Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Aufbau der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>
<p>Drucke von Anja Tchepets entstehen</p>

Drucke von Anja Tchepets entstehen

Toni Schneiders

B-Reihe / 358. Wahl II. Quartal 2015
Schwarzweiß-Photographien aus dem Nachlass

Zwischen Freiheit und Form
1. Karussel, Dom, Hamburg, 1950 24,0 x 30,5 cm / 18,5 x 24,5 cm
2. Wasserkreise, 1952 24,0 x 30,5 cm / 18,0 x 24,5 cm
3. Eiffelturm, Detail, Paris, 1955 30,5 x 24,0 cm / 25,5 x 20,0 cm
4. Auf dem Markt in Sarajewo, Jugoslawien, 1965 30,5 x 24,0 cm / 25,5 x 20,0 cm
5. Idiotenhügel, Skiläufer 1956 30,5 x 24,0 cm / 21,0 x 18,5 cm
6. Spiegelnde Scheiben, 1952 30,5 x 24,0 cm / 24,5 x 20,0 cm

Papierqualität: Bergger Prestige Warmton Barytpapier
Hersteller: Larry Lazarus, Hamburg
Mappe: Archivkarton mit Leinenrücken
Hersteller Mappe: Buchbinderei Zwang, Hamburg

Toni Schneiders – zwischen figurativer Darstellung und formaler Konzentration

von Sebastian Lux
(Auszug aus dem Textheft zur Mappe)

»Ich bin ein Neugieriger, ich meine es aber ernst mit meiner Arbeit, und wenn es mir gelingt nur ein wenig vom Zauber des Lichtes und einen Hauch von Poesie in meinen Bildern sichtbar zu machen, ist dies mir Glück genug.«
Toni Schneiders, Friedrichshafen 1982

Zwischen dem formal Gestalteten und dem zutiefst Menschlichen spannt sich das Werk des großartigen Photographen Toni Schneiders auf, der über vierzig Jahre lang seinen Blick auf die Welt in einer Vielfalt von Aufnahmen eingefangen hat. Mit dieser Kombination aus Form und Freiheit gehört der 1920 in Urbar bei Koblenz geborene Toni Schneiders als Mitbegründer der Gruppe fotoform und als bedeutender Vertreter der subjektiven Fotografie zu den stilprägenden Photographen in Deutschland nach 1945. Seine Photographie lässt sich thematisch in zwei Bereiche gliedern: Da sind zum einen die oftmals fast abstrakten Aufnahmen im Stile der fotoform – Luftblasen im Eis (1949), die Schienenspinne auf dem Altonaer Bahnhof (1950) – und die durch Perspektive, Bildausschnitt, Tiefenstaffelung und Lichtführung bewusst ästhetisch gestalteten, autonomen Bilder aus dem Bereich der subjektiven Fotografie, mit denen er sich auf die Bildsprache des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre bezieht.

Daneben stehen Photographien von Land und Leuten, von Architektur und Skulptur, die während seiner Reisen durch Europa, nach Afrika und Asien, und immer wieder durch Landschaften und Städte Deutschlands entstanden: Landschaften, Porträts und Situationsaufnahmen, oftmals publiziert in Bildbänden wie Äthiopien (1958), Norwegen (1961) oder Berlin (1966). Vielfach aber entstanden seine Aufnahmen auch in seinem unmittelbaren Lebensumfeld in Südbayern, wie für die Publikationen Meersburg (1953) oder Bregenz: Berstadt am Bodensee (1957). Und auch diese Photographien, oft Farbaufnahmen, zeichnen sich durch ihre klar strukturierten Räume und durch das sensibel in Szene gesetzte Licht aus. [...]

Für seine formal streng durchkomponierten Aufnahmen, denen auch die sechs Motive in der nun vorliegenden Edition der griffelkunst zuzurechnen sind, findet Toni Schneiders Schönheit in den graphischen Strukturen der einfachsten Dingen: der Natur, den Spuren menschlicher Existenz. Von größter Bedeutung ist für ihn dabei die Kadrage, die Wahl des Bildausschnitts, durch die er das große Ganze segmentiert. Für diese Aufnahmen fokussiert Toni Schneiders Details, reduziert das Gesehene auf Fläche und Linie, auf Kontur und Struktur, und erzeugt in dieser Konzentration geradezu abstrakt wirkende Bildmotive. Das Bild mit dem Motiv von konzentrischen Wellen, die ein Wasserstrahl beim Auftreffen auf eine Wasseroberfläche erzeugt, gehört in diese Kategorie. Harte Schwarzweiß-Kontraste verwandeln die Licht-Reflexe auf den spiegelnden Flächen in graphische Elemente, die die Bildfläche gliedern.

Toni Schneiders

Toni Schneiders wird am 13. Mai 1920 in Urbar bei Koblenz geboren. 1939 schließt er eine Photographenlehre im Koblenzer Atelier Menzel mit der Gesellenprüfung ab. Anschließend leistet er seinen Kriegsdienst als Luft- und Frontberichterstatter der Abteilung »Bild« bei den Fallschirmjägern ab, unter anderem in Frankreich und Italien. Nach seiner Heimkehr zieht er 1947 an den Bodensee, wo er zunächst in Meersburg ein eigenes Photoatelier eröffnet und schließlich 1949 nach Lindau umsiedelt, wo er als Werbe- und Reisephotograph arbeitet und zum Mitbegründer der Gruppe fotoform wird. Zahlreiche nationale und internationale Ausstellungsbeteiligungen folgen. 1950 geht er für ein Jahr nach Hamburg, um die Leitung des Ateliers Werner Mannsfeldt zu übernehmen. In dieser Zeit entstehen erste Fotos fuür die Zeitschrift MERIAN. 1999 erhält er den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Toni Schneiders stirbt am 4. August 2006 in seinem Haus in Lindau. 2008 ist eine Monographie Schneiders begleitend zur Ausstellung des Gesamtwerks erschienen, die seitdem an vielen Stationen zu sehen war.

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