezifischen Werke platziert der Künstler dabei nicht nur in Museen und privaten oder öffentlichen Gebäuden, sondern auch in verlassenen, verfallenen Ruinen und Sakralbauten. Tremletts größte Wandzeichnung misst 16 mal 46 Meter — sie befindet sich im Wintergarten der Britischen Botschaft in Berlin. Charakteristisch für Tremletts Werk ist dabei auch seine stets in matten Farbtönen gehaltene Farbpalette. Sie reicht von erdigen Tönen bis zu kräftigen Farben wie Rot, Gelb, Türkis und Grün.

Die Entwicklung seines Werkes ist eng verbunden mit ausgedehnten Reisen, vor allem durch Afrika, Asien, den Orient und Italien. Die hier erlernten Zeichen und geometrischen Formen, Reminiszenzen abstrahierter Architekturen und Grundrisse, fließen in seine großen Wandarbeiten. So stieß er in Afrika auf Häuserfassaden, die großflächig mit farbigen Pigmenten gestaltet waren. Das führte ihn schließlich zur Erweiterung seiner bis dahin graphisch-linearen Arbeit zu farbigen Flächen.

Seine Künstlerbücher dokumentieren seine Arbeit und gelten als eigenständige Werke. Neben den Wandzeichnungen sind seit den Achtzigerjahren Arbeiten auf Papier entstanden. Seine Pastellzeichnungen auf Karton bringt Tremlett von seinen Reisen mit, andere entstehen im Atelier in England.

Sechs dieser Zeichnungen hat uns Tremlett geschickt, nachdem wir ihn eingeladen hatten, eine Edition für die griffelkunst zu entwickeln. Es sind geometrische, vollflächige Kompositionen mit eingefügten grundrissähnlichen Linien, die jeweils von zwei Seiten durch eine schwarze Form begrenzt werden. Jede Zeichnung ist in drei Farben angelegt. Die Pastellkreide liegt dabei beinahe wie ein lose aufgeriebener Puder auf dem Papier. In einem aufwendigen Transferdruckverfahren über Ölpapier ist es gelungen, diese für Tremletts Werk so charakteristische Oberflächenstruktur in die Radierung zu überführen, sodass nun eine Reihe von sechs farbigen Aquatinta-Radierungen vorliegt.

Es sind ganz wunderbare Arbeiten, die David Tremlett für die griffelkunst geschaffen hat. Jedem Raum, in dem sie künftig hängen, werden sie eine eigene Rhythmik verleihen, ihn verändern und zum Tanzen bringen.

David Tremlett

1945 geboren in Cornwall

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