Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Prof. Hanns Schimansky und Studierende bei der Betrachtung von Graphiken an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>
<p>Jenny Holzer Edition entsteht</p>

Jenny Holzer Edition entsteht

<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>
<p>Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte</p>

Drucker Detlef Jäger beim Auftragen der Farbe auf eine Radierplatte

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011

Rolf Rose

Gekämmte Farbe

von Brigitte Bedei

Rolf Rose, 1933 in Halberstadt geboren, lebt seit nunmehr 60 Jahren in der Nähe von Hamburg. Erst als Dreißigjähriger begann Rose Kunst zu machen – er ist Maler. Konsequent arbeitet er an seinen ungegenständlichen Gemälden, Aquarellen und Druckgraphiken. Farbe und Struktur sind dabei der eigentliche Bildgegenstand in seinen Arbeiten. Mit verschieden großen Rakeln und Spachteln durchkämmt er die auf Holz, Papier und Leinwand dick aufgetragene Farbpaste: »Die Benutzung des Spachtels ergab sich von Anfang an in meinen Bildern«, wie Rolf Rose seinen Arbeitsprozess beschreibt: »Er ist mein Werkzeug, meine verlängerte Hand. Seine vordergründig den individuellen Gestus verhindernde Anonymität war mir sofort gemäß. Das er die chaotische Farbmasse ordnet, in eine Spur brachte, die Farbe kämmte, sie auszog und linear nachvollziehbar machte, sie quasi einschrieb, ist sein ungeheurer Vorteil. Dieses Schreibgerät, die Lesbarkeit seiner Linien, die die Lesbarkeit des Bildes konstituierte, das hatte seinen unabdingbaren Reiz. Die Komplexität aller eingeschriebenen Linien, ihre Vielzahl, ergibt das hoch verdichtete, aufgelöste Rätsel des dem Licht zugewandten Bildes und seiner davon abhängigen zurückstrahlenden Oberfläche.«
(Aus: Rolf Rose, Die sieben Säulen der Weisheit, Levy Galerie Hamburg, Kerber Verlag, Bielefeld 2008, S. 12.)

So schafft Rolf Rose mit einfachen Mitteln Bilder von hoher Komplexität, die die Grundbedingungen von Malerei untersuchen: Farbe, Licht, Raum und Dichte. Seine Bilder sind Farbkörper, die vom Künstler regelrecht »gebaut« werden.
Insgesamt vierzehn Graphiken hat die griffelkunst in den letzten Jahren von Rolf Rose ediert. Bereits 1985 erschienen zwei Farbholzschnitte in schwarz und rot; 1986 folgte eine Serie von sechs Radierungen. Sechs Hochdrucke, jeweils in zwei Farben angelegt, erschienen 1994. Die Druckstöcke waren ungewöhnlich: sie bestanden aus Pappe, auf die Tesakrepp aufgezogen wurde, sowie aus mit Modeliermasse aufgerakelten Strukturen.

Erstmalig in Zusammenarbeit mit dem Atelier für Druckgrafik (Daniel Vogler und Lars Dahms) in Blankenese sind zwei weitere großformatige Hochdrucke entstanden, die Unikatcharakter haben. Die querformatigen Arbeiten sind jeweils von zwei Stöcken gedruckt. Die Grundfläche bildet der monochrome Fond in türkis bzw. grau, der im Versatz in vier verschieden großen Blöcken gedruckt wurde. Wie in seinen Bildern benutzt Rose auch zur Herstellung seiner Druckstöcke den Zahnspachtel, ein Werkzeug, das ursprünglich zum gleichmäßigen Auftragen von Klebstoffen verwendet wird. In fünf verschiedenen Vorgängen zieht der Maler Acrylfarbe über ein Holzbrett und erhält so eine lineare Struktur, die sich unendlich fortführen ließe. Die handgezogenen Spachtelzüge werden schließlich fünffarbig im Hochdruck in einem Druckgang über die monochrome Fläche gedruckt, die Rose somit aufbricht und rhythmisiert. Durch den manuellen Farbauftrag wird jeder Druck zum Unikat, da die Farbe – mal stärker mal schwächer aufgetragen – unterschiedliche Spuren hinterlässt.

E 482
E 483

Rolf Rose

1933 geboren in Halberstadt, Sachsen-Anhalt

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