Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>
<p>Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011</p>

Ruth May beim Aufbau der Ausstellung im Kunstraum Seilerstraße, Herbst 2011

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>
<p>Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg</p>

Bogomir Ecker signiert in der Seilerstraße, Hamburg

<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>
<p>In der Druckwerkstatt von Thomas Franke</p>

In der Druckwerkstatt von Thomas Franke

Michael Pfisterer

Projekt-Reihe
349./350. Wahl
I./II. Quartal 2013

Inkjet-Drucke
to make a prairie
46,5 x 32 cm

P19 Ansicht 1
P20 Ansicht 2
P21 Ansicht 3
P22 Ansicht 4
P23 Ansicht 5
P24 Ansicht 6

Zu Michael Pfisterer erscheint Portfolio No 5. €10,– plus Porto

Papier: 190 g/qm MOAB Entrada Rag Bright
Hersteller: Michael Pfisterer, Hamburg
Mappe: 540 g/qm Colour Matters
Hersteller Mappe: Buchbinderei Begemann, Hamburg

Drei Schnitte im Raum und ein roter Faden

von Stephanie Bunk

1. Abbildung – Ein Modell ist stets ein Modell von etwas, nämlich Abbildung, Repräsentation eines natürlichen oder eines künstlichen Originals, das selbst wieder Modell sein kann.
2. Verkürzung – Ein Modell erfasst im Allgemeinen nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem Modell schaffer bzw. Modellnutzer relevant erscheinen.
3. Pragmatismus – Modelle sind ihren Originalen nicht per se eindeutig zugeordnet.

Sie erfüllen ihre Ersetzungsfunktion
a) für bestimmte Subjekte (Für Wen?),
b) innerhalb bestimmter Zeitintervalle (Wann?)
c) unter Einschränkung auf bestimmte gedankliche oder tätliche Operationen (Wozu?).
Definition des Begriffs Modell nach Herbert Stachowiak

Der Ausgangspunkt von Michael Pfisterers Bildern sind Modelle, wie er sie unter anderem in wissenschaftlichen Sammlungen findet. Dabei interessieren ihn nicht die komplexen, klassischen Modelle, sondern die improvisierten, aus »armen« Materialien gebastelten Objekte. Durch weitreichende Recherchen spürt er sie in den hintersten Winkeln von Museen und Universitäten weltweit auf, um sie dann isoliert oder als Ensemble in einem Schaukasten zu photographieren. Indem er die Motive mit einem hohen Maß an formaler Strenge zum Teil aus verschiedenen digitalen Großbild- Aufnahmen zusammensetzt, erreicht er eine gleichmäßige Ausleuchtung und maximale Tiefenschärfe. Dadurch erfahren die Gegenstände eine völlige Enträumlichung, die sie flächig und abstrakt wirken lässt. Die Modelle werden auf diese Weise von ihrem ursprünglichen Funktionszusammenhang befreit und in einen neuen – den des Bildes – überführt. Damit wirft Pfisterer Fragen nach dem Verhältnis von Raum und Bild auf: einerseits funktionieren bereits die räumlichen Arrangements von Objekten in Schaukästen wie zweidimensionale Bilder und erfahren so eine Abstraktion von der Wirklichkeit. Andererseits wird auch der Bildraum thematisiert, der einen eigenen Bezugsrahmen darstellt, in dem eine Neuformulierung von Wirklichkeit stattfinden kann.

Michael Pfisterers Edition für die griffelkunst zeigt die sechs Seiten eines Quaders. Diesen hat der Künstler in einer versteckten Vitrine in der University of Illinois in Chicago in Urbana-Champaign in der mathematischen Fakultät aufgespürt, wo er eigentlich auf der Suche nach Arbeiten deutscher Modellbauer war, die er in historischen Auftragsbüchern gefunden hatte. Würde man die sechs Wände des blauen Quaders zusammensetzen, so erhielte man ein zwar im Maßstab verändertes, aber sonst perfektes Abbild des durch Tesafilm und rotes Band zusammengehaltenen Objekts. Doch selbst wenn man den Original-Quader in der Hand halten würde, stünde man vor einem neuen Rätsel, denn heute weiß niemand mehr, was das Modell untersuchen sollte. Es handelt sich wohl um eine mathematische Flächenbefragung, die Anfang des 20. Jahrhunderts »gebastelt« und seitdem aufbewahrt wurde. Gerade dieser Schnitt in der Zeit interessiert Michael Pfisterer. Er setzt die Modelle als Versatzstücke aus einer anderen Zeit ein, die, indem er sie in die Gegenwart versetzt und ihre Funktion verändert, ihre eigene Absurdität freilegen. Der Künstler nutzt die daraus erwachsende Freiheit der Fiktion, um etwas Neues zu schaffen.

Michael Pfisterer

1976 geboren in Kirchheim/Teck

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