Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012

<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>

Jenny Holzer Edition entsteht

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Hanns Schimansky

B-Reihe, 336. Wahl, IV. Quartal 2009
Farbradierungen, 2009
45,0 x 36,0 / 15,0 x 19,5 cm

1. ohne Titel
2. ohne Titel
3. ohne Titel
4. ohne Titel
5. ohne Titel
6. ohne Titel

Papierqualität: Kupferdruck-Bütten, 250g/qm
Drucker: Druckatelier Margull

Mein Tun kommt vom Sichtbaren.
Wichtig ist die Findung für den Einstieg,
der das Spiel ermöglicht.

Auf dem Weg
entstehen
überraschende Momente.

Der Versuch besteht darin,
einen zeichnerischen Code zu setzen,
aufgeladen und verknappt,

und damit
ein komplexes Assoziationsgefüge
zu beatmen.

Hanns Schimansky, in: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst, Ausgabe 69, Heft 7, 1. Quartal 2005, S. 14/15

Der Sommer 2009 begann für Hanns Schimansky mit der Arbeit an neuen Radierfolgen. Ermuntert und begleitet wurde er dabei durch den Berliner Drucker Fritze Margull, mit dem Schimansky bereits für die Radiermappe inside machine (1999), an seiner ersten Griffelkunst-Edition (2000) und den nachfolgenden großformatigen Einzelblättern für die griffelkunst (2003/2004) hervorragend zusammengearbeitet hat. In der aktuellen Auswahl stellen wir nun sechs der neu entstandenen Arbeiten vor.
In abstrahierter Formensprache hat der in Berlin lebende Künstler ein umfangreiches zeichnerisches Werk geschaffen, das in groß angelegten Einzelausstellungen in Museen und Galerien gezeigt wird. Nach der Ausstellung 2008 im Gemeentemuseum Den Haag, in der vorwiegend großformatige „Faltungen“ und Federzeichnungen zu sehen waren, ging Hanns Schimansky wieder zur „Schreibarbeit“ über. Während in der Ursprungsidee der Faltungen der experimentelle Umgang mit anderweitig erzeugten Lineaturen und Strukturen im Vordergrund stand, Zeichnungen entstanden hier unter anderem durch die künstlerische Auseinandersetzung mit Bruchlinien im Papier, laufen in den Schreibarbeiten gezeichnete Rhythmen mit nervösen Vibrationen über die Blätter bzw. die Druckplatten. Der Zeichner erzwingt gegen den Widerstand des Materials ein variationsreiches und phantasievolles Linienspiel.
Für die vorliegenden Graphiken wurden jeweils zwei Platten übereinander gedruckt, eine rote und eine schwarze. In den Überlagerungen spiegeln sich die unterschiedlichen Linien, rücken gegenläufige Rhythmen voneinander ab, ziehen Elemente der Zeichnung nach vorn, bilden andere einen eigenen Chor im Hintergrund – bis schließlich alles in überraschend einfachen, subtilen Tänzen zusammenfindet.

E 398 ohne Titel, 2003
Radierung, 2-farbig (Kombination von Heliogravüre und Vernis Mou-Ätzung)

Drucker: Druckatelier Margull, Berlin
Papierqualität: Kupferdruckbütten 250 g/qm

Den Berliner Künstler Hanns Schimansky haben wir bereits zwei Mal vorgestellt: Im Jahr 2000 mit einer Serie von Schwarzweiß-Radierungen sowie im Herbst 2003 mit einer großformatigen Farbradierung. Bei der aktuell aufgelegten Arbeit von Hanns Schimansky handelt es sich ebenfalls um eine Radierung, einen Kombinationsdruck aus Heliogravüre und Vernis Mou-Ätzung.
Die im Jahr 2003 entstandene Arbeit lässt sich zu Schimanskys „Faltungen“ in Beziehung setzen, deren Ästhetik und Entstehungsweise Kirsten Claudia Vogt wie folgt beschreibt: „In seinen einfallsreichen Faltungen spielt Hanns Schimansky mit dem Prinzip Zufall. Große Papiere faltet der Künstler in langen Aktionen, die überraschend geräuschvoll ablaufen. Früher benutzte er braune, einseitig weiß beschichtete oder dezent farbige Packpapiere. Er halbiert, viertelt, achtelt, sechzehntelt… den Bogen, bis dieser von einem gleichmäßigen Netz aus rechtwinklig aufeinandertreffenden Linien, also Knicken überzogen ist. Nachdem das Papier wieder entfaltet ist, bemalt und bezeichnet er Vorder- und Rückseite und beginnt dann erneut in einem letzten Arbeitsschritt entlang der vorgeknickten Linie das Blatt in verschiedenen Versionen neu zusammenzulegen, so dass sich Vorder- und Rückseiten-Zeichnung nun in unvorhersehbaren, überrraschenden Konstellationen zusammenfinden.“ Aus: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Hg.), Hanns Schimansky. quellenfeld, Ostfildern-Ruit 2003, S. 21.
Für den vorliegenden Druck wurde die Struktur einer solchen Faltung auf eine Kupferplatte belichtet (Heliogravüre). Auf eine zweite Platte wurden die entfernt an statistische Notationssysteme erinnernden Linien geätzt. Der Zusammendruck beider Platten ergibt das Motiv. Ein besonderer Reiz des Blattes besteht darin, dass sich das aufwendige Druckverfahren nicht in den Vordergrund drängt, sondern ganz subtil die Ästhetik der Zeichnung bestimmt. Die Spannung zwischen den durch die Faltungen entstandenen, gräulich gedruckten Linien und den wie mit zitteriger Hand darüber gesetzten, roten Strichen beruht auf dieser Zurückhaltung. Sie entsteht dadurch, dass beide Zeichnungs-Elemente einander gerade nicht als harter Kontrast gegenübergestellt wurden.

Hanns Schimansky

1949 geboren in Bitterfeld

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