Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V.

<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>
<p>Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße</p>

Ausstellung von Peter Kogler im Kunstraum Seilerstraße

<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>
<p>Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition</p>

Yvette Kießling bei der Arbeit an der Griffelkunst-Edition

<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>
<p>Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012</p>

Eröffnung der Ausstellung von Kai Schiemenz im Kunstraum Seilerstraße, Frühjahr 2012

<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>
<p>Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014</p>

Aufbau der Ausstellung “Thomas Kilpper – 150 Years of Printmaking”, 2014

<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>
<p>Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee</p>

Eine Radierung entsteht, Druckwerkstatt der Kunsthochschule Berlin-Weißensee

Christiane Möbus

E 437 kleine Politik, 2007
Seilrollen, Langhanfseil, Wäscheklammern
12,0 x 62,0 x 6,0 cm

„Materialien, die wie in diesem Stück Veränderungen zulassen
oder diese sogar hervorrufen, liebe ich.“
Christiane Möbus

Bei Christiane Möbus’ Multiple, das im Rahmen des Fünften Graphikpreises der Griffelkunst-Mitglieder ausgewählt wurde, handelt es sich um eine Wandarbeit, die wir als Bausatz liefern. Zwischen zwei Seilrollen spannt sich als Endlosband ein Seil, an dem sich zwei Wäscheklammern befinden. Dynamik, Transport und Reisen sind wiederkehrende Themen in den Arbeiten von Möbus, die man auch in der kleinen Politik findet: Die beiden Klammern korrespondieren miteinander und bleiben auch in der Bewegung in Balance. Dabei halten sie den vorgegebenen Abstand ein, so dass die beiden Wäscheklammern nie wirklich zusammenkommen. Doch je nachdem, wie man ihre Stellung zueinander über das Drehen der Seilrollen einstellt, entwickelt sich aus dem Hin und Her eine „entspannt-gespannte Kommunikation“, wie die Künstlerin diesen Dialog beschreibt. Sie bewertet den notwendigen Zwischenraum, der die Klammern trennt, positiv: „Das Dazwischen schafft Möglichkeiten, und damit fängt meine kleine Politik an.“ Ihre Arbeit zeugt also weder vom „schmutzige-Wäsche-Waschen“ noch von der Vergeblichkeit des politischen Handels, sondern es geht ihr im Gegenteil um die Veränderbarkeit und das Eröffnen von Möglichkeitsräumen.

Die Auswahl und die Arbeit mit dem Material nehmen in den Skulpturen und Installationen der Künstlerin einen zentralen Stellenwert ein. Sie arbeitet mit vorgefundenen Materialien, wobei sich die Materialrecherche bzw. das Auffinden der richtigen Materialien über Jahre hinziehen kann und in den Entstehungsprozess des Kunstwerks einfließt. Auch der Edition für die griffelkunst sind aufwendige Vorarbeiten vorausgegangen: Für das „Spleißen“, also das nahtlose Zusammenführen des Langhanfseils von Hand, wurde eine spezialisierte Hamburger Tauwerkstatt eingesetzt. Die Seilrollen wurden schon vor langer Zeit aus dem Sortiment genommen und nun für unsere Edition eigens verzinkt, so dass in der einfach anmutenden Wandarbeit viel Handwerksgeschick und -kultur zusammentreffen, die heute kaum noch zu finden sind. Charakteristisch für ihr Vorgehen ist, dass sowohl die Materialien als auch die auszuführende Tätigkeit dem Alltag und der Lebenswirklichkeit entnommen sind und somit einen Realitätsbezug herstellen. Melitta Kliege beschreibt die Bedeutung der Objekte in ihrem Beitrag zum Katalog Auswanderer folgendermaßen: „Zum Einen wird Leben real abgebildet – das Handeln durch Handarbeits-, später dann auch Handwerkstechniken und Realität durch Dinge aus Handel, Alltag, Handwerk und Geschichte. Zum Anderen lässt Möbus aus den Werkelementen Bilder entstehen mit den ihnen eigenen Gesetzmäßigkeiten des Lesens und Verstehens.“ So entstammen die Seilrollen in der kleinen Politik dem Handwerk, wo sie für den Transport schwerer Lasten eingesetzt werden, während die Klammern an die Hausarbeit und das leidige Wäschehängen erinnern. Zusammen genommen bekommen sie eine spielerische Leichtigkeit, die gerade eine kleine Flucht vom Alltagsgeschehen ermöglicht. Eine Handlungsanweisung fehlt, und wie die Klammern zu setzen sind, bleibt dem Benutzer überlassen, wie überhaupt viele ihrer Arbeiten auf die Assoziationsgabe des Betrachters setzen.

E 437

Christiane Möbus

1947 in Celle geboren

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