Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis

<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>
<p>David Tremlett signiert in der Seilerstraße</p>

David Tremlett signiert in der Seilerstraße

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

Christoph Ruckhäberle

B-Reihe / 357. Wahl I. Quartal 2015
Linoldrucke

1. ohne Titel 70,0 x 50,0 cm
2. ohne Titel 50,0 x 70,0 cm
3. ohne Titel 70,0 x 50,0 cm
4. ohne Titel 50,0 x 70,0 cm
5. ohne Titel 70,0 x 50,0 cm
6. ohne Titel 50,0 x 70,0 cm

Papierqualität: 250 g/qm Zerkall Alt-Meißen, Bütten, matt
Drucker: Thomas Siemon, Leipzig

Das Bild als Bühne

von Brigitte Bedei

2007 gründen Thomas Siemon und Christoph Ruckhäberle in Leipzig den Lubok Verlag mit angegliederter, eigener Hochdruckpresse. In ihrer Druckwerkstatt Carpe Plumbum auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei entstehen seitdem neben druckgraphischen Editionen wunderbare Lubok Spezials und monographische Künstlerbücher in hoher Auflage, die zu moderaten Preisen vertrieben werden. Hier wird die Druckgraphik mit originalgraphischen Bilderbüchern zeitgenössischer Künstler gefeiert! Neben der Malerei beschäftigt sich Christoph Ruckhäberle als Künstler selbst seit vielen Jahren mit dem Linolschnitt. Wir haben ihn eingeladen, eine Serie für die griffelkunst zu schneiden, und diese zusammen mit Thomas Siemon als Edition zu drucken.
Entstanden sind sechs markante, mehrfarbige Linoldrucke, in denen Ruckhäberle uns in eine ganz eigene Bildwelt entführt. Jedes Bild zeigt eine einzelne Figur, die vor einem spannungsgeladenen, farbig rhythmisierten Hintergrund agiert. Ruckhäberle kombiniert in seinen Graphiken verschiedene Formen und Darstellungsweisen, die den Figuren allein durch ihre Körperhaltung und Bewegung ganz unterschiedliche Stimmungen verleihen. Tanzend, ruhend, sich verbeugend oder in clownesken Bewegungen »posen« sie im Bild und suchen den Blickkontakt mit dem Betrachter. Man merkt den Arbeiten den Spaß des Künstlers an einem reichen Formenvokabular und einer opulenten Farbigkeit an. Die Bildaufteilung in Flächen und scharf abgetrennte Farbfelder wirken dabei in ihrer Reduktion fast schnittmusterhaft und erinnern formal an die Kunst des Scherenschnitts, eine Technik, die ebenfalls zum Repertoire des Künstlers gehört. Der Druckprozess selbst wird zum Teil sichtbar gemacht, indem unterschiedlich große Linolplatten aneinandergesetzt werden und so Schnittstellen entstehen, die die Schichtung der Farben transparent machen.
Der dargestellte Raum, in dem die Protagonisten sich bewegen, suggeriert eine Bühne, die allerdings durch die fehlende perspektivische Darstellung in einer abstrakten Raumstruktur verschwindet, und zu einer ornamental und graphisch angelegten Musterfläche wird. Verstärkt wird der bühnenhafte Auftritt in einigen Motiven durch einen scharf gesetzten Schlagschatten, der die Figur in den Fokus rückt. Ruckhäberles Motive sind dabei voller Referenzen – an die Klassische Moderne, an Masken, an folkloristische Darstellungen und nicht zuletzt an die Pop Art.

In seinen Ausstellungen tapeziert Ruckhäberle immer wieder ganze Räume mit grell bunten Linolschnitt-Tapeten, die zum einen die Wahrnehmung des Raums verändern, zum anderen aber auch als Bühne für seine lebensgroßen Gestalten, die er mit kräftigen Farben auf die Leinwand bringt, fungieren. In seinen Linoldrucken schafft er eigene, in sich geschlossene Räume, in denen jede Figur eine eigene Bühne erhält, auf der wir sie betrachten können.

Christoph Ruckhäberle

Christoph Ruckhäberle wird 1972 in Pfaffenhofen geboren. Er studiert ab 1991 Zeichentrickfilm am California Institute of the Arts, Valencia, USA. Von 1995 bis 2000 studiert er Malerei an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst und absolviert dort bei Prof. Arno Rink seinen Meisterschülerabschluss. Er ist Mitbetreiber des LURU-Kino auf dem Leipziger Spinnereigelände und gründet 2007 den Lubok Verlag für Künstlerbücher. Seine Malerei, Zeichnung und Druckgraphik ist in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.
Christoph Ruckhäberle lebt und arbeitet in Leipzig.

Publikationen
Christoph Ruckhäberle, Polka, Lubok Verlag, 2014
Christoph Ruckhäberle, Trapped in White Tiger Sanctum, Lubok Verlag, 2011
Christoph Ruckhäberle, Figur, JRP Ringier, Migros-Museum für Gegenwartskunst Zürich, 2009
Christoph Ruckhäberle, Die Flasche Bakbuk, Kerber Verlag, 2005

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