Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Miron Schmückle

E 409 ohne Titel, 2005
handcolorierte Lithographie
100,0 x 70,0 cm / 66,0 x 50,5 cm

E 410 ohne Titel, 2005
handcolorierte Lithographie
100,0 x 70,0 cm / 66,0 x 50,2 cm

Papierqualität: Hahnemühle Bütten 300 g/qm
Drucker: Handpresse Pankow, Peter Dettmann, Berlin

Den in Hamburg lebenden Künstler Miron Schmückle haben wir im Frühjahr 2004 mit einer Serie großformatiger schwarz-weiß Lithographien vorgestellt. Claus Mewes, Leiter des Kunsthaus Hamburg, schrieb damals den einführenden Text für unsere Mitteilungen. Er endet mit den Sätzen: „Auf den seit 1996 entstehenden Aquarellen und Zeichnungen mutieren detailgetreue Illustrationen aus botanischen Lehrbüchern zu prächtigen Fantasieblüten, die in einer bei Wasserfarben nie gesehenen Farbigkeit und Leuchtkraft zu phallischen, gleich- oder doppelgeschlechtlichen, außerirdischen, von der Venus oder anderen fremden Welten stammenden Wesen werden. In ihrer erotisch überbordenden Üppigkeit weisen die polygamen Gewächse Schmückles mit ihren verschlungenen Tentakeln, organartigen Körpern und barocken Formen auf das Fin-de-Siècle des 20. Jahrhunderts, mit den dschungelartig erscheinenden Netzwerken und virtuellen Systemen hinaus in ein Gegenreich körperlicher Sinnlichkeit und freiheitlicher Fantasie.“
Während sich die angesprochene Üppig- und Mehrdeutigkeit in den feinen Kreidelithographien auf überzeugende Art finden lässt, hat Schmückle bei dieser ersten Serie bewusst davon Abstand genommen, Farbe zu verwenden. Trotz mehrerer Versuche im farbigen Steindruck war er von dem Ergebnis enttäuscht. Um so mehr freuen wir uns, die Serie nun durch zwei bearbeitete Kreidelithographien zu ergänzen, die sich auch durch die beschriebene Leuchtkraft und überbordende Farbigkeit auszeichnen. Jedes Blatt ist ein Unikat, von Schmückle selbst in Aquarellfarben individuell coloriert. Wer sich für beide Motive entscheidet, erhält zwei Arbeiten, die als Double aufeinander abgestimmt sind.
Hat Schmückle in seiner ersten Edition bewiesen, dass seine Zeichnungen auch auf der Ebene von schwarz-weiß Kontrasten funktionieren, entscheidet er sich mit dieser zweiten Auflagenarbeit für eine die Grenzen des Mediums erweiternde Kombination aus Druck und originaler Malerei, die in der Geschichte der griffelkunst einzigartig ist.

A-REIHE, 314. WAHL, II. QUARTAL 2004
Lithographien, 2004

1. ohne Titel 78,5 x 54,0 cm / 43,7 x 34,5 cm
2. ohne Titel 78,5 x 54,0 cm / 44,2 x 33,6 cm
3. ohne Titel 78,5 x 54,0 cm / 45,8 x 35,0 cm
4. ohne Titel 78,5 x 54,0 cm / 41,0 x 35,0 cm
5. ohne Titel 78,5 x 54,0 cm / 44,5 x 34,5 cm
6. ohne Titel 78,5 x 54,0 cm / 45,0 x 35,0 cm

Papierqualität: Hahnemühle Bütten, 300 g/qm
Drucker: Handpresse Pankow, Peter Dettmann, Berlin

Die sechs schwarz-weißen Lithographien von Miron Schmückle zur Frühjahrswahl 2004 der griffelkunst sind beispielhaft für das bisherige zeichnerische und photographische Werk des Künstlers. Vor Ort in der Berliner Druckwerkstatt von Peter Dettmann auf den Stein gezeichnet, zeugen die Arbeiten von Schmückles Interesse an exotischer Botanik und wuchernder Natur, das bereits angeregt wurde während seiner Jugendzeit in Rumänien, als bei Besuchen im botanischen Garten in Bukarest außereuropäische Vegetation mit farbenprächtigen Blüten und nie gesehenen Pflanzenformen Alternativen bot zum dürftigen Alltag. In Sibiu (Hermannstadt) 1966 geboren und aufgewachsen, 1991 bis 1996 bei Renate Anger an der Muthesius-Hochschule in Kiel und bei Marina Abramovic in Hamburg Kunst studierend, hat Schmückle seine Faszination an prachtvoller Fauna und Flora zum Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit erklärt. Aus der Erinnerung an rumänische Folklore, die historisch reich an botanischen Metaphern und Symbolen ist, verschmelzen im Werk des Künstlers Garten- und Landschaftsgestaltung, Botanik, Natur- und Humanwissenschaften. 1993 begann er sein erstes langfristig angelegtes und bis heute weiter geführtes Projekt „Hortus Conclusus“ – eine Fotoserie, in welcher er gefundene und gepflückte Pflanzen vor seinen entblößten Körper hält, um so eine ästhetische Dokumentation seiner Lebens-, Alterungs- und Todesgemeinschaft mit der Pflanze zu schaffen, denn der menschliche Leib wird altern und die aus dem Boden genommene Natur ist ohnehin dem Verfall geweiht. Gleichzeitig jedoch bleibt auf den Photos das jeweils frische Gewächs im Sterben jung, während der Körper des Künstlers gnadenlos dem Tod entgegen geht. Auf den seit 1996 entstehenden Aquarellen und Zeichnungen mutieren detailgetreue Illustrationen aus botanischen Lehrbüchern zu prächtigen Fantasieblüten, die in einer bei Wasserfarben nie gesehenen Farbigkeit und Leuchtkraft zu phallischen, gleich- oder doppelgeschlechtlichen, außerirdischen, von der Venus oder anderen fremden Welten stammenden Wesen werden. In ihrer erotisch überbordenden Üppigkeit weisen die polygamen Gewächse Schmückles mit ihren verschlungenen Tentakeln, organartigen Körpern und barocken Formen auf das Fin-de-Siècle des 20. Jahrhunderts, mit den dschungelartig erscheinenden Netzwerken und virtuellen Systemen hinaus in ein Gegenreich körperlicher Sinnlichkeit und freiheitlicher Fantasie.
Claus Mewes

314 A1
314 A2
314 A3
314 A4
314 A5
314 A6
E 409
E 410

Miron Schmückle

1966 geboren in Sibiu, Rumänien

 

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