Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>
<p>Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011</p>

Aufbau Installation Thorsten Brinkmann “Ernie & Se King”, Kunstraum Seilerstraße 2011

<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>
<p>Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße</p>

Tobias Zielony signiert in der Seilerstraße

<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>
<p>Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis</p>

Druckstöcke und Andrucke von Birgit Brandis

<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>
<p>Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012</p>

Beim Aufbau der Ausstellung von Dasha Shishkin, Herbst 2012

Elisabeth Neudörfl

A-Reihe / 359. Wahl III. Quartal 2015
Schwarzweiß-Photographien
38,0 x 48,0 cm / 30,0 x 40,0 cm

This Land
1. This Land #1
2. This Land #2
3. This Land #3
4. This Land #4
5. This Land #5
6. This Land #6

Papierqualität: Bergger Prestige Warmton Barytpapier
Hersteller: Larry Lazarus, Hamburg

Von unterwegs

von Stephanie Bunk

Autos, Häuser, die Landschaft, alles scheint auf diesen Bildern in Bewegung zu sein. Auch die Künstlerin ist unterwegs. Ihre Photographien sind während der Fahrt durch entlegende Gegenden der Vereinigten Staaten von Amerika entstanden – aus dem Autofenster heraus. In der Serie This Land reagiert die Flüchtigkeit der Photographie auf den vorläufigen Charakter der Landschaft, in der selbst Häuser nur temporär hingestellt, »geparkt« werden. Für Elisabeth Neudörfl, die ihre Bilder von der Technik und dem Apparat her denkt, entwickelt sich die Ästhetik des Bildes aus der inhaltlichen Auseinandersetzung mit ihrem Thema, und aus dem Nachdenken über Photographie heraus. Beide, der technische und der inhaltliche Aspekt, bestimmen darüber, wie photographiert wird. Den Ausgangspunkt für Neudörfls Photographien bilden konkrete Orte. In der Annäherung an diese Orte fließen im Vorfeld vielfältige Bezugsquellen ein, denn kaum ein Ort auf der Welt ist unentdeckt und unphotographiert geblieben. Was für Bilder gibt es bereits von einem Ort – wenn auch nur in der Vorstellung?, ist eine Fragestellung, die sie begleitet. Diese beinhaltet auch die Auseinandersetzung mit Aspekten, die man vielleicht lieber ausblenden würde. Ihre Strategie ist es dann, möglichst genau das, was zu erwarten wäre, eben nicht zu tun und radikal mit den Bildern zu brechen, die sich zunächst aufdrängen. Gerade am Beispiel USA sind diese Bilder mehr als präsent. Der Mythos USA, insbesondere die Weite der Landschaft, wurde geprägt durch Lieder wie der Hymne This Land von Woody Guthrie, durch Romane wie On the Road von Jack Kerouac und insbesondere durch die Photographie. Man findet kaum einen Photographen, der nicht versucht hat, seine Version zu entwickeln. Auch die photographischen Editionen der griffelkunst der letzten Jahre, wie z.B. von Volker Renner, Jörn Vanhöfen und Dirk Reinartz, zeugen davon.

Die photographische Erfassung der Landschaft begann zeitgleich mit ihrer Eroberung durch die Eisenbahn und ist daher zutiefst mit der Entwicklung der Mobilität verbunden. Während Ansel Adams als Prototyp des Landschaftsphotographen in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts noch ein ehrfurchtsvolles Idealbild Amerikas entwarf, thematisierte zeitgleich schon Walker Evans in seinem legendären Bildband American Photographs die Liebe zum Automobil, die Fassadenhaftigkeit der Holzhäuser und die Allgegenwart der Werbung. Spätestens seit den Photographen der »New Topographics« wird nicht nur die Landschaft als kulturelles Konstrukt begriffen. Auch die Photographie selbst wird kritisch hinterfragt, etwa bei Stephen Shore, Robert Adams und Lewis Baltz. Die Künstlerin geht einen Schritt weiter als ihre Vorbilder, indem sie auf einen feststehenden Aufnahmestandort verzichtet. Zwar tragen die großformatigen Barytabzüge formal den Charakter von Dokumentarphotographien. Durch die Bewegung der Kamera im fahrenden Auto sind die Photos jedoch verwischt. Sie wirken dadurch einerseits sehr filmisch, andererseits aber auch ganz beiläufig, flüchtig und »schnell«, d.h. von unterwegs gemacht. Die Künstlerin erhebt nicht den Anspruch, etwas zu dokumentieren. Sie drückt ab – und fährt weiter.

Elisabeth Neudörfl, geboren 1968, lebt in Berlin und Essen Ausbildung zur Photographin Studium Foto-/Filmdesign, Fachhochschule Dortmund, 1994 Diplom Aufbaustudium Photographie, Hochschule für Grafik u. Buchkunst Leipzig seit 1995 Büro für Bildangelegenheiten gemeinsam mit Bettina Lockemann
seit 2009 Professur für Dokumentarfotografie, Folkwang Universität der Künste, Essen

Ausstellungen
2012 der Stadt, Ludwiggalerie
Schloss Oberhausen (K)
2011 Ökoton, Photography Calling!
Sprengel Museum Hannover (K)
aus: E.D.S.A., Leipzig. Fotografie seit 1839, Museum der bildenden Künste Leipzig (K)
2010 Habitat, Ruhrblicke ,Sanaa-Gebäude, Zeche Zollverein, Essen (K)
2009 Von der Straße, Galerie Barbara Wien, Berlin (E)
2002 Future World, Sprengel Museum Hannover (E, K)

© Griffelkunst e.V. 2017 Alle Rechte vorbehalten! Impressum