Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Jonathan Meese signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln</p>
<p>Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln</p>

Stefan Marx in der Werkstatt Felix Bauer, Köln

Volker Renner

A-Reihe / 349. Wahl I. Quartal 2013
Inkjet-Drucke Aus der Serie: Wie war Las Vegas, 2011

1. ohne Titel 40 x 50 cm / 30 x 40 cm
2. ohne Titel 40 x 50 cm / 30 x 40 cm
3. ohne Titel 50 x 40 cm / 40 x 30 cm
4. ohne Titel 50 x 40 cm / 40 x 30 cm
5. ohne Titel 40 x 50 cm / 30 x 40 cm
6. ohne Titel 40 x 50 cm / 30 x 40 cm

Papierqualität: 290 g/qm FUJIFILM professional Pearl Photo Paper
Hersteller: Pig Lab, Hamburg
Mappe: Graupappe mit Leinenrücken, Photo- und Schriftprägung, säurefreie Innenklappen
Hersteller Mappe: Buchbinderei Begemann, Hamburg

Elvis has left the Building oder »Wie war Las Vegas«

von Stephanie Bunk

Wie Funkmasten oder Satellitenschüsseln muten die Gegenstände von Volker Renners Sammlung Schwebende Rahmung an. Es handelt sich um Leuchtreklamen und andere Beschilderungen, wie sie entlang der schier endlosen amerikanischen Highways angebracht sind. Normalerweise wei- sen sie auf etwas hin, eine Sehenswürdigkeit, ein Restaurant oder ein Motel vielleicht und versprechen so ein wenig Abwechslung von der langen Fahrt. Doch die Schilder auf Renners Photographien haben ihre Funktion eingebüßt, der Reklametext fehlt. Sie stehen nur für sich selbst. Aufnahmen wie diese sammelt der Künstler auf seinen Reisen durch Amerika, das er auf verschiedenen Wegen und Spuren durchkreuzt hat. So ist er etwa die Strecke noch einmal abgefahren, die der Photograph Stephen Shore 1973 zurückgelegt und in seinem tagebuchartigen Road Trip Journal dokumentiert hat, um exakt dieselben Orte noch einmal zu photographieren. Shore gilt als Pionier gleich zweier stilbildender Bewegungen der Photographie, die von Amerika ausgehend die Gegenwartsphotographie geprägt haben: der New Color Photography und des New Topographic. Beide stehen für einen neuen Umgang mit der Farbe in der Photographie und einem Bekenntnis zur Landschaft, wobei darunter nicht mehr die idealisierte Natur zu verstehen ist, sondern ein vom Menschen gestalteter Lebensraum.
Bei Volker Renner findet man eine Auseinandersetzung mit beiden Traditionen, verbunden mit dem vergleichenden Blick eines Sammlers und einer eher konzeptuellen Vorgehensweise. Ein wesentlicher Anteil von Renners künstlerischer Praxis besteht aus Sammeln, Sortieren und dadurch aus der Konstruktion einer Wirklichkeit nach neuen Parametern. Die Kategorien, nach denen seine Photographien entstehen, erschließen sich erst nach eingehender Betrachtung, zu subtil sind die Verbindungslinien zwischen den einzelnen Bildern gezogen.
»Welcome to Fabulous Las Vegas«
Auch Las Vegas wird durch ein wohl bekanntes Schild angekündigt, bevor sich die Wüstenstadt wie aus dem Nichts aus der Landschaft erhebt. Las Vegas ist nicht nur das Ziel von Spielern, Heiratswütigen, Superstars und Millionären, sondern auch von Autoren, Städteplanern und Photographen. Denn obgleich die Stadt auf den ersten Blick einen Ausnahmeort darstellt, ist sie in vielerlei Hinsicht eine Verdichtung von amerikanischer Wirklichkeit, eine Art Normstadt, die andere Orte vorwegnimmt und spiegelt. Die Architekturtheoretiker Denise Scott und Robert Venturi sahen in dem »dekorierten Schuppen«, wie sie Las Vegas in ihrem Buch Learning from Las Vegas aus dem Jahr 1972 bezeichneten, den Prototyp der amerikanischen, postmodernen Architektur: Allein durch die eine beliebige Fassade könne man jedem x-beliebigen Gebäude das richtige Aussehen verpassen. Doch die Fassade bröckelt, wie Volker Renner mit seinen Photographien zeigt. Er richtet seinen Blick in den Himmel oder heftet ihn auf den Boden, wo er achtlos weggeworfene Burger-Verpackungen findet oder die rot leuchtende Lichtreflexion des berühmte Circus Circus Hotels, dessen Strahlkraft so stark ist, dass es sich sogar im Asphalt abzeichnet und dort an eine verblasste Blutspur erinnert. Auf vertraute Motive verzichtet er dabei gänzlich, er vermeidet es sogar, Sehenswürdigkeiten zu zeigen.
Doch trotz Renners streng dokumentarischer Vorgehensweise und der Absurdität des gewählten Gegenstandes strahlen seine Photographien fragile Poesie und pastellfarbene Melancholie aus und verdichten sich zu einem eindringlichen Gesamtbild.

349 A1
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Volker Renner

1977 geboren

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